Walzenperforierte Briefmarken aus Danzig

Niederlande Beitrag
1Wer niederländische Briefmarken sammelt, stößt unweigerlich auf die sogenannten walzenperforierten Marken im hinteren Teil des vorgedruckten Albums. Bereits 1903 wurden Versuche mit Briefmarkenklebemaschinen durchgeführt. Diese Maschinen verwendeten Rollen mit Briefmarken, die von Hand durch Zusammenkleben von Streifen aus Bogen hergestellt wurden. Untitled-2 Zwischen 1920 und 1925 wurden in den Niederlanden und Deutschland Versuche mit neuen Briefmarkenklebemaschinen durchgeführt. Diese Maschinen stammten von der Deutschen Post und Eisenbahn Verkehrswesen Aktiengesellschaft (POKO). In diesen Maschinen wurden deutsche Rollenmarken verwendet, wie beispielsweise die oben abgebildeten Exemplare aus dem Jahr 1910. Sie waren in zwölf verschiedenen Farben erhältlich und hatten keinen Nennwert. 3 Neue Testmarken wurden 1923 eingeführt, darunter die POKO-Marke mit dem Wert 5. Dieser Wert wurde übrigens nicht in niederländischen Testmaschinen verwendet. Anders verhielt es sich mit den Testmarken, die ein Bild zeigten, das angeblich Shirley Temple darstellte. Tatsächlich war sie die Tochter eines Beamten, der an der Entwicklung der Testmarken beteiligt war. 4Bekannt sind auch die Teststempel auf Rollen mit einem Andreaskreuz in acht verschiedenen Farben. Da die Stempel auf handgefertigten Rollen aufgrund zu schwacher Perforationen oft brachen, beschloss man, spezielle Stempel für die Rollenmontage herzustellen. Dabei wurden einige Perforationsstifte entfernt, wodurch beim Perforieren der Bögen kleine Stege entstanden. So blieben die Rollen intakt. 5 Die ersten Rollen wurden 1925 geliefert und wiesen eine sogenannte doppelseitige Perforation auf. Bei dieser Ausführung wurde an den beiden Ecken auf einen Perforationsstift verzichtet und stattdessen zwei Stifte in der Mitte verwendet. Da die Rollenstempel auch quer in die Klebemaschinen eingelegt werden mussten, wurde die vierseitige Perforation entwickelt. Später, im Jahr 1930, kehrte man zur Eckperforation zurück, da sich die Perforation verbessert hatte und die Anzahl der Löcher von 12 auf 13 pro 2 Zentimeter erhöht wurde. 6Nacheinander: 5 Cent doppelseitige Walzenperforation, 7½ Cent vierseitige Walzenperforation und 21 Cent Eckwalzenperforation. Untitled-2 Die Zylindermarken wurden häufig von Firmen in POKO-Klebemaschinen verwendet, die die Marken mit einer Firmenperforation versahen. Sammler nennen diese Marken „Perfins“. Ein Beispiel dafür ist die 6-Cent-Marke ohne Firmenperforation und eine mit Firmenperforation der Amsterdamer Zeitung Dagblad de Telegraaf. Perfin-Sammler bevorzugen zylinderperforierte Marken mit Firmenperforation. Es gibt auch einen Verein in diesem Bereich: den Perfin Club Nederland. Besuchen Sie dessen Website: www.perfinclub.nl. Vielleicht können Sie dem Verein ja einen neuen Perfin-Fund melden! 8 In Danzig begann man auch, Rollen in Automaten einzusetzen. Diese Automaten konnten von den Kunden selbst bedient werden. Zu diesem Zweck wurden die 5-Pfennig- und 10-Pfennig-Briefmarken, die ab Januar 1924 als Bogenmarken erhältlich waren, auch als Bogen ohne Perforationsstifte in den Ecken gedruckt. 9 Dies führte zur Einführung der Eckwalzenperforation, analog zu den Niederlanden. Die 5- und 10-Pfennig-Rollenmarken waren erstmals 1932 erhältlich. Sie wurden auf weißem Papier gedruckt und 1935 auf gelblichem Papier neu aufgelegt. Ihre Gültigkeit für den Postversand endete am 30. September 1939.

2 Kommentare

  1. Hallo Cees,

    Ein weiterer netter kleiner Artikel über einen der vielen Aspekte der Philatelie.
    Zur Verdeutlichung sei erwähnt, dass der Name POKO für Porto Kontroll steht.
    Die Bezeichnung rührt daher, dass die Briefmarkenaufklebemaschinen mit einem Zähler zum Abgleich und zur Überprüfung des Briefmarkengeldes ausgestattet sein konnten.
    Siehe dazu unter anderem die Broschüre:
    Die Geschichte der POKO-Briefmarkenklebemaschine, geschrieben von Ir. Ruud J. Hammink.
    Herausgegeben vom Perfin Club Niederlande

  2. Danzig ist ein faszinierendes Sammlergebiet. Die Stadt hieß früher Danswijk und pflegte jahrhundertelang enge Beziehungen zu den Niederlanden. Auch die Altstadt versprüht noch heute niederländisches Flair. Sehr empfehlenswert!

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