Wer narrt hier wen?
Am 28. August 1979 erschienen zwei Sonderbriefmarken: eine zum 100-jährigen Jubiläum des Fußballs und eine zum 60-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in den Niederlanden. Letztere sorgte, anders als die erste, für großes Aufsehen! Was war der Grund? Es stellte sich heraus, dass die 55-Cent-Marke im 100er-Bogen einen oberen Rand hatte, auf dem teilweise das Wort „Niederlande“ und der Wert 55 Cent aufgedruckt waren.
Sofort kamen ein paar Schlaumeier auf die Idee: Super, denn laut Postgesetz muss eine Briefmarke den Landesnamen und den Wert enthalten. Also: Diese zehn Randstücke sind auch Briefmarken! Und tatsächlich wurden sie überall als Briefmarken aufgeklebt. Auch in Hank, wo dem Postamtsleiter ein Schreiben auf den Schalter gelegt wurde, in dem er aufgefordert wurde, die „Briefmarke“ ordnungsgemäß zu entwerten und den Brief abzuschicken. Das geschah am ersten Tag der Gültigkeit der „Briefmarke“, und da der Leiter keine Anweisungen hatte, kam er der Aufforderung nach. Offenbar merkte er damals nicht, dass er hinters Licht geführt wurde. Infolgedessen wurden etliche Briefe verschickt und sofort mit Porto belastet, da sie in den Augen der staatlichen Post- und Telekommunikationsgesellschaft nicht oder nur unzureichend frankiert waren. Es entstand ein heftiger Streit, der so weit ging, dass sogar ein Gerichtsurteil in der Angelegenheit erging. Der Richter entschied, dass die 10 Abdrücke eines Teils der Briefmarke am Bogenrand keine gültigen Briefmarken für den Postversand darstellten.
Die Erklärung war denkbar einfach: Die PTT hatte die Herausgabe der Briefmarken im Amtsblatt angekündigt und erklärt, es handele sich um Bögen mit 10 x 10 = 100 Marken, also nicht um Bögen mit 110 Marken. Ein Bild der kompletten Marke war ebenfalls beigefügt – nur dieses war also echt! Pech für all jene, die glaubten, die PTT mit einem Rand am Briefmarkenbogen täuschen zu können. Die Betroffenen nahmen es gelassen, und so wurde aus einer kleinen Meinungsverschiedenheit ein begehrtes Sammlerstück. Und so stand Alleta Jacobs, dank der Designerin Addy de Meester, immer wieder im Rampenlicht – auf eine Weise, die sie sich selbst nie hätte vorstellen oder für die sie nie gekämpft hätte.

@Lia
Schön, einen weiteren neuen Namen in diesem Forum zu sehen! Herzlich willkommen! Bist du jetzt ein offizieller Blogger?
Eine solche Entscheidung des Richters zu jener Zeit ist natürlich „lächerlich“. Als ob die Größe des Briefpapiers irgendetwas mit der Gültigkeit des Portos zu tun hätte.
Das Argument bezüglich des Bildes der Briefmarke im Amtsblatt ist etwas plausibler, aber das trifft schon lange nicht mehr zu….
Bei unseren Nachbarn im Osten gibt es immer noch solche Anachronismen, daher die Möglichkeit, unser geliebtes Saskia auf der Grundlage ähnlicher Scheinargumente zu verbieten.
'@ Rein
Leider kenne ich mich in der wunderbaren Welt der Briefmarken nicht besonders gut aus, veröffentliche aber hauptsächlich Artikel von verschiedenen Bloggern. Daher bin ich eng mit dem Postzegelblog verbunden. Dieser Artikel stammt von Cees Janssen, und es wäre nicht fair, ihn mir selbst zuzuschreiben.