Die Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 18 – Die Niederlande im Jahr 1862

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1In dieser Reihe haben wir bereits gesehen, dass sich die Briefmarkensammelleidenschaft 1862 in Europa rasant verbreitete. Doch hatte sie auch die Niederlande erreicht? Die Antwort lautet: Ja, allerdings erst Ende des Jahres. Der erste philatelistische Artikel erschien in den Niederlanden im Oktober 1862 im „Het Nederlandsch Jaarboekje der Posterijen“ (Niederländisches Postjahrbuch). Der Postmeister von Schiedam, S. Gille Heringa, hatte Artikel aus dem „Magasin Pittoresque“ (siehe Folge 7) von Natalis Rondot übersetzt und sie unter dem Titel „Briefmarken von Natalis Rondot, frei übersetzt“ veröffentlicht. Die Reihe wurde in den Jahrbüchern von 1863 und 1864 fortgesetzt.  
WF Dannenfelser
WF Dannenfelser
Der bedeutendste Pionier der Philatelie in den Niederlanden lebte in Utrecht. Am 27. November 1862 veröffentlichte er den ersten niederländischsprachigen Briefmarkenkatalog. Diese Broschüre mit dem Titel „Vade-Mecum voor Verzamelaars van Postzegels“ (Handbuch für Briefmarkensammler) ist eine Übersetzung der dritten Auflage des „Manuel du Collectionneur de Timbres Poste“ von J. B. Moens. Herausgeber war William Frederick Dannenfelser, Buchhändler und Verleger, der seit 1850 in der Pausdam F. 274 in Utrecht ansässig war. Ob die Veröffentlichung mit Moens’ Zustimmung erfolgte, ist unklar; sein Name wird im Buch nicht erwähnt. 1864 veröffentlichte er einen neuen Katalog, der auch die Preise der von ihm selbst verkauften Briefmarken enthielt. Das Layout dieses Katalogs unterschied sich deutlich vom ersten Handbuch und war vermutlich einem deutschen Katalog jener Zeit nachempfunden. Es ist außerdem bekannt, dass Dannenfelser weitere Publikationen einfach neu auflegte und seinen Namen darauf versah. Dannenfelser wurde am 26. Mai 1826 in Den Haag geboren. Er war Buchhändler und Verleger und mit Wilhelmina Berendina Doorman verheiratet. Neben den bereits erwähnten Katalogen veröffentlichte er 1863 auch ein Briefmarkenalbum. Dieses stammte nicht von ihm selbst, sondern war eine Adaption von Lalliers französischem Album. Die erste Auflage enthielt heraldische Wappen in Schwarz-Weiß (siehe Abbildung oben), die zweite, ebenfalls 1863 erschienene Auflage hingegen in Farbe.
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Eine Anzeige der Firma Dannenfelser in der Leidener Tageszeitung vom 18. August 1864.
1868 erschien eine völlig neue dritte Auflage. Auch diese war nicht von Dannenfelser selbst entworfen, sondern eine Bearbeitung eines deutschen Albums von Wuttig, Bauschke und Kümmel (auf die wir später in dieser Reihe noch eingehen werden). Ihre Namen werden diesmal in der Publikation erwähnt. Außerdem wird angegeben, dass M. J. Hasselt die Herausgeberin war. Dannenfelser war vermutlich Briefmarkensammler und mit Sicherheit Händler, wie die obige Anzeige belegt. Das erwähnte Vademecum war die bereits erschienene Ausgabe von 1862. Der unten in der Anzeige erwähnte Katalog scheint die oben beschriebene zweite Auflage mit Preisliste zu sein. dannenfelser_history Seine weiteren Veröffentlichungen befassten sich mit Landkarten und Ländergeschichte. Dannenfelser war vermutlich kein besonders erfolgreicher Geschäftsmann. Obwohl sein Geschäft anfangs florierte, war der Erfolg nicht von Dauer. 1878 zog er nach Amsterdam, wo er unter anderem Mitherausgeber der Zeitung „News of the Day“ wurde. Sein letztes Album (mit farbenprächtigem Einband) erschien 1882. Er starb am 8. Mai 1894 in Amsterdam. Im nächsten Teil bleiben wir in den Niederlanden.

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