Verlorene Ortsnamen: Kapelle im Sand

Niederlande Beitrag
Wer heute nach Kapel in 't Zand sucht, kommt kaum weiter als bis Roermond. Dort erblickt man eine wunderschöne Kirche an der Kapellerlaan, neben einem der ältesten Friedhöfe der Niederlande. Er wurde 1785 angelegt und beherbergt 47 Grabkammern sowie eine einzigartige Flora. Doch 1919 war Kapel in 't Zand noch ein eigenständiges Dorf. Am 1. Januar 1920 wurde hier eine Postfiliale eingerichtet, und der Postmeister erhielt einen Datumsstempel. Bereits am 30. November 1923 wurde diese Hilfspoststelle geschlossen und durch eine Poststation ersetzt. Der Stationsleiter durfte zwar Post annehmen, aber keine Briefmarken mehr anbringen. Dies geschah in der Hauptpoststelle in Roermond. Nachdem die Poststation jedoch einige Jahre ohne Datumsstempel betrieben worden war, wurde dieser wieder eingeführt.

 

Das Dorf Kapel in 't Zand war inzwischen im Zuge der Stadterweiterung von Roermond eingemeindet worden, und die Poststelle wurde geschlossen. Das war am 1. April 1960. Der Postdienst wurde von einer städtischen Postagentur namens Roermond-Kapel in 't Zand übernommen.

Doch auch dieser Name verschwand, als die Post am 1. Mai 1973 in die Heinsbergerweg, die Verlängerung der Kapellerlaan, umzog. So verschwand der Ortsname Kapel in 't Zand; nur die Kapelle selbst erinnert noch an die alten Zeiten. Und die Post? Heute befindet sich in der Kapellerlaan das Café De Post. Hier kann man (bei schönem Wetter) auf der Terrasse über verschwundene Ortsnamen sinnieren. So sind etliche Dorfzentren verschwunden und in die Stadterweiterungen eingegliedert worden. Passiert das auch in Ihrer Gegend?

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