Verlorene Ortsnamen: Koegras

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Unsere Geschichte reicht über 100 Jahre zurück. In einem Gebiet zwischen Den Helder und Callantsoog entstand ab 1610 durch den Bau eines Deichs ein Polder. Dieser Deich diente als Küstenschutz zwischen der Nordsee und der Spitze Nordhollands. Der Polder bildete sich durch die Verlandung von Salzwiesenboden und die Ablagerung von Sand, der beim Bau des Nordhollandkanals anfiel. Er erhielt den Namen „Het Koegras“ (Kögras).Der Polder wurde 1849 von den Staatsgütern zum Verkauf angeboten. Für eine Summe von knapp 900.000 Gulden erwarb Jonkheer Cornelis van Foreest den Polder für seinen Schwiegervater Pieter Loopuyt, einen Kaufmann in Schiedam und Gründer des Bankhauses P. Loopuyt & Co. Viele Sammler alter Briefe besitzen Umschläge mit diesem Namen, die aus dem umfangreichen Archiv stammen. Im Polder entstand ein kleiner Weiler, der den Namen des Polders erhielt: Kögras. Am 1. Januar 1853 wurde hier eine Hilfspoststelle eingerichtet. Der Postmeister erhielt einen Namensstempel. Dieser wurde im September 1875 durch einen neuen ersetzt. Im Stempelbuch von De Munt befindet sich ein Abdruck mit dem Datum 6. Juli 1879. Der Stempel soll am 23. Dezember 79 ausgegeben worden sein. Es ist jedoch kein Abdruck des kleinen runden Stempels „Kögras“ auf einem Poststück bekannt. Lediglich Abdrücke des Namensstempels (in Gebrauch ab dem 27. September 1875) wurden gefunden! Laut dem Jahresbericht der PTT wurde die Hilfspoststelle 1880 geschlossen. Dies ist auch in Liste 3 von 1880 vermerkt. Für Postangelegenheiten waren die Menschen fortan auf Alkmaar angewiesen. Am 1. Juli 1908 wurde die Hilfspoststelle wiedereröffnet und eine neue Briefmarke mit langem Balken sowie eine neue Namensmarke herausgegeben. Diese Marken wurden jedoch bereits nach fünf Jahren wieder eingezogen. 1909 beantragte Pieter Loopuyts Enkel beim Königlichen Hof die Umbenennung des Weilers in Julianadorp. Königin Wilhelmina gab diesem Antrag statt. Erst am 1. Dezember 1913 wurde die Hilfspoststelle Koegras offiziell in Julianadorp umbenannt. Dies erforderte die Herausgabe neuer Briefmarken.

Die beiden neuen Briefmarken wurden am 25. November 1913 herausgegeben und am 1. Dezember 1913 in Gebrauch genommen. Die Langbalkenmarke blieb lange Zeit in Gebrauch. Im September 1939 wurde sie überarbeitet; dabei wurden die Stundenzeichen mit V (Morgen) und N (Nachmittag) durch 24-Stunden-Zeichen ersetzt. Auch diese Marke wurde im Juni 1970 außer Gebrauch genommen und durch zwei Zylinderbalkenmarken des deutschen Typs Braungardt ersetzt. Die Marke mit der Nummer 1 war ein Handstempel, der am Schalter verwendet wurde. Die Marke mit der Nummer 2 war ein Hammerstempel zum Abstempeln von Briefkästen. Abdrücke all dieser Marken sind auf Poststücken bekannt. Allerdings nicht von der kleinen runden Marke. Oder besitzen Sie vielleicht eine Marke oder ein Poststück mit einem solchen Abdruck? Wenn ja, handelt es sich um ein besonders seltenes und daher wertvolles Exemplar! Könnten Sie bitte in Ihrem Album nachsehen?
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