Wer wird gewonnen haben?
Das Sammeln einzelner Briefmarken macht Spaß, aber das Sammeln von Postwertzeichen ist noch viel spannender. Besonders, wenn diese Gegenstände eine ganze Geschichte erzählen. So stieß ich beispielsweise auf eine Postkarte (oder ist es doch ein Druckgegenstand?), die am 5. August 1924 von Hellevoetsluis nach Amsterdam geschickt wurde. Ein paar Dinge fielen mir sofort ins Auge. Zum Beispiel der Poststempel auf der 2-Cent-Briefmarke (für das Inlandsporto für Drucksachen vom 1. März 1921 bis zum 1. Juli 1927). Und eine Briefmarke, die der Schaffner der Dampfstraßenbahn („Moordenaartje“) von Hellevoetsluis nach Rotterdam benutzte. Diese Briefmarke war von 1913 bis August 1961 im Umlauf!
Aber es gibt noch mehr zu entdecken. Ein kleiner Stempel mit dem Buchstaben G und der Nummer 630. Wozu diente der? Damals hatte jeder Briefträger seine eigene Nummer, und bevor er auf die Straße ging, um die Post auszuliefern, musste jede Sendung seinen Stempel tragen. So konnte man später immer überprüfen, welcher Briefträger welche Sendung zugestellt hatte und in welcher Reihenfolge. Die größten Postämter hatten damals bis zu acht Zustellungen am Tag. Der Buchstabe G wurde also für die vorletzte Zustellung verwendet.
Aber wozu diente diese Karte? Das sehen wir auf der Rückseite. Offenbar wurde sie vom Niederländischen Schachverband gedruckt, damit Schachbegeisterte auf einfache Weise „auf Distanz“ miteinander Schach spielen konnten. Ein Schachbrett war ebenfalls vorgedruckt. Die Figuren mussten mit kleinen Stempelabdrücken markiert werden (schwarz für Schwarz, rot für Weiß). Ein Turm wurde offenbar von Weiß geschlagen! Der weiße König ist mit einem Bleistiftstrich unterstrichen. Was wird Schwarz nun tun? War das gedrucktes Material oder eine Postkarte? Hatte der Schachverband das Recht, „PRIEFKAART“ für 7 Cent darauf zu drucken? Oder hatte der Schachspieler Recht? Wer ist am Zug?
