Die Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 29 – Assay-Manie
Ende der 1970er Jahre erschien in der niederländischen Zeitschrift „Philatelie“ eine faszinierende Artikelserie von K. Kouwenberg zur Geschichte des Briefmarkensammelns. Diese Serie inspirierte Rob Smit, den Inhaber von PostBeeld, die Geschichte des Briefmarkensammelns in mehreren Teilen neu zu schreiben. Dies ist Teil 29. Neben den kommerziell herausgegebenen Briefmarken gab es zahlreiche Briefmarken mit verschiedenen Motiven, die nicht offiziell freigegeben wurden. Oft handelt es sich dabei um Drucke von Entwürfen, die den Postverwaltungen für zukünftige Briefmarkenausgaben vorgelegt wurden. Ab 1863 entstand eine regelrechte Sammelleidenschaft für Probemarken, die damals allgemein als „Assays“ bezeichnet wurden. Darüber hinaus bestand großes Interesse an den Briefmarken privater Postdienste, die insbesondere in den USA weit verbreitet waren.
Im Jahr 1863 war die Ausgabe von Briefmarken nur unzureichend geregelt. Daher war es nahezu unmöglich festzustellen, ob bestimmte Marken offizielle Ausgaben der Post waren. Rückblickend ist es erstaunlich, wie Männer wie Pemberton (siehe Teil 13 von „The History of Stamp Collecting“) und Hanciau (siehe Teil 16 – JB Moens’ Publikationen) oft richtig urteilen konnten. Natürlich gab es auch einige clevere – aber nicht ganz ehrliche – Personen, die von der Nachfrage nach diesen Produkten profitierten, indem sie sich zusammentaten, um ehrliche Sammler zu betrügen. Dies führte dazu, dass viele inoffizielle oder gefälschte Marken auf den Markt kamen. Da das Briefmarkensammeln noch in den Kinderschuhen steckte und die philatelistischen Kenntnisse der breiten Öffentlichkeit begrenzt waren, erleichterten die damals unzureichenden Kommunikationsmittel unredlichen Händlern natürlich das unbemerkte Anbieten großer Mengen an Briefmarken. Zu den zahlreichen Beispielen aus dieser Zeit gehören „Fantasie“-Briefmarken aus Buenos Aires, Niederländisch-Guayana, von den Mormonen, aus Griechenland, Blockade-Post, Bell's Dispatch, Kerr's City Post, Amoy und vielen anderen.
Und das ist in der gesamten Geschichte des Briefmarkensammelns immer wieder vorgekommen und passiert auch heute noch – manche bekannten Fälschungen haben ebenfalls einen Wert.
