Zugverspätung?

Philatelie Beitrag
1Es passiert fast täglich und ärgert Reisende oft: Der Zug nach … hat … Minuten Verspätung. Ist das ein Phänomen der letzten Jahre? Die beigefügte Karte von 1899 zeigt ebenfalls eine Verspätung, oder ist das Zufall? Die Postkarte mit dem Wolterbergje in Apeldoorn wurde am 9. Juni 1899 aufgegeben, wie das Datum auf der Briefmarke der Strecke Dieren–Zwolle belegt. Die Karte wurde nicht in einem Postamt oder einer Postfiliale abgestempelt, sondern im Zug von Dieren nach Zwolle. Am unteren Rand der Briefmarke befand sich die römische Ziffer I, die die erste Fahrt des Postzuges an diesem Tag kennzeichnete. 2 Die Karte war für Hattem bestimmt, unweit von Zwolle, und hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Apeldoorn–Zwolle. Wahrscheinlich wurde die Karte dem Zugbegleiter in Apeldoorn übergeben und im Postwagen abgestempelt. 3 Die Fahrkarte hätte demnach nur eine sehr kurze Reise hinter sich, um in Hattem dem Postbeamten übergeben zu werden, der den Zug „bedienen“ musste. Aber hat der Schaffner das vergessen? Oder hat der Beamte die Fahrkarte verloren? 4 Der schwache Abdruck des Ankunftsstempels aus Hattem weist auf den 4. September 1899 hin. Fast drei Monate später als das Datum des Abreisestempels. Doch die Karte birgt noch ein weiteres Rätsel. Das Bild zeigt einen kleinen Turm auf einem Hügel. Dieser wird Woltersbergje genannt. Aber ist das der richtige Name? Auch hier suchen wir nach Details. 1917 erwarb die Gemeinde Apeldoorn das Gut „Berg en Bosch“. Ein Teil des Geländes gehörte zum Waltersbergje. Nur ein Buchstabe Unterschied. Der Waltersbergje galt einst als sehr romantischer Ort. Und für manche war er ein unheimlicher Ort. Wie es in einem kurzen Gedicht von Albert Alberts (aus der Sammlung „De verzwegen gedichten“) zum Ausdruck kommt: GESPROCHEN Am Ende des Rullewegs Alte Klänge leben weiter. vielleicht in einem hohlen Baum oder hinter einer Eichenhecke. Dort leuchtet es mitten in der Nacht. ein kleines, gelbes Licht vielleicht ein feuriger Mann oder ein vergessener Wächter. Neben den Waltersberg-Tribünen ein hohes, stilles Haus mit nur einer Tür, dort vielleicht Hinter ihm steht ein Toter. Es ist ein wahrer Genuss, sich mit der Karte selbst und ihren philatelistischen Elementen auseinanderzusetzen. Gibt es den kleinen Turm auf dem Waltersberg eigentlich noch? Eines ist jedoch sicher: Philatelie ist weit mehr als nur Briefmarkensammeln!

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