Bühnen- und Filmschauspielerin stand 1900 Modell für eine Briefmarke

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TasseAb dem 1. Januar 1900 gab die Deutsche Reichspost eine Briefmarkenserie mit dem Bildnis der „Germania mit Kaiserkrone“ heraus. Wer war diese „Germania“? Einige Kataloge geben an, dass die deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin Anna Führing als Vorbild für das Motiv diente.1   Anna Führing wurde am 6. März 1866 in Hamburg geboren und starb am 2. November 1929 in Berlin. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung in Berlin. Auf der Bühne verkörperte sie häufig die Rolle der Germania. 1891 fand in Düsseldorf ein Festspiel statt, an dem auch Kaiser Wilhelm II. teilnahm. 2 Die von P. Waldraff entworfene Briefmarkenserie umfasste zehn Werte und wurde im Buchdruckverfahren gedruckt. Die niedrigen Werte wurden einfarbig hergestellt: 2 Pfennig in verschiedenen Grautönen, 3 Pfennig in Olivbraun bis Siena, 5 Pfennig in verschiedenen Grüntönen, 10 Pfennig in Karminrosa, Rot bis Karminrot und 20 Pfennig in Ultramarin bis Hellblau. 3 Drei Banknoten wurden auf hellem Papier gedruckt, Bild, Wertangabe und Schriftzug „Reichspost“ in Schwarz. Die 25-Pfennig-Banknote war orange und schwarz auf gelbem Papier, die 30-Pfennig-Banknote orangerot und schwarz auf hellbraunem Papier und die 80-Pfennig-Banknote karminrot und schwarz auf rosa Papier. 5 Die Werte der 40-Pfennig-Marke waren in Karminrot und Schwarz, die der 50-Pfennig-Marke in Purpurlila und Schwarz gehalten. Geplant war die Ausgabe der Briefmarken am 1. Januar 1900, doch die Werte 30, 40 und 80 Pfennig waren bereits im Dezember 1899 in einigen Postämtern erhältlich. Die übrigen Werte erschienen wie folgt: die 10-Pfennig-Marke am 1. Januar 1900, die 20-Pfennig-Marke am 8. Januar 1900, die 50-Pfennig-Marke im Februar 1900, die 25-Pfennig-Marke am 25. März 1900, die 3- und 5-Pfennig-Marke im April 1900 und der niedrigste Wert, 2 Pfennig, im Juli 1900. 4 Die 2-Pfennig-, 3-Pfennig- und 10-Pfennig-Marken wurden auch ungezähnt in Umlauf gebracht. Um sicherzustellen, dass es sich nicht um Schnittperforationen handelt, müssen die Marken breite Ränder aufweisen. Die gesamte Serie existiert mit dem Aufdruck „Specimen“. Darüber hinaus existieren zweifarbige Ausgaben mit dem fettgedruckten Text „REICHSPOST“, diese sind jedoch selten. 7 Deutsche Auslandspostämter verwendeten verschiedene Briefmarkenwerte. Diese lassen sich anhand der Stempelabdrücke deutscher Feld- und kaiserlicher Postämter im chinesischen Kriegsgebiet identifizieren. Deutsche Postämter waren von 1886 bis 1917 in zahlreichen Städten in Betrieb, darunter Shanghai, Tianchin, Guangzhou, Amoy, Nanjing, Peking usw. Man sammelt je nach Vorliebe die Stempelabdrücke vollständiger Poststücke oder einzelner Fragmente davon. 8 Später wurden die deutschen Briefmarken mit dem chinesischen Aufdruck versehen. Auch hier sammeln Sammler diese Marken gerne, sei es als vollständige Stücke oder Fragmente. Doch schon damals machte sich der Sammlergeist bemerkbar, wie die vielen auf Wunsch angebrachten Stempel, beispielsweise der Weihsien-Abdruck, beweisen. 9 Deutsche Postämter waren auch in Marokko aktiv. Das deutsche Postamt in Tanger wurde am 20. Dezember 1899 eröffnet. Ich werde hier nur einige Beispiele für die Verwendung deutscher Briefmarken mit der Aufschrift REICHSPOST zeigen, da das Verfahren dem in China ähnelt. 10 Der Unterschied zu China besteht darin, dass der Aufdruck nicht nur den Ländernamen, sondern auch die Umstellung der Wertbezeichnung auf Centimos und Peseta umfasst. Und dafür gibt es sogar zwei verschiedene Schriftarten. 11 Abschließend noch zu den deutschen Briefmarken mit der Aufschrift REICHSPOST und den Postämtern in der Türkei bzw. der Levante. Das erste deutsche Postamt in Istanbul, dem ehemaligen Konstantinopel, wurde am 1. März 1870 eröffnet. Die Briefmarken trugen einen Aufdruck in Para und Piaster. Die Serie mit der Aufschrift REICHSPOST war nicht lange gültig, da die Werte ab dem 1. April 1902 durch Germania-Briefmarken mit der Aufschrift DEUTSCHES ersetzt wurden. Die Briefmarken mit der alten Aufschrift verloren in Deutschland selbst am 31. Dezember 1902 ihre Gültigkeit.    

1 Reaktion

  1. Anna hatte Beziehungen; sie war mit dem Direktor der Oper in Berlin verheiratet.
    Nie wurde ein deutscher Kaiser auf einer Briefmarke abgebildet. Die Kaiser von Frankreich, Österreich-Ungarn und der russische Zar hingegen erschienen auf Briefmarken. Im Deutschen Reich war dies jedoch ein heikles Thema, unter anderem aufgrund von …
    die Königreiche Bayern und Württemberg.
    Sie hatten zwar einen eigenen Postdienst mit eigenen Briefmarken, waren aber Teil des Deutschen Reiches.
    Daher…

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