Märchenstadt „Lilliput“ (Teil 1)

Zirkus Frankreich Geschichte
1933 wurde eine Serie von Sonderstempeln mit dem Text „Schaefers Märchenstadt Lilliput“ herausgegeben. Warum gerade diese Briefmarken? Zunächst zur Märchenstadt selbst. Sie war eines der größten Spektakel in der Geschichte der Jahrmärkte: der „Lilliputaner-Zirkus“. Es war nicht nur ein Zirkus, sondern eine ganze Stadt mit kleinen Häusern, Läden, einem Café und sogar einem kleinen Rathaus und einem Postamt. Die Märchenstadt war bereits in England, Frankreich und Deutschland bekannt. Doch auch in den Niederlanden fand sie ihren Weg. Eines der Projekte war das von Carl Schäfer. 1933 konnte man sie unter anderem auf dem Frühlingsjahrmarkt im Zoo von Den Haag bewundern.Cees 2 Schaefers Tournee durch die Niederlande wurde damals von der Amsterdamer Theateragentur E. Saks organisiert. Diese unter dem Namen „Schaefers Märchenstadt Liliput“ tourte, benötigte eine Fläche von etwa zwei- bis dreitausend Quadratmetern. Schaefer beschäftigte nicht weniger als fünfundzwanzig technische Mitarbeiter und vierzig Künstler, zumeist Liliputaner verschiedener Nationalitäten. In jenen Jahren war es üblich, beispielsweise mit Menschen mit auffälligen körperlichen Besonderheiten wie bärtigen Frauen, Riesen und somit auch, wie in diesem Fall, Kleinwüchsigen über Jahrmärkte zu touren. Die Zeitungen jener Zeit berichteten eher abfällig über die körperlichen Merkmale der „Lilliputaner“, doch ihre Darbietungen wurden durchweg gelobt. Für die Tournee durch die Niederlande wurden 180 Tonnen Gepäck transportiert, was natürlich einen beträchtlichen Fuhrpark erforderte. Schäfer besuchte 1933 auch verschiedene Großstädte wie Den Haag, Arnheim, Nimwegen und Haarlem. In Den Haag wurde vom Samstag, dem 13. Mai, bis Sonntag, dem 28. Mai 1933, ein Sonderstempel verwendet. Die Premiere von „Sprookjesstad“ fand jedoch nicht in Den Haag statt. Während der Beurs Dames Kroniek wurde die erste Stadt errichtet. Die Sonderbriefmarke war vom Freitag, dem 3. März 1933, bis Montag, dem 13. März 1933, in Gebrauch. Die Aufführungen fanden vom Samstag, dem 15. April, bis Sonntag, dem 23. April 1933, im Musis Sacrum in Arnheim statt. Anschließend gastierte das Ensemble vom Samstag, dem 13. Mai, bis Sonntag, dem 28. Mai 1933, in Den Haag, vom Samstag, dem 29. April, bis Sonntag, dem 7. Mai 1933, in Utrecht, vom Samstag, dem 3. Juni, bis Sonntag, dem 11. Juni 1933, und vom Samstag, dem 17. Juni, bis Sonntag, dem 25. Juni 1933, in Haarlem. In Alkmaar von Donnerstag, dem 29. Juni bis Sonntag, dem 2. Juli 1933. In Amsterdam von Samstag, dem 8. Juli bis Sonntag, dem 23. Juli 1933. In Enschede von Samstag, dem 29. Juli bis Sonntag, dem 6. August 1933. In Heerlen war es vom Samstag, dem 26. August, bis Sonntag, dem 3. September 1933, an der Reihe. In Maastricht vom Samstag, dem 12. August, bis Sonntag, dem 20. August 1933. In Groningen vom Samstag, dem 9. September, bis Sonntag, dem 17. September 1933. Und schließlich 1933 während der Dameskroniek-Messe in Rotterdam vom Freitag, dem 29. September, bis Sonntag, dem 8. Oktober 1933. Die meisten Briefmarken wurden auf Wunsch von Sammlern gedruckt. Insgesamt 13 verschiedene Briefmarken für ein einziges Ereignis. Ein lukratives Geschäft für die niederländische Post zu dieser Zeit. 1937 wurde der gesamte Zirkus erneut auf Sonderbriefmarken abgebildet, darunter eine besonders ungewöhnlich geformte Marke. Mehr dazu beim nächsten Mal.
Gastbeitrag