Sechs Jahre Verzögerung

100-Jahres-Briefmarken Belize/Britisch-Honduras Deutsche
guatemala_15_c_1940_951-150p.jpgWenn die Postverwaltung eines Landes Briefmarken bestellt, erwartet dieses Land auch, dass diese von der Druckerei schnell geliefert werden. Im Falle eines Krieges kann es jedoch zu Verzögerungen bei der Lieferung kommen. Die Druckerei Joh. Enschedé en Zonen in Haarlem druckte und druckt weiterhin Briefmarken nicht nur für die niederländische Post, sondern auch für viele Länder innerhalb und außerhalb Europas. Dies gilt auch für Guatemala, ein Land in Mittelamerika. guatemala_05_c_1939_942-200p.jpgVor dem Zweiten Weltkrieg lieferte es Joh. Enschedé Es gibt bereits Briefmarken für dieses Land. Die letzte Briefmarkenserie war verschiedenen Themen gewidmet, darunter eine Briefmarke mit dem Bild eines steinernen Maya-Kalenders (Archäologisches Museum), einer Orchidee (Lycaste skinneri var. alba), der Nationalblume, der QuetzalDas Nationaltier und eine Karte in den Nationalfarben Blau und Weiß (das heutige Belize, ehemals Britisch-Hondoras, ist noch als Teil Guatemalas sichtbar) sind ebenfalls auf den Briefmarken abgebildet. Der Firmenname Joh. Enschedé en Zonen ist ebenfalls auf den Briefmarken zu sehen. guatemala_2_c_1939_943-200p.jpg guatemala_1_c_1940_949-200p.jpg guatemala_3_c_1939_944-200p.jpg guatemala_3_c_1939_945-200p.jpg Die Herausgabe einer dreiteiligen Briefmarkenserie zum 100-jährigen Jubiläum der Briefmarken war für Anfang 1940 geplant. Die Serie wurde von Joh. Enschedé & Zonen in 1-Centavo-Stückelungen gedruckt und zeigte ein Bild der monumentalen Statue des UPU (Weltpostverband) in Bern und zwei 5-Cent-Luftpostmarken mit einem Bild von Sir Rowland Hill und eine 15-Cent-Münze mit dem Globus, über dem ein Quetzal fliegt. guatemala_1_c_1940_949-200p.jpg guatemala_5_c_1940_950-200p.jpg guatemala_5_c_1939_946-200p.jpg Aufgrund des deutschen Einmarsches im Mai 1940 konnte die Briefmarkenserie jedoch nicht mehr im selben Jahr ausgeliefert werden. Nach dem Krieg wurde der Druck schließlich doch noch nach Guatemala geschickt, und die Briefmarken waren ab dem 5. August 1946 erhältlich – sechs Jahre nach ihrem Druck. Wir sind also nicht die Einzigen, die sparsam sind …
Gastbeitrag