Die Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 15 – JB Moens

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MoensEnde der 1970er-Jahre erschien in der niederländischen Zeitschrift „Philatelie“ eine faszinierende Artikelserie von K. Kouwenberg zur Geschichte des Briefmarkensammelns. Diese Serie inspirierte Rob Smit, den Inhaber von PostBeeld, die Geschichte des Briefmarkensammelns in mehreren Teilen neu zu schreiben. Dies ist Teil 15 – Jean Baptiste Moens. Moens zählt zweifellos zu den bekanntesten Namen in der Geschichte der Philatelie. Als äußerst aktiver Händler mit Sitz in Brüssel übte er einen enormen Einfluss auf die Philatelie in Europa aus. Nicht umsonst wurde er auch auf der belgischen Briefmarke von 1973 verewigt, die unten abgebildet ist. Die Marke wurde anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Belgischen Briefmarkenhändlerverbands herausgegeben. bep1739 Wer war Jean Baptiste Moens und wie erlangte er so großen Einfluss? Jean Baptiste Moens wurde am 27. Mai 1833 in Doornik, einer Stadt in Belgien, 85 km südwestlich von Brüssel, geboren. Seine Mutter hieß Colette Blangenois, sein Vater, der Soldat Philippe Moens.
Die Bortier-Galerie
Seine berufliche Laufbahn begann er mit dem Münzhandel in einer Buchhandlung, in der er neue und gebrauchte Bücher aus der Bortier-Passage in Brüssel verkaufte. Schon früh interessierte er sich für Briefmarken und sammelte bereits Anfang der 1850er-Jahre gemeinsam mit seinem Partner und späteren Schwager Louis Hanciau. Ab 1853, als Moens 19 Jahre alt war, verkaufte er Briefmarken in seiner Buchhandlung. Moens und Hanciau arbeiteten vierzig Jahre lang zusammen: Hanciau als Philatelist, Moens als Geschäftsmann. Jean-Baptiste_Moens Moens besaß zweifellos ein großes Geschäftstalent. Mutig – und mit weitsichtiger Voraussicht – kaufte er, zu einer Zeit, als viele das Briefmarkensammeln für eine vorübergehende Modeerscheinung hielten, über viele Jahre hinweg große Bestände an Umlaufmarken von verschiedenen Postverwaltungen auf. Darüber hinaus stellte er regelmäßig Sonderwünsche, die ihm oft auch erfüllt wurden. So bestellte er beispielsweise 200 ungezähnte Serien der dritten Ausgabe aus den Niederlanden und erhielt sie auch. moens1867a-300x115moens1867b-300x115 Von 1862 bis 1865 erlebte der Briefmarkenmarkt eine Blütezeit. Danach ließ das Interesse nach, doch Moens investierte weiter. Ab etwa 1880, als die Popularität und damit die Nachfrage nach Briefmarken wieder anstieg, war Moens der einzige Händler weltweit, der nahezu alles anbieten konnte. Aufgrund steigender Preise wurde sein Bestand immer wertvoller (1908 schätzte die niederländische Zeitschrift „Philatelist“ den Wert seines Bestands von 1892 auf zweieinhalb Millionen Gulden, heute etwa 31.5 Euro). Moens gehörte auch zu den wenigen Briefmarkenhändlern, die durch den Briefmarkenhandel reich wurden.
Louis-Hanciau
Hanciau (links) und Moens (rechts) auf belgischen Souvenirblättern.
Dank seines Mutes, seines Geschäftssinns und der loyalen Zusammenarbeit mit Hanciau florierten ihre Briefmarkenhandels- und philatelistischen Verlagsgeschäfte. Moens genoss hohes Ansehen. Niemand zweifelte an seinem Urteilsvermögen, und viele philatelistische Entdeckungen gehen auf ihn zurück (darunter die Briefmarke „Mauritius Post Office“, von der er selbst acht Exemplare besaß).
blue mauritiusmuscom
Blaues Mauritius aus dem Muscom-Museum in Den Haag.
Er belieferte alle bedeutenden Sammler seiner Zeit, denn was man bei Moens kaufte, war garantiert echt. Selbst bei Briefmarken mit kleineren Mängeln, wie etwa Nachdrucken der Bergedorf- und Romagna-Marken, war Moens ein äußerst zuverlässiger Lieferant. moens_bergedorf 1900 verkaufte Moens sein Geschäft. Im April desselben Jahres erwarb der Kopenhagener E. M. Ruben seinen Briefmarkenbestand. Moens verbrachte seine letzten Lebensjahre im Luxus. Er starb am 29. April 1908 im Alter von 75 Jahren. Moens war sowohl Briefmarkenhändler als auch Verleger philatelistischer Werke. Im nächsten Teil werden wir die große Bedeutung seiner Publikationen für die Geschichte der Philatelie beleuchten.

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