Samos

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SamosManchmal birgt die Philatelie ein Rätsel. Nehmen wir zum Beispiel diese Briefmarke. Um welche Art von Briefmarke handelt es sich, und welche Bedeutung hat der Aufdruck „Samos Turkey 1926“? Heutzutage ist es sehr praktisch, dass man sich bei der Recherche an einen spezialisierten Verein wenden kann – in diesem Fall den Griechischen Briefmarkenclub.

Die Briefmarken

Beim Stöbern auf einer Auktionsseite für Briefmarken mit Polizeibezug stieß ich auf diese beiden Briefmarkenblöcke. Briefmarken Samos Türkei Briefmarken Samos Türkei Die Inschrift auf den Briefmarken lautet: „Polizeigebühreneinnahmen“. Dies weckte in mir den Verdacht, dass es sich um „Polizeisteuermarken“ handelte. Ich schickte einen Scan an den Griechischen Briefmarkenverein, um weitere Informationen zu erhalten. Die Antwort kam prompt: „Es handelt sich um Steuermarken für Polizeipensionen aus dem Jahr 1955 (!). Nie benutzt gesehen. Ich besitze sie auch.“ Der Aufdruck ist Propaganda. Ich fragte die Verkäufer der Briefmarken und einige andere Griechen um eine Erklärung, erhielt aber keine Antwort. 1912 wurde Samos eine griechische Region; warum also „Samos Türkei 1926“? Ich weiß es nicht. Auf den Briefmarken befindet sich jedenfalls ein Wert und der Aufdruck als Zahlungsnachweis für Infanteristen und Militärpolizisten.

Die Insel Samos

Samos ist eine griechische Insel in der östlichen Ägäis, vor der Küste der Türkei. Die Insel SamosWährend meines Urlaubs in der Türkei segelte ich an Samos vorbei. Die Insel blickt auf eine reiche Geschichte zurück. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte sie zum Persischen Reich, zum Griechischen Reich, zum Römischen Reich, zum Byzantinischen Reich, zur Republik Venedig und zum Osmanischen Reich, bevor sie 1912 Teil Griechenlands wurde (daher auch der Aufdruck „Türkei“ auf dieser Briefmarke, denn 1926 standen Griechen und Türken nicht in freundschaftlichen Beziehungen). Der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras, bekannt für den Satz des Pythagoras (a² + b² = c²), wurde auf der Insel geboren. Pytagoras wurde in Samos geboren. Die Stadt Pythagorion im Südosten der Insel liegt an der Küste und ist seit 1955 nach ihm benannt.

Fazit

Zumindest weiß ich jetzt einiges mehr über die Stempel der Auktionsseite mit dem Aufdruck „Polizeigebühr“. Kurz gesagt: Steuerstempel aus dem Jahr 1955 mit dem Aufdruck 1926 von einer Insel, die 1912 zu Griechenland gehörte. Aber warum der Aufdruck „Samos Turkey 1926“? Das bleibt ein Rätsel. Kann mir jemand weiterhelfen?

2 Kommentare

  1. Mein Freund Fried Strolenberg (der sich auf Samos aufhält!) schreibt dazu Folgendes:
    Sehr schön, ich hatte keine Erklärung dafür. Ich habe diese Stempel schon einmal gesehen. Ich glaube, in Delcampe, aber ich konnte sie nicht zuordnen. Samos gehört tatsächlich seit 1912/1913 zu Griechenland. 2014 erschien ein Gedenkbuch; ich besitze es. Es gab auch Fiskalstempel, z. B. auf Tabak aus Samos. Türkischer Tabak aus Samos.
    1922 fand hier der Große Bevölkerungsaustausch statt. Das bedeutete, dass alle Muslime Griechenland verlassen und in die Türkei umsiedeln mussten, während alle griechisch-orthodoxen Christen von der Türkei nach Griechenland zogen. Viele Familien und Freunde wurden auseinandergerissen. Bis 1922 unterhielt Samos noch gute Verbindungen, beispielsweise zu Smyrna. Doch dann kam Atta Türk mit seiner Massenmigration. Viele Menschen aus Asien flohen nach Griechenland und mussten all ihren Besitz zurücklassen. Dies markierte auch den Aufstieg der Rebetica (Trauermusik über den Verlust Kleinasiens).
    In der Türkei wird das Jahr 1922 noch immer als Feiertag begangen. Sehr zum Leidwesen der Griechen. Wenn hier auf der Insel etwas schiefgeht, sind die Türken schuld.
    Sogar die Namen wurden geändert, sodass man nicht mehr erkennen konnte, dass die Menschen aus Kleinasien stammten.
    Vor einigen Jahren hissten die Türken eine große türkische Flagge auf Mikale, dem nur 1,5 km von Samos entfernten Punkt. In der Zeitung von Samos wurde dies als offene Provokation bezeichnet. Als die Flagge vom Wind zerrissen wurde, herrschte auf der Insel lautes Gelächter.
    Das Verhältnis ist nach wie vor schwierig, geprägt von alten Ressentiments. Eine sehr große Armee schützt Samos vor den Türken. Dennoch verkehrt im Sommer täglich eine Fähre in die Türkei und zurück, im Winter mehrmals wöchentlich.
    Wir möchten nächstes Jahr die Überreste der griechischen Tempel in Kleinasien mit dem Auto besuchen.
    Ursprünglich wollten wir das mit unserem griechischen Auto machen, aber uns wurde davon abgeraten.
    Das Jahr 1926 und die Inschrift „Turkey“ geben mir weiterhin Rätsel auf. Zuerst dachte ich an Fälschungen. Ich werde noch einmal beim Postamt in Pythagorio nachfragen. Dort traf ich einen Sammler, der auch auf Delcampe unter dem Namen Evangelis verkauft. Vielleicht weiß er mehr. Ich melde mich dann.
    Übrigens bin ich seit dem 1. September auch Mitglied der Griechischen Philatelistengesellschaft in den Niederlanden. Sie verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Daten. Ich bin gespannt, was sie zu bieten hat.

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