Schwarzer Text? Bauplan? Was fangen wir damit an?
Beim Kauf des 500. Ersttagsbriefs am 1. Juni 2004 wurden wir überrascht, eine Reproduktion der ersten niederländischen Briefmarke von 1852 vorzufinden. Seitdem sind die sogenannten Blaupausen in späteren Bänden des NVPH-Sonderkatalogs enthalten. Eine ausführliche Erklärung dazu gibt es nicht: Die Blaupause wird vom NVPH herausgegeben. Es handelt sich um limitierte Auflagen, in denen jeweils eine bekannte niederländische Briefmarke aus der Vergangenheit abgebildet ist.
Im Jahr 2007 war es bereits die Nummer 5, die als Blaupause in die Sammlung eines Sammlers aufgenommen werden konnte. Sie zeigte eine Reproduktion der 1907 erschienenen ½-Cent-Briefmarke. Ein neues Phänomen? Auch andere Länder haben ähnliche Ausgaben, sogenannte „Schwarzdrucke“. So gab es beispielsweise in der ehemaligen DDR einen Block von 1977, der anlässlich einer internationalen Briefmarkenausstellung herausgegeben wurde.

Der Nennwert und der Aufschlag im Block wurden durch schwarze Streifen für den Portoversand auf dem schwarzen Druck ungültig gemacht. Die Briefmarke im Block ist nicht perforiert.
1978 wurde ebenfalls ein Schwarzdruck herausgegeben, bei dem der Wert der Briefmarken durchgestrichen war, diesmal jedoch mit einem sehr hellgrünen Hintergrund. Auch unsere südlichen Nachbarn kennen das Phänomen des Schwarzdrucks, und zwar in unterschiedlicher Form. Genau wie in der DDR wurde er als schwarze Briefmarke auf einem kleinen Papierbogen reproduziert. Einige Beispiele stammen aus dem Jahr 2001. Hier war der Portowert nicht durchgestrichen, sondern eine gefälschte Briefmarke in Form des Postlogos in eine Ecke des Bogens geklebt.
In drei Sprachen wird darauf hingewiesen, dass die Ausgabe von der belgischen Post stammt. Doch auch ohne Text sind die gefälschten Briefmarken erkennbar, beispielsweise auf dem schwarz bedruckten Exemplar mit dem Dinosaurierbild.

Die „Briefmarke“ zeigt lediglich das Logo der belgischen Post. Eine andere Methode zur Herstellung eines schwarzen Drucks bestand darin, ihn in den von der belgischen Post herausgegebenen Tischkalender einzufügen. Beispiel: Reproduktion der Briefmarke aus dem Jahr 1986: Jahr des Bieres.
Der schwarze Aufdruck der Briefmarke befand sich auf einem perforierten Blatt. Diese Briefmarke trug außerdem einen Poststempel mit dem Logo der belgischen Post.
Darüber, auf dem kleinen Blatt, befand sich ein erläuternder Text:
Auch andere Postverwaltungen, wie beispielsweise Österreich, haben Schwarzdrucke herausgegeben. Doch welchen Status haben diese Schwarzdrucke? Sind sie sammelwürdig und sollten sie in eine Sammlung aufgenommen werden? Und wie steht es mit den NVPH-Bauplänen? Was ist Ihre Meinung dazu?
