Einfach über die Briefmarken kleben.

Ich war gerade in der örtlichen Buchhandlung, die auch eine Postfiliale hat. Und dort sah ich etwas wirklich Bemerkenswertes … Ein Herr war eifrig damit beschäftigt, eine große PostNL-Briefmarke zu bearbeiten. Er stempelte mit großem Eifer. Er klebte Dutzende, vielleicht sogar Hunderte von Briefmarken auf. Noch nie zuvor habe ich so viele Briefmarken auf einem Paket gesehen.Das habe ich dem Herrn also erzählt. Und natürlich fragte ich ihn, ob ich ein Foto davon machen dürfe. Und ob ich dieses Foto auch auf dem Postzegelblog veröffentlichen dürfe. Ich erklärte ihm, dass es dort allerlei Wissenswertes über Briefmarken zu lesen gäbe und dass die Leser sich sicher über sein tolles Paket freuen würden. Der Herr machte mir Platz und sagte: „Nein, er muss nicht selbst mit aufs Foto“, und hier ist das Ergebnis.

Einfach darüberkleben…

Spezielles Postpaket

Dieses Paket war das größte von allen – ja, es gab noch weitere – und wurde nach China geschickt. Bemerkenswert, nicht wahr?

22 Kommentare

  1. Und … waren da nicht auch gefälschte Briefmarken dabei? Hat er das Porto richtig geprüft und von Gulden in Euro umgerechnet? Schön zu wissen, dass die Briefmarken noch etwas wert sind! Hoffentlich bleibt das lange so, denn das ist gut für die Philatelie. Übrigens, wenn Albert Haan seine Pakete für die polnische Jugend nach Polen schickt, bekommt er von mir einen ganzen Stapel Klebemarken, damit er das auch so machen kann! Zwei Fliegen mit einer Klappe.

  2. Na ja, und dann noch jede Menge ungültige Stempel und das Gejammer, dass man nichts verdient. Aber egal, jetzt ist alles wieder gut.

  3. Diese Versandart lohnt sich definitiv. Farbenfroh und interessant für chinesische Sammler, aber vor allem für den Geldbeutel des Absenders. Macht Sinn, wer würde das nicht tun? Ab sofort einfach *gültiges Porto* draufkleben. Ich sehe da ein paar NVPH 1101 und 1102 dabei, und die sind definitiv nicht frankiert.

  4. Eine gute Initiative. Gibt es da nicht Regeln fürs Porto? Ich verschicke regelmäßig internationale Post und würde gerne Briefmarken aus der Guldenzeit auf die Rückseite des (großen) Umschlags kleben. Laut der Post hier in der Gegend ist das aber nicht erlaubt. Wie funktioniert das genau?

  5. Dies ist nun die „Sammlung niederländischer Briefmarken, gebraucht, authentisch gebraucht“.

    Außerdem befinden sich darauf 5 Luftpostmarken (1 lfd.-) aus dem Jahr 1980. Das war ebenfalls nicht erlaubt.

  6. Wenn PostNL die Gültigkeit der Briefmarken etwas strenger handhaben und der Stornierung mehr Aufmerksamkeit schenken würde, müsste der Versandpreis nicht jedes Jahr erhöht werden.

    Das ist natürlich schön für den Absender, hat aber meiner Meinung nach nichts mit der Frankierung von Paketen zu tun. PostNL könnte das problemlos und schnell verbieten und dadurch viele Sendungen ohne Einnahmen einsparen. Erlaubt man nur die Verwendung von Paketmarken, ist dieser Unsinn erledigt.

  7. '@JS
    Handelt es sich um eine Lieferung ohne Einnahmen???
    Die Briefmarken wurden ursprünglich alle von PTT Post, heute PostNL, gekauft. Und unter Berücksichtigung von Inflation und Zinsen haben sie sogar noch mehr Gewinn erzielt, als wenn sie jetzt Paketmarken darauf kleben würden!
    Was macht man mit seinen postfrischen Doppelbriefmarken, die man einfach nicht loswerden kann?

  8. Sind alle Briefmarken ab diesem Datum (war es noch gleich?) 1977 gültig? Anders als in Deutschland, wo die Post dem Finanzministerium untersteht, handelt es sich hier um ein privates Unternehmen, das mit der Übernahme damals nicht nur alle Rechte, sondern auch alle Pflichten übernommen hat. Und das gilt bis in alle Ewigkeit. Sie können sich also nicht von den Verpflichtungen befreien, die sie beim Kauf der Briefmarken eingegangen sind; sie müssen die versprochene Leistung auf Verlangen erbringen. Diese Verpflichtung erlischt nur im Falle einer Insolvenz. Es könnte nicht mehr lange dauern, bis alle niederländischen Briefmarken wertlos sind. Bei einem Unternehmen hat man nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten; man kann zwar Geld verdienen, aber…

  9. Schade, dass es so viel davon gibt; das kann nicht gut für ein Unternehmen sein. Nächstes Jahr können wir nochmal 10 Cent GLD extra für 20 g draufschlagen.

    Ich habe gehört, dass die Firma PostNL etwas mit einem Geschäft in Mexiko zu tun haben soll, oder ist das nur ein Gerücht? Anscheinend ist man dort der Meinung, dass man damit nichts zu tun hat und dass es an der Zeit ist, diese Guldenmarken abzuschaffen.

    Aber stimmt das denn wirklich?

  10. Da müssen die Chinesen aber ganz schön tricksen, wenn sie da überhaupt einen Brief rausholen wollen; sie müssen das Ganze einrahmen.
    Aber ja, man könnte sagen, man sollte es einfach wegpacken; je weniger Minze, desto besser, richtig?
    Und tatsächlich sollte PostNL das wirklich beachten; es dürfen nur Briefmarken ab 1977 verwendet werden. Man könnte fast sagen, man sollte die Guldenmarken einfach abschaffen. Die Leute bei PostNL sehen den Unterschied zwischen Briefmarken von vor und nach 1977 nicht!

  11. @Henny: Bei PostNL achtet heutzutage niemand mehr auf irgendetwas, weil es mehr kostet, als es einbringt. Letzten Sommer habe ich zum Beispiel versehentlich einige stark unterfrankierte Postkarten von Schweden in die Niederlande geschickt (der Postangestellte hatte mir die falschen Briefmarken gegeben). Früher hätte der Empfänger dann eine Strafkarte zusammen mit der Karte erhalten, aber meine Karten wurden alle ohne Beanstandungen zugestellt (und das zum halben Preis, aber das ist eine andere Geschichte ;-)).

  12. '@Gerko,
    Wir alle wissen ja mittlerweile, was bei PostNL los ist: ein riesiges Chaos. Ob Zustellung oder Frankierung – sie wissen einfach nicht mehr, was zu tun ist.
    Man kann den Leuten, die da unten arbeiten, nicht mal die Schuld geben: Hausfrauen, Aushilfskräfte, Teilzeitkräfte, Freiberufler – alle möglichen. Früher bei der PTT gab es zwei Jahre interne Ausbildung und man musste einen Amtseid ablegen. Die wurden alle rausgeschmissen, um den Aktionären zu helfen; wer erinnert sich denn heute noch an den Postboten? Ich jedenfalls nicht. Drei Tage die Woche für ein Hungerlohn ausliefern – wer macht denn sowas? In diesen Zeiten sollte man ihnen keine Vorwürfe machen; wir sollten uns an die Regierung wenden. Und dann ist da noch Sand and Select, was für ein Chaos! Unsere Post liegt am Straßenrand; diese Woche schon wieder über 100 Sendungen. Mit den 46 Milliarden Kürzungen, die uns bevorstehen, wird sich die Lage nicht bessern. Ich traue mich gar nicht mehr, etwas zu bestellen oder zu verschicken, na ja, vielleicht Einschreiben. Traurig.

  13. Wir nehmen nur deshalb Kürzungen vor, um einen Systemwandel hin zum Neosozialliberalismus umsetzen zu können….

    Die schwächsten Schultern tragen die schwersten Lasten, und die Sammler übergeben das schwerste Paket mit den meisten Briefmarken…

  14. Das ist gängige Praxis in vielen Online-Shops; ich mache es selbst auch so und habe immer noch ein paar tausend Gulden übrig. Täglich mehrere Pakete und Briefe im Wert von 2,50 bis 3 Euro – die klebe ich einfach zu.

  15. Wunderschöne Verpackung.
    Übrigens, nach all den Jahren, in denen sie in großem Umfang verdeckt wurden, wird der Überschuss an alten Briefmarken doch irgendwann abnehmen, oder?
    Wenn die Post klug wäre, würde sie selbst alte Briefmarkenbestände zum halben Nennwert aufkaufen. Dann könnte sie die Verbindlichkeit vollständig abschreiben und so einen Gewinn erzielen.

  16. Der Überschuss ist enorm, Ed. Natürlich musste die Firma nicht den Nennwert zahlen, sondern nur die Druckkosten, also haben sie ihn einfach drucken lassen. Ich denke, sie hätten es vorgezogen, den Überschuss gleich drucken zu lassen, anstatt ihn später anzupassen, denn das wäre am Ende viel teurer geworden.

    Die Leute würden die Briefmarken für 50 % abgeben; viele bekommen von den Händlern schon weniger, und das ist nicht verwunderlich, denn was soll ein Händler damit anfangen, außer sie wegzustecken oder mit einem Gewinn von 10 bis 20 % weiterzuverkaufen, nur damit sie am Ende doch vom Käufer weggesteckt werden?

  17. Kürzlich hatten wir einen Herrn im Laden, der auf diesem Weg nach Australien ausgewandert ist.
    Die Hälfte seines Hab und Guts wurde so verschickt 😉
    Verrückter kann es nicht mehr werden.

  18. Seltsamerweise erhielt ich heute eine E-Mail-Benachrichtigung, dass es um einen neuen Artikel geht; schön, das wiederzusehen/zu lesen... es gibt keine Guldenstempel mehr, und sie einfach wegzukleben ist keine Option mehr.

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