Verlorene Ortsnamen: Engelen

Engel Beitrag
In einem Gedichtalbum fand ich einmal einen kleinen Reim: Im Himmel gibt es Engel, auf Erden keine, aber gäbe es welche auf Erden, wärst du gewiss einer… Wenn ich den Stempelabdruck von Angels sehe, muss ich wieder an diesen Reim denken. Aber Angels existiert tatsächlich auf Erden. Es war ein Dorf in der Nähe von ’s-Hertogenbosch. 1821 gehörte das Dorf Engelen zur Gemeinde Vlijmen und Engelen. Später wurde Engelen jedoch eine eigenständige Gemeinde. Am 1. November 1871 erhielt Engelen eine Zweigstelle der Post, die dem Postamt ’s-Hertogenbosch unterstand. Der Postmeister erhielt lediglich einen Dienstpoststempel, der am Vortag der Eröffnung ausgegeben worden war. Am 19. März 1886, 15 Jahre nach der Eröffnung, wurde jedoch auch ein Datumsstempel herausgegeben. Es handelte sich dabei um einen sogenannten kleinen runden Stempel. Im April 1897 folgte dann ein neuer Namensstempel.

Im Jahr 1902 wurde festgestellt, dass die kleine runde Briefmarke abgenutzt war und durch eine große runde Briefmarke ersetzt wurde. Diese Briefmarke hatte nur zehn Jahre Bestand, denn am 11. Dezember 1912 wurde eine völlig neue Datumsmarke, die lange Balkenmarke, herausgegeben. Im Briefmarkenheft von De Munt wurde diese Marke mit dem fiktiven Datum 37. Juni 1937 gedruckt! Solche Abdrücke waren in diesem Heft durchaus üblich. Es handelte sich lediglich um den Eintrag, nicht um das Ausgabedatum. Ein Abdruck dieses Datums wurde im Briefmarkenheft der Staatlichen Post- und Fernmeldegesellschaft verwendet. Aufgrund von Budgetkürzungen wurde die Hilfspoststelle geschlossen: Bekanntmachung Nr. 4746S vom 30. April 1924: Die Hilfspost-, Telegrafen- und Telefonstelle in Engelen wird mit Wirkung vom 1. Mai 1924 durch eine Post-, Telegrafen- und Telefonstation mit Telegrammzustellung ersetzt. Die Postzustellung erfolgt von ’s-Hertogenbosch aus. Der Amtsinhaber musste seinen Datumsstempel abgeben. Dieser war am 1. Juli 1924 eingetragen worden. Der Stempel wurde am 4. März 1925 vernichtet. Am 28. April 1928 erhielt der Bahnhofsvorsteher einen neuen Datumsstempel, den er ab dem 1. Mai 1928 verwenden durfte. Es handelte sich um einen kurzen Balkenstempel mit der Seriennummer 1. Am 1. Oktober 1941 wurde ein neuer Namensstempel mit dem Zusatz (NB) ausgegeben. In der Zwischenzeit war die Poststelle wieder zu einer Hilfspoststelle herabgestuft worden und unterstand weiterhin dem Postamt ’s-Hertogenbosch.

 

Im Zuge der Umstellung aller Kurzbalkenmarken auf Marken mit separaten Jahreszahlen wurde eine neue Briefmarke vom Typ Zylinderbalken herausgegeben, die von der Firma Braungardt in Deutschland hergestellt wurde. 1971 wurde Engelen jedoch von der Stadt ’s-Hertogenbosch eingemeindet und somit zu einem eigenen Ortsteil.

Der Name Engelen musste von der Briefmarke verschwinden. Das geschah 1973, als die Poststelle geschlossen und durch eine städtische Postagentur ersetzt wurde: Bekanntmachungen Nr. 3 vom 23. Januar 1973: Ämter, Gründungen usw. Am 1. Januar 1973 wurde die Poststelle ohne Zustellgebiet in Engelen durch eine städtische Postagentur mit dem Namen 's-Hertogenbosch-St. Lambertusstraat ersetzt. Postdienstleistungen fallen unter die Zuständigkeit der Postagentur 's-Hertogenbosch. Die St. Lambertusstraat ist eine sehr ruhige Straße mit recht modernen Häusern. Kein einziges Geschäft weit und breit. Wo genau diese Postagentur untergebracht war? Ich weiß es nicht! Wissen Sie es?
Gastbeitrag