Wie was professor Richard Sarrinsch?

Finnland Lettland Russland
Der Name dieses Professors ist mir seit meiner Kindheit in Erinnerung geblieben. Der Grund? Er war der Gestalter einer der schönsten Briefmarkenserien, die ich als Zwölfjähriger in den Aktienbüchern meines Vaters entdeckte. Die Briefmarken von LettlandDas war eines der Sammelgebiete meines Vaters und hat mich immer fasziniert, denn viele der Briefmarken waren auf der Rückseite deutscher Militärkarten aus dem Ersten Weltkrieg, auf Schreibpapier mit blauen Linien, auf hauchdünnem Zigarettenpapier und auf unfertigen Banknoten gedruckt. Es war eine ziemliche Herausforderung, eine solche Militärkarte oder Banknote anhand einer Vielzahl von Briefmarken zu rekonstruieren. Wie dieses Beispiel einer 10-Rubel-Banknote, die von der militärischen Führung der westrussischen Freiwilligenarmee unter dem Kommando von Oberst ... hergestellt wurde. Prinz Pavel Bermondt-Avalov. Aber auch die Briefmarken sprachen mich an. Besonders die 10-Kapeken-Marke, die am 18. November 1919 anlässlich des ersten Jahrestages der unabhängigen Republik Lettland herausgegeben wurde, zeigte das Bild einer jungen Frau mit einem Schwert in der Hand und einem Kopfschmuck mit drei Sternen. In einem alten Katalog fand ich den Namen des Designers und suchte in der Bibliothek nach weiteren Informationen. Dort fand ich jedoch nichts über Prof. Richard Sarrinsch. Also suchten sie in anderen Bibliotheken nach Büchern über ihn. Schließlich konnte ich drei Bücher ausleihen, in denen über diesen Professor geschrieben wurde. Kopien anzufertigen war damals allerdings nicht möglich, und meine damaligen Notizen sind verloren gegangen. Das Internet bietet nun eine Lösung. Ziemlich schnell hatte ich ein Porträt des Professors und auch seine Lebensgeschichte. Er wurde am 27. Juni 1869 in der kleinen Stadt geboren. Vidzeme und studierte in Sankt Petersburg wo er sein Diplom erwarb Stieglitz Zentrale Kunstschule für Technisches ZeichnenEr studierte Lithografie in Berlin, München und Wien. In Paris befasste er sich zudem mit Malerei. Zurück in Russland, wurde er ab 1905 technischer Direktor der Kaiserlichen Druckerei. Sein erstes Exlibris entwarf er 1905; es zeigte eine junge Frau mit einem dreisternigen Kopfschmuck. 1919 kehrte er in seine Heimat Lettland zurück. Dort wurde er Direktor der Staatlichen Druckerei. In dieser Funktion entwarf er verschiedene Briefmarkenserien sowie Münzen und Banknoten. Die 5-Lat-Münze zeigt den Kopf einer jungen Frau mit einem dreisternigen Kopfschmuck. Die 10-Kapeken-Briefmarke wurde am 18. November 1919 auch in einem kleineren Format zusammen mit einer 35-Kapeken-Briefmarke und einer 1-Rubel-Briefmarke herausgegeben. Das Bild zeigt das Freie Lettland mit der Jahreszahl 1918 und 18. November 1919 innerhalb eines Eichenkranzes. Am 16. Dezember 1919 erschien eine neue Briefmarkenserie, entworfen von Sarrinsch, die nun das Bild des Drachentöters zeigte. Symbolisch sollte damit die Befreiung Kurlands von der Besatzungsmacht, der Armee Bermondt-Awalows, gefeiert werden. Zwischen November 1920 und Februar 1921 wurden vier der zuvor herausgegebenen Briefmarken mit einem neuen Wertangabe überdruckt. Sarrinsch entwarf noch weitere Briefmarken, darunter solche für Finnland und Russland. Sein wohl bekanntester Entwurf ist die russische Briefmarke mit dem Kettenbrecher, einem Schwert, das eine Kette durchtrennt. Professor Sarrinsch ging Anfang 1934 in den Ruhestand und starb am 21. April 1939.

7 Kommentare

  1. Und wieder die kleinen Bastelarbeiten in der oberen rechten Ecke. Ebenso die schönen quadratischen Rahmen und die Verwendung mehrerer Farben.

    Mein Wissen reicht (noch) nicht aus, um viel mehr darüber zu sagen, aber es sind interessante Briefmarken.

    Das Thema des Drachentöters ist wieder einmal aktuell.

    Das ist schön.

  2. Und natürlich kleine Schmuckstücke in der oberen linken Ecke. Mit einem runden Rahmen, in dem das Bild platziert ist.

  3. Die quadratischen Rahmen scheinen hier im Jahr 1905 entstanden zu sein, auf die später Stickereien aufgebracht wurden, sodass sie auch in den folgenden Jahren weiterverwendet werden konnten. Später findet man dann auch den typischen Jugendstil, wenn ich ihn so nennen darf, mit dem runden Rahmen innerhalb des Quadrats, ähnlich wie bei einem Medaillon, und den Verzierungen in den oberen Ecken.

    Amen

  4. Meine Lettland-Sammlung umfasst auch einige lose Briefmarken, die auf unfertigen Banknoten gedruckt wurden. Leider konnte ich bisher noch kein vollständiges Set zusammenstellen.

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