Geburtstagskarte

Niederlande
TasseDie ersten Postkarten mit aufgedrucktem Wert wurden am 1. Januar 1871 in den Niederlanden herausgegeben und verkauft. Mit diesen Postkarten konnte man günstiger als mit Briefen korrespondieren. Da die Fläche einer Postkarte naturgemäß viel kleiner war als die eines Briefbogens, wurden sie häufig für kurze Nachrichten oder Warenbestellungen verwendet.Die am 26. Juli 1883 aus Warnsveld versandte Postkarte war ab November 1877 erhältlich. Die Karte wurde am 25. Juli 1883 geschrieben (damals wurde der Monat noch als Julij geschrieben) und in den Briefkasten des Hilfspostamts von Warnsveld eingeworfen. 1 Der Postbeamte stempelte die Karte zwischen 16 und 20 Uhr mit der sogenannten kleinen runden Briefmarke vom 26. Juli 1983 ab. Es muss vor 18 Uhr gewesen sein, denn die Karte wurde am Nachmittag an das Postamt Zutphen (dem die Zweigstelle unterstand) weitergeleitet, wo sie zwischen 18 und 19 Uhr mit einem Stempelabdruck auf der Briefmarke vom 26. Juli 1983 entwertet wurde. Am Abend wurde die Karte mit dem Zug nach Breda transportiert, wo der Empfänger wohnte. Die Ankunftszeit der Postkarte war am folgenden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr. Die Karte wurde auch am selben Morgen zugestellt, wie der Buchstabe A auf dem Zustellstempel mit der Nummer 4 zeigt. A war die erste Postzustellung des Tages. Auffällig ist, dass Straßenname und Hausnummer fehlen. Offenbar genügte der Name allein. Caroline Badon Ghijben war die Tochter von Jacob Badon Ghijben (geb. 1798, gest. 31. Januar 1870 in Breda) und Jacqueline Jeanne van Hamel (geb. 1804 in Zutphen, gest. 14. Juni 1896 in Breda). Sie wurde am 26. Juli 1847 in Breda geboren. Ihr Vater war Mathematikprofessor und an der Königlichen Militärakademie in Breda tätig. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch im Finanzamt seines Vaters in Zutphen. Als Offizier bekleidete er den Rang eines Hauptmanns der Artillerie und wurde zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen ernannt. Er war somit eine bekannte Persönlichkeit in Breda. 2 Doch nun zur Rückseite der Postkarte. Sie ist komplett vollgeschrieben, erst normal und dann sogar durchgestrichen! Es war damals üblich, Postkarten so zu füllen. Diese Karte schickte eine Tante aus Warnsveld ihrer Nichte anlässlich ihres Geburtstags! Es ist wirklich schön, solche Geschichten anhand über 100 Jahre alter Postkarten nachvollziehen zu können. Ich weiß nicht, was danach mit Caroline geschah oder was aus ihr wurde. Nicht einmal ihr Todesdatum ist bekannt. Dennoch hat diese Karte für mich eine besondere Bedeutung bekommen. Sie ist wunderschön als frühe Geburtstagskarte aufzubewahren.

4 Kommentare

  1. Wenn ich mich nicht irre, ist es an http://www.myheritage.nl Sogar ein Foto von Caroline Badon Ghijben sowie von ihren beiden Eltern ist zu finden.

    Eine schöne Postkarte! Ich persönlich suche ständig nach frühen Postkarten mit Briefmarken der dritten Ausgabe. Aber auch dann recherchiere ich den Hintergrund der Adressaten (und des Absenders, falls bekannt) so gründlich wie möglich. Das macht Postsendungen (und Briefpapier) zu einem ganz besonderen Vergnügen.

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