Rot oder blau?

Beitrag Slowakei Briefmarken
Was tun Verliebte, die noch nicht zusammenleben? Sie schreiben sich Briefe oder Karten. Was aber taten die Menschen in der ehemaligen Tschechoslowakei, wenn sie wollten, dass der Brief persönlich vom Postboten zugestellt wird? Sie klebten eine zusätzliche Briefmarke neben die üblichen, um die Zustellgebühr zu decken.

Am 1. März 1937 gab die Tschechische Post zwei Briefmarken zur Deckung der Zustellgebühr heraus. Eine rote Marke im Wert von 50 Heller konnte aufgeklebt werden, wenn der Absender eine persönliche Übergabe durch den Postboten wünschte. Der Absender erhielt jedoch keine Bestätigung über diese persönliche Übergabe.

Die zweite Briefmarke war blau. Diese Marke war für Absender gedacht, die sich die rote Marke nicht leisten konnten. Wollte man dennoch, dass der Postbote den Brief persönlich zustellte, konnte man dies angeben. Die blaue Marke wurde dann von der Post selbst aufgeklebt. Der Empfänger musste anschließend 50 Heller bezahlen. Eine Art Briefmarke also. Aber was hat es mit den Abdrücken der grünen Briefmarke auf sich? In Deutschland und anderen Ländern wurde der Tag der Briefmarke am 10. Januar 1937 gefeiert. Der Name der Stadt, Aussig, ist auf der Marke abgebildet. Der Name der Stadt ist auch auf Tschechisch geschrieben. Das bedeutet Aussig an der Elbe. Die Stadt liegt zwischen Dresden in Deutschland und Prag am Fuße des Erzgebirges in Nordböhmen. Viele deutschsprachige Menschen lebten hier, die sogenannten Sudetendeutschen, daher der deutsche Text. Ich habe keine Erklärung für das Datum 14. Februar 1937 auf der Marke. Warum zwei Wochen vor dem Ausgabedatum? Zurück zum Brief mit der blauen Marke. Was tun, wenn der Empfänger den Brief ablehnt und somit nicht zahlen will? Dann geht der Brief zurück an den Absender, der den Betrag schließlich doch bezahlen muss. Stammt daher vielleicht die Redewendung, dass der Absender „den blauen Fleck“ bekommen hat?

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