Zensur oder keine Zensur?

Curaçao Niederlande
Briefe, die der Zensur unterlagen, haben mich schon immer interessiert. So auch der Brief, der von Willemstad auf Curaçao nach Ashington in Northumberland, Großbritannien, geschickt wurde. Adressiert war er an den Filialleiter der Lloyds Bank Ltd. in dieser Stadt, die nördlich von Newcastle upon Tyne liegt. Leider ist der Stempelabdruck auf der 60-Cent-Luftpostmarke sehr undeutlich, sodass die Jahreszahl nicht lesbar ist. Nur unter starker Vergrößerung ist die Jahreszahl 1943 erkennbar.

Das ist verständlich, da die Briefmarke am 20. Oktober 1942 herausgegeben wurde. Sie wurde nicht von Joh. Enschedé & Zonen gedruckt, da die Niederlande besetzt waren. Die Druckerei Bradbury Wilkinson and Company in New Malden, Surrey, übernahm sowohl den Entwurf als auch den Plattendruck der Briefmarke.

Nicht geöffnet

Auffällig ist der violette, dreieckige Stempelabdruck mit der Aufschrift: „Nicht von der Zensurbehörde Curaçao geöffnet“, in dessen Mitte sich das Staatswappen befindet. Ein Absender ist nicht vermerkt. Warum der Brief nicht zensiert wurde, ist mir unbekannt.

Offen

Der Brief wurde jedoch von der britischen Zensurbehörde geöffnet. Oder waren es doch Captain Mainwarings Männer? Er war doch Bankdirektor, nicht wahr? Allerdings nicht in Ashington, sondern in Walmington-on-Sea. Obwohl Ashington ja auch an der Nordseeküste liegt. Vielleicht war es also doch dort?

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