Stempelprobleme bei Grenzänderungen

Niederlande
Am 25. Mai 2011 im Blog Die Grenzkorrektur, die nach der Annexion eines Teils deutschen Territoriums durch die Niederlande als „Reparationsleistung“ stattfand, wurde erörtert. Eines der Dörfer im annektierten Gebiet war Süsterseel. Dieses landwirtschaftlich geprägte Dorf gehörte zur Gemeinde Selfkant. Ab dem 23. April 1949 wurden die Postdienste im Postamt von Süsterseel von einem niederländischen Postbeamten durchgeführt.Neue Briefmarken wurden bei der Königlichen Münze in Utrecht bestellt. Leider erwiesen sich die am 11. August 1949 gelieferten Marken als fehlerhaft, da der Umlaut über dem Buchstaben U fehlte! Die Marken wurden daher zurückgewiesen und neue Exemplare bestellt. Nun stimmten die Stempel. Der Beamte, der als Stationsleiter der Poststelle bezeichnet wurde, erhielt am 27. September 1949 drei Stempel: einen Datumsstempel, einen Dienststellenstempel zum Abstempeln von Formularen und einen doppelten Dienststellenstempel (Süsterseel/Sittard) für den Zahlungsanweisungsdienst. Die Poststelle gehörte zum Verwaltungsbezirk des Postamts Sittard. Außerdem erhielt er ein Wachssiegel, um unter anderem Umschläge mit Geld oder Geldscheinen zu versiegeln.

Im Juli 1958 wurde der Datumsstempel wegen Abnutzung zurückgewiesen. Die Königliche Münze in Utrecht lieferte jedoch keine Briefmarken mehr. Die Produktion der Datumsstempel war von der Amsterdamer Briefmarkenfabrik Numerofa übernommen worden. Dort wurde am 14. August 1958 ein neuer Stempel hergestellt. Doch auch hier unterlief ein Fehler. Erneut fehlte der Umlaut auf dem Buchstaben U. Der Abdruck dieses fehlerhaften Stempels wurde am 26. August 1958 im Briefmarkenbuch vermerkt und durchgestrichen. Ich konnte nicht feststellen, ob der Bahnhofsvorsteher den fehlerhaften Stempel dennoch verwendet hat, aber es ist durchaus möglich.

In Numerofas Briefmarkenbuch befand sich ein mit rotem Stift geschriebener Vermerk: „Fehler“, und über dem Buchstaben U wurden zwei Punkte gesetzt.

Am 1. Oktober 1958 wurde die korrekte Numerofa-Briefmarke ausgegeben, und die abgenutzte Briefmarke wurde im selben Monat von der Zentraldirektion der PTT in Den Haag zurückerhalten. Die neue Briefmarke blieb nur fünf Jahre im Umlauf, da das Gebiet Selfkant am 1. August 1963 an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben wurde (nach Erhalt von 280 Millionen DM). Die niederländischen Briefmarken wurden außer Kurs gesetzt und dem damaligen Postmuseum in Den Haag übergeben.

2 Kommentare

  1. Das ist wieder ein schönes Stück, Cees. Jetzt sollte jeder mal nach einer Susterseel-1-Briefmarke suchen, sagen wir, aus dem September 1958.

    Was bedeutet „Handdag“? Ist es eine Zusammensetzung aus Handstempel und Dagtekening?

  2. Hans, „Handdag“ ist eine Bezeichnung, die häufig auf den Abdrücken der Stempelkarten der staatlichen Post- und Telekommunikationsgesellschaft (PTT) vorkommt. Sie bedeutet tatsächlich „Handdatumstempel“. Gebräuchlich sind auch „Handstempel“ oder einfach „Hand“. Handelt es sich um einen Abdruck eines Hammerstempels, ist oft „Hammer“ daneben vermerkt. Die Bezeichnung für die anderen Stempel ist nicht „Langstempel“, wie viele Sammler verwenden, sondern „Namensstempel“ oder „Dienstnamensstempel“.

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