Schiffe der KNSM
Die KNSM existiert seit 125 Jahren. Die Königlich Niederländische Dampfschifffahrtsgesellschaft in Amsterdam wurde am 1. Oktober 1856 gegründet und 1981 von Nedlloyd übernommen. Auf dem Höhepunkt ihres Bestehens verkehrten für die KNSM mehr als 100 Seeschiffe. Schiffe der KNSM liefen unter anderem Häfen in Nord-, Mittel- und Südamerika an, vor allem aber in der Karibik. Die KNSM-Schiffe waren hauptsächlich Frachtschiffe, viele boten aber auch Passagierkabinen. Es gab auch einige Schiffe, die ausschließlich als Passagierschiffe dienten. Für Passagiere und Besatzungsmitglieder verfügten die Schiffe über eine Poststelle an Bord. Dort konnte man Briefpapier, Umschläge und Postkarten (meist Bildkarten mit Abbildungen von KNSM-Schiffen) sowie Briefmarken der ehemaligen Überseegebiete, Curaçaos und Surinams erwerben. Briefe und Karten konnten in der Poststelle abgegeben werden, woraufhin die aufgeklebten Briefmarken mit einer KNSM-Briefmarke versehen wurden, die den Schiffsnamen und das Datum des Poststempels zeigte. Manchmal gab es nur einen Briefkasten; kurz vor der Ankunft im Hafen musste der Kapitän diesen leeren und die Briefe und Karten abstempeln, bevor sie an Land gebracht wurden. Einige Beispiele.
SS Stuyvesant
Die Stuyvesant war ein Passagierschiff, das 1918 für den Königlich Niederländischen Westindien-Postdienst in Amsterdam gebaut wurde. Damals trug das Dampfschiff den Namen „Prins Willem V“. 1927 wurde es von der KNSM erworben und in Stuyvesant umbenannt. 1950 wurde das Schiff verkauft und in „Aeolos“ umbenannt. Nach über 40 Jahren im Dienst wurde es 1959 in Japan abgewrackt.
SS Van Rensselaer
Das zwei Jahre später für den Royal West India Mail Service in Amsterdam gebaute Schiff „Prins Willem III“ wurde ebenfalls 1927 von der KNSM erworben und in „Van Rensselaer“ umbenannt. Es handelte sich um ein Frachtschiff mit Passagierkabinen. Als das Schiff am 13. Mai 1940 den Hafen von IJmuiden in Richtung Westindien verließ, lief es auf eine deutsche Magnetmine. Vier Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter Kapitän Haasters, der unmittelbar nach der Explosion einen Herzinfarkt erlitten hatte. Erster Offizier Dolman setzte das schwer beschädigte Schiff am Zuiderpier auf Grund. Die Van Rensselaer sank durch deutsche Flugzeugbomben, und damit endete ihre Ära.
SS Boskoop
Das Dampfschiff Boskoop wurde 1927 für die KNSM in Krimpen aan den IJssel gebaut und war ursprünglich ein Passagier- und Frachtschiff namens Bolsward. Später wurde es in Boskoop umbenannt. Im Oktober 1958 lief es vor IJmuiden auf Grund und trieb ziellos im Meer. Drei Schlepper brachten es in den Hafen von IJmuiden. 1960 wurde das Schiff in Spanien abgewrackt.
SS Atlas
Ich konnte nur wenige Informationen über dieses Schiff finden. Abdrücke der Schiffsmarke sind lediglich aus den Jahren 1932 und 1933 bekannt. Das 1922 unter dem Namen „Margarete“ gebaute Schiff wurde 1926 von der Ost-West Reederei in Hamburg erworben und in „Pallas“ umbenannt. 1927 erfolgte die Umbenennung in „Atlas“, und 1933 wurde es an den Royal West Indies Mail Service verkauft. Einen wunderbaren Überblick über die Schiffsmarken bietet unter anderem das Buch von Dr. J.D. Riddell: *Postale geschiedenis Suriname 1700–1956*, erschienen 1970 in einer Auflage von 500 Exemplaren. Ein Sammelgebiet für sich! Besonders reizvoll ist es, die Abbildungen der Schiffe neben den Briefmarkenabdrücken inklusive technischer Daten zu sehen. Warum nicht mit dem Sammeln dieser Briefmarken beginnen? Das Meer liegt uns im Blut, und das schon seit Jahrhunderten. Ein wenig Wissen über die Geschichte der Seepost wäre nicht verkehrt. Eine Herausforderung.
