Verhinderung der Verheimlichung von Briefmarken
Es kann vorkommen, dass Briefmarken auf den Markt gebracht werden, ohne dass die betreffende Post daraus Einnahmen erzielt. Im Jahr 1882 war dies möglich. Britisch-Guyana Es handelt sich um eine britische Kolonie an der Nordküste Südamerikas. Seit 1966 ist sie eine unabhängige Republik mit dem Namen Guyana gelegenen Tussen Surinam en VenezuelaZwei Briefmarken wurden von Baldwin & Co., einer Druckerei in Georgetown, der Hauptstadt Britisch-Guayanas, gedruckt. Normalerweise wurden Briefmarken von Briefmarkendruckereien in England hergestellt, aber aufgrund eines plötzlichen Mangels an Briefmarken im Wert von 1 Cent und 2 Cent mussten die Marken vor Ort gedruckt werden.
Dies war bereits 1856 geschehen, als ein Mangel an 1-Cent- und 4-Cent-Briefmarken entstand. Die Zeitungsdruckerei J. Baum & W. Dalles, ebenfalls in Georgetown Er erhielt den Auftrag. Die Briefmarken zeigten ein Segelschiff. Erst 1873 wurde die 1-Cent-Marke (Inlandsporto!) zufällig von einem jungen Sammler entdeckt und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer großen Rarität! Bereits 1878 erzielte die Marke 120 Pfund, eine beträchtliche Summe zu jener Zeit.
So bot sich wenige Jahre nach der seltensten Briefmarke der Philatelie (es ist nur ein einziges Exemplar der 1-Cent-Marke bekannt) erneut eine ähnliche Gelegenheit. Um zu verhindern, dass Mitarbeiter von Druckereien und Postämtern in Versuchung gerieten, die Briefmarken zu verstecken, wurden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.
Ein Beamter perforierte jede Briefmarke auf jedem vom Drucker gelieferten Bogen; diese Perforation durfte nur von ihm durchgeführt werden. Dieser Beamte war auch für den Versand neuer Briefmarken an den Weltpostverein zuständig. Ihm stand ein Perforiergerät zur Verfügung, mit dem er das Wort „SPECIMEN“ in die Briefmarken perforieren konnte. Das Wort „SPECIMEN“ kennzeichnet die Briefmarke als nicht frankierbar, sondern unter anderem für den Weltpostverein, die Presse usw. bestimmt. In diesem Fall handelte es sich jedoch um die offizielle Ausgabe mit der Perforation „SPECIMEN“, die tatsächlich frankierbar war!
Da die Perforation von Hand erfolgte, entstanden zahlreiche Varianten, beispielsweise von unten links nach oben rechts, von unten rechts nach oben links oder doppelt perforiert. Insgesamt lassen sich 24 verschiedene Varianten der 1-Cent-Marke und 36 verschiedene Varianten der 2-Cent-Marke sammeln. Dass die Maßnahme nicht gänzlich Abhilfe schaffte, zeigt sich daran, dass weiterhin Marken ohne die SPECIMEN-Perforation im Umlauf waren. Diese Marken erreichten jedoch nie einen besonders hohen Sammlerwert. Die 1-Cent-Marke von 1856 bleibt somit die seltenste Briefmarke der Welt.

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