Briefmarkenfehler Teil 17 – Bill und Ben

Die hier abgebildeten Briefmarken der Serie „Legenden des Westens“, die erstmals im Dezember 1993 von der US-Post herausgegeben wurden, versprachen, sehr beliebt zu werden. Doch ein fehlerhaftes Bild machte sie zu einem der berüchtigtsten Fehler in der amerikanischen Postgeschichte.
Die Briefmarke mit den vier Zacken ehrte Bill Pickett, einen gefeierten afroamerikanischen Cowboy, dem die Erfindung des Bullenringens zugeschrieben wird. Für das Porträt verwendete der Briefmarkenkünstler Mark Hess ein bekanntes Foto mit einer eindeutigen Inschrift, die Pickett identifizierte. Das Foto war bereits in mehreren Zeitschriften und Ausstellungen gezeigt worden, und unzählige Bücher über den amerikanischen Westen nannten den Cowboy ebenfalls Bill Pickett.

Doch im Januar 1994 teilte die Familie Pickett der Post mit, dass das Foto und somit auch die Briefmarke nicht Bill, sondern seinen Bruder Ben zeigte. Die Post war fassungslos und ordnete den Rückruf und die Vernichtung von rund fünf Millionen Briefmarkenbögen an, die an Hunderte von Postämtern im ganzen Land ausgeliefert worden waren.

Oben ist Mark Hess' Nachbildung von Bill Pickett zu sehen, für die er die Gesichtszüge dem unten abgebildeten Filmplakat von 1923 entnahm. Dieses wurde dann für den neu aufgelegten Briefmarkenbogen verwendet.

Die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende, denn als der korrigierte Briefmarkenbogen herausgegeben wurde, entdeckte die Post einen weiteren Fehler. Einige Angestellte hatten 183 der fehlerhaften Bogen verkauft und damit versehentlich ein Sammlerstück geschaffen, das so selten und wertvoll ist, dass es sich die meisten Sammler niemals leisten könnten. Um der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, die fehlerhaften Briefmarken zu erwerben und um Nachdruckkosten zu sparen, traf die Post die umstrittene Entscheidung, 150,000 der fehlerhaften Bögen per Lotterie zu verlosen. Unten ist der fehlerfreie Briefmarken-Minibogen „Legenden des Westens“ von 1994 abgebildet.


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