Winterhilfe in den Niederlanden während der Kriegsjahre

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Sammler von Briefmarkenabdrücken stoßen gelegentlich auf Poststücke, die einen direkten Bezug zur Ausgabe von Briefmarken aufweisen. Dies trifft auch auf den Abdruck einer Briefmarkenfahne einer Stempelmaschine zu, die sich in der Postausgangsabteilung des Amsterdamer Hauptbahnhofs befand. Das Kleeblatt auf dem Briefumschlag der Briefmarke war auch auf den beiden später, am 6. März 1944, herausgegebenen Briefmarken zur Winterhilfe zu sehen. Während des Krieges verliefen Straßensammlungen weitgehend erfolglos, Lotterien hingegen erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Stiftung Winterhilfe Niederlande (WHN) wurde am 22. Oktober 1940 nach deutschem Vorbild gegründet. Sie war eine Initiative von Reichskommissar Seyss-Inquart. Die WHN sollte „bedürftigen niederländischen Bürgern ohne Ansehen der Person Hilfe und Unterstützung“ leisten. Die Unterstützung bestand aus Gutscheinen und Sachspenden wie Kleidung, Lebensmitteln, Schuhen, Brennstoff und Ähnlichem. Carl Piek, Generalsekretär des Niederländischen Roten Kreuzes, wurde Direktor der WHN. Alle niederländischen Bürgermeister wurden zu lokalen Direktoren ernannt, und jede Provinz hatte ein eigenes Büro. Auch die größeren Städte verfügten über eigene Büros. Es handelte sich um eine groß angelegte Organisation. Die Haupteinnahmequellen der WHN-Stiftung stammten aus Spendenaktionen und Lotterien, aber auch aus Pflichtbeiträgen wie 5 % des Firmengewinns und 1 % des Lohns der Angestellten. Die Spendenaktionen waren unbeliebt und wurden in vielen Städten und Dörfern boykottiert. Doch die Spielsucht siegte oft über die Prinzipien, und so wurden viele Lose wegen der damals hohen Geldpreise gekauft. Im Kalenderjahr 1942/43 wurden zehn Millionen Lose zum Preis von 50 Cent pro Stück verkauft. Zur Werbung für die Lotterien wurden Plakate und Fahnen mit Stempelaufdruck gedruckt. Die 1944 herausgegebene Briefmarkenserie wurde vom Niederländischen Volksdienst (NVD) gefördert, der 1941 gegründet wurde und unter anderem als Dachorganisation für das WHN diente. Der Katalog gibt lediglich an, dass es sich um Briefmarken mit symbolischen Darstellungen und Familienmotiven handelt. Doch es gibt noch mehr zu sagen. Die 1-Cent- und 3-Cent-Briefmarke zeigt ein Kind, das vor einem Haus das Logo der Winterhilfe, ein Kleeblatt, hält. In die Hausfassade ist die Lebensrune eingearbeitet. Dieses Symbol findet sich auch im Logo des Nationalen Verteidigungsministeriums (NVD). Die 7½ + 7½ Cent-Briefmarke zeigt ein Kind als Glücksbringer mit einer Weizengarbe, die symbolisch für „das Brot“ steht. Dass die WHF-Stiftung vollständig auf derselben deutschen Institution basierte, zeigt sich daran, dass Statuten, Richtlinien und Anweisungen wortgetreu aus den entsprechenden Dokumenten der Winterhilfe übersetzt wurden. Auch die gesamte Verwaltung, Organisation und sogar die Propagandamethoden wurden eins zu eins von der deutschen Institution übernommen. Die damalige niederländische Post gab nur eine Briefmarkenserie für den Volksdienst und die Winterhilfe heraus. In Belgien hingegen erschienen jährlich Serien und Briefmarkenblöcke für die Winterhilfe. Mehr dazu beim nächsten Mal.

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