Wer war der Sammler?
Am 1. August 1936 erschien eine wunderschöne Briefmarkenserie mit dem Bildnis von Königin Wilhelmina. Sie trug einen Schleier. Hoffotograf Franz Ziegler hatte diese Fotografie der trauernden Wilhelmina nach dem Tod von Prinz Hendrik im Herbst 1934 im Schloss Het Loo aufgenommen. Er schuf eine ganze Fotoserie, in der Wilhelmina auf der Treppe im Vestibül zu sehen ist.
Der in Batavia geborene Grafiker und Zeichner Fokko Mees nutzte die Fotografien als Vorlage für einen Briefmarkenentwurf. Die Briefmarkenserie, hergestellt im Plattendruckverfahren von Joh. Enschedé & Zonen in Haarlem, wurde in Curaçao und Suriname herausgegeben.

Die Briefmarken wurden in zwei Größen hergestellt, wobei für die sogenannten höheren Werte ein etwas größeres Format verwendet wurde.



Zwischen 1940 und 1951 waren Militärpolizeitruppen auf Curaçao stationiert. Deren Anwesenheit war vor allem der strategischen Bedeutung der Ölraffinerien auf Curaçao und Aruba geschuldet. Einer der Soldaten war der Infanterist 1. Klasse W. Kuenen. Er war 1947 in Rio Canario stationiert und schrieb regelmäßig Briefe, die per Luftpost in die Niederlande geschickt wurden. Einige Umschläge sind erhalten geblieben. Sie tragen Briefmarken der Serie „Wilhelmina mit Schleier“. Doch entsprach die verwendete Briefmarke tatsächlich dem Porto für die Luftpostsendung? Der erste Umschlag, abgeschickt am 2. April 1947, ist mit drei Briefmarken im Gesamtwert von 28 Cent frankiert. Zusätzlich wurde der Vermerk „Bitte leicht frankieren“ angebracht – eine Bitte, die nur von einem Sammler oder einem Empfänger stammen kann. Der Umschlag wurde zudem vorsichtig geöffnet. War der Adressat, Herr Kuenen aus Beverwijk, der Sammler?
Der zweite Umschlag, abgeschickt am 3. Mai 1947, trägt fünf Briefmarken im Gesamtwert von 57 Cent. Das ist also doppelt so viel wie der Wert des ersten Briefes. War dieser Brief schwerer? Das lässt sich nicht mehr feststellen. Fest steht jedoch, dass der Umschlag, nun adressiert an Frau G. Kuenen-Roelofwaard, an der Seite unsanft geöffnet war. Glücklicherweise blieben die Briefmarken unbeschädigt. War es der Sammler?
Der dritte Umschlag, bereits am 11. Dezember 1946 versandt, bietet kaum Platz für eine Adresse. Er ist mit nicht weniger als 18 Briefmarken der Serie „Inseln“ vom 1. Februar 1943 beklebt. Zwei Viererblöcke befinden sich auf der Rückseite. Der Gesamtwert der Briefmarken beträgt 45 Cent. Auch hier steht: Bitte sparsam frankieren. Der Adressat ist Herr G. Kuenen aus Beverwijk.

