Straatmeubilair
Beispielsweise sprechen viele Menschen in offiziellem Tonfall sehr respektlos über öffentliche Mülleimer, Parkplatzschranken, Fahnenmasten und Parkbänke. Ein Briefkasten von TNT Post, in den man ausgehende Post einwerfen kann, zählt aber ebenfalls zur Stadtmöblierung.
Früher waren sie rot (PMS 485), doch diese Farbe verschwindet zunehmend und macht Platz für das Orange von TNT Post. Was geschah mit den alten Briefkästen? Meist kehrten sie ins Postamt zurück, doch einige schmücken heute noch Gärten und Terrassen von Privatpersonen. Manchmal sind sie liebevoll restauriert, oft aber auch in einer anderen Farbe gestrichen, um Verwechslungen mit den TNT-Briefkästen zu vermeiden. Der Briefkasten ist tatsächlich fast so alt wie der Brief selbst. In den Niederlanden soll der erste Briefkasten im Paalhuis in Amsterdam aufgestellt worden sein. Im April 1616 wurden zwei geschlossene Briefkästen an der Wand des Paalhuis angebracht, einer mit dem Wappen von Hoorn, der andere mit dem Wappen von Enkhuizen. Vorbeikommende Kaufleute konnten dort ihre Briefe einwerfen. Der Paalknecht beaufsichtigte die Briefkästen. Leider ist auf dem Gemälde von Jan Abrahamsz Beerstraten, das sich im Besitz des Rijksmuseums befindet, kein Briefkasten zu sehen. Briefkästen sind ebenfalls ein beliebtes Motiv auf Briefmarken. Jeder kennt den 5-Gulden-Block, der am 15. Oktober 1999 zum 200. Jahrestag der Verstaatlichung aller Postorganisationen in den Niederlanden herausgegeben wurde.
Der wunderschöne Briefkasten aus dem Jahr 1850, der das Straßenbild lange Zeit prägte, schmückt den Häuserblock. Dieser Briefkasten kann heute nur noch an wenigen Orten in den Niederlanden persönlich bewundert werden.

Aber auch andere Länder gaben Briefmarken mit Briefkastenmotiven heraus. So zum Beispiel die Niederländischen Antillen mit ihrem „berühmten“ Briefkasten, der dem in den Niederlanden zum Verwechseln ähnlich sah. Briefkästen gibt es in allen Formen und Größen. Die Niederländischen Antillen widmeten ihnen insgesamt acht Briefmarken. Darunter waren Briefkästen aus Europa, wie Großbritannien und Irland, aber auch aus unerwarteten Ländern wie Dubai, Mexiko, Nepal, Uruguay und den USA.




Dänemark gab eine Briefmarke mit dem typischen Briefkasten heraus, Finnland hingegen eine mit einem eher quadratischen Modell. Dieses finnische Modell ist auch als Comicfigur auf einem kleinen Block abgebildet. Auf dem Briefkasten selbst befindet sich ein zweisprachiger Hinweis, der bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Briefkasten handelt.
Auch die thailändische Post blieb nicht untätig und gab eine Serie von vier Briefmarken mit Abbildungen verschiedener Briefkästen heraus.
Normalerweise befindet sich der Briefkasten im Zentrum der Briefmarke, manchmal dient er aber auch als Requisite in einer Geschichte. Wie beispielsweise die britische Weihnachtsbriefmarke.


Oder um zu zeigen, dass der britische Postdienst überall präsent ist, wie die Serie beweist, in der ein Briefkasten in eine Wand eingebaut ist – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.
Manchmal muss man genau hinsehen, um den Briefkasten auf der Briefmarke zu entdecken! Auf der mittleren Briefmarke steht er am Anfang der niedrigen Brückenmauer. Wer hätte dort jemals einen Brief oder eine Karte eingeworfen? Kein Haus weit und breit, nur Natur und ein roter Postwagen.

Der Briefkasten, ein Gegenstand, dem jeder fast täglich begegnet und an dem doch gedankenlos vorbeigeht.
Doch diese Eigenschaft ist unverzichtbar, um Briefe und Karten schnell ans Ziel zu bringen, selbst außerhalb der Öffnungszeiten der Post. Ein ideales Sammelgebiet für den Anfang. Briefmarken? Eine unerschöpfliche Quelle der Möglichkeiten!

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