Ortsnamen aufgrund von Grenzkorrekturen verloren gegangen

Churchill Natur Niederlande
Im Zweiten Weltkrieg wurden in den Niederlanden zahlreiche Gebäude zerstört und die Infrastruktur beschädigt oder unbrauchbar gemacht. Nach dem Krieg wurde daher versucht, die Schäden durch Reparationszahlungen in Höhe von 25 Milliarden Gulden von Deutschland zu beheben. Internationale Abkommen (die Konferenz von Jalta) untersagten dies jedoch. Lediglich eine Entschädigung in Form von Sachleistungen war möglich.

 

Konferenz von Jalta mit Churchill, Roosevelt und Stalin, unter anderem Anschließend wurde ein Vorschlag zur Annexion von Teilen des Grenzgebiets an Deutschland als Entschädigung für Kriegsschäden eingereicht. Es ging um ein großes Gebiet mit bekannten Städten wie Köln, Aachen, Mönchengladbach, Krefeld, Kleve, Osnabrück und Oldenburg. Dieser Plan wurde jedoch nicht umgesetzt. Nach langen Verhandlungen einigte man sich schließlich auf ein Gebiet von 1.840 km². Ursprünglich waren über 10.000 km² gefordert worden. Doch auch diese Forderung wurde als unzulässig zurückgewiesen. Am 23. April 1949 wurde auf der Londoner-Deutschland-Konferenz beschlossen, dass nur geringfügige Grenzänderungen zulässig sein würden. Das Gesamtgebiet umfasste 69 km². Darunter befanden sich mehrere völlig unbewohnte Gebiete. Es gab aber auch bewohnte Gebiete mit Dörfern wie Elten mit 3.235 Einwohnern und Tuddern mit 5.665 Einwohnern. In diesen Dörfern befanden sich Posteinrichtungen, die von der niederländischen Post (PTT) als Hilfspostämter, Poststationen und Telegrafenstationen übernommen wurden. Ab dem 1. Mai 1949 waren vier Hilfspostämter, zwei Landpoststationen und zwei Telegrafenstationen in Betrieb. Diese Einrichtungen erhielten neue niederländische Briefmarken. Zunächst Notmarken, bald darauf die Dauermarken. Elten dient als Beispiel. Anfangs wurde ein Gummistempel mit der Bezeichnung ELTEN verwendet. Dieser Stempel diente einige Tage lang zum Entwerten von Briefmarken mit schwarzer oder violetter Tinte.

Ab dem 4. Mai 1949 wurden Datumsstempel eingeführt. Stempel Nummer 1 war ein Handstempel zur Verwendung am Schalter, Stempel Nummer 2 war ein Hammerstempel zum Abstempeln der Post aus den Briefkästen.

Und Namensstempel für die Büros. Datumsstempel der anderen Hilfspostämter:

Und die Poststationen: Die Bundesrepublik Deutschland führte langwierige Verhandlungen mit dem niederländischen Staat, die am 8. April 1960 mit einer Vereinbarung abgeschlossen wurden. Darin erklärte sich die Bundesrepublik bereit, 280 Millionen DM für die Rückgabe der Vogteien Elten und Tudderen sowie mehrerer kleinerer Gebiete zu zahlen. Gemäß dem geschlossenen Grenzvertrag wurden die Gebiete am 1. August 1963 an die deutschen Behörden zurückgegeben. Darüber hinaus fanden verschiedene Grenzkorrekturen statt, und es wurde eine Entschädigung in Höhe von 280 Millionen DM vereinbart. Auch für die PTT bedeutete dies eine Änderung. Diese wurde in einem Diensterlass bekannt gegeben: Diensterlass Nr. H.330 vom 27. Juni 1963: Grenzkorrekturen (gültig ab 1. August 1963).
  1. Am kommenden 1. August treten die Grenzkorrekturen in Kraft, die zwischen dem Königreich der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland in den entsprechenden Verträgen usw. vereinbart wurden.
  2. In diesem Zusammenhang wird mit Wirkung zum genannten Datum die Erbringung von Dienstleistungen in den folgenden PTT-Einrichtungen von der niederländischen PTT eingestellt und von der Deutschen Bundespost übernommen: a. die Hilfspostämter Elten, Havert, Höngen und Wehr; b. die Landpostämter Süsterseel und Tudderen (Tüddern); c. die Telegrafenstationen Millen und Wehrhagen.
 

Nur wenige kleine Gebiete, wie der Duivelsberg bei Nijmegen an der Straße nach Kleve, blieben niederländisches Territorium. Wunderschöne Natur, idyllische Wanderwege und unerwartete Ausblicke erwarten die Besucher. Ein altes Bauernhaus, das früher als Gasthaus diente, beherbergt heute ein Pfannkuchenrestaurant. Und die Poststempel? Sie wurden in das damalige Niederländische Postmuseum überführt.

Die wieder deutsch gewordenen Ämter erhielten umgehend neue Stempel. Ortsnamen, die aufgrund einer Grenzkorrektur infolge des Krieges verloren gegangen waren, wurden ebenfalls gestempelt.
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