Briefmarkenfehler, Teil 8 – Die Sicht einer Jungfrau
Der normalerweise sorgfältigen und präzisen Schweizer Postverwaltung ist ein Fehler bei einer der Briefmarken aus der Serie „Konstellationen und Landschaften“ unterlaufen, die von 1982 bis 86 lief.
Die 1983 herausgegebene Briefmarke zeigt eine vermeintlich nackte Jungfrau, die das Sternbild „Jungfrau“ über den Walliser Alpen und dem Aletschgletscher repräsentiert. Doch nicht die Nacktheit ist das Problem, obwohl ihr dort oben sicher kalt sein muss.
Nach der Herausgabe der Briefmarke stellte man jedoch fest, dass die Landschaftsdarstellung nicht stimmte. Die Künstler Eugen und Max Lenz, die die Briefmarke entworfen hatten, verwendeten ein invertiertes Farbbild aus einer Zeitschrift als Vorlage. Die Jungfrau selbst ist korrekt dargestellt, die Landschaft hingegen zeigt zwar die Ansicht vom Wallis aus, doch die Perspektive der Jungfrau und des Aletschgletschers ist falsch.

Neun Monate später wurde eine neue Briefmarke mit dem Motiv „Jungfrau“ herausgegeben, diesmal jedoch mit einer anderen Berglandschaft des Wallis, nämlich dem Schwarzsee oberhalb von Zermatt mit der Kapelle „Maria im Schnee“ unterhalb des Oberen Gabelhorns.

Der Zeitpunkt, zu dem Ihre Antwort sichtbar wird, kann je nach Sprache variieren und bis zu 24 Stunden dauern.