Geheimnis um die Amsterdamer Briefmarke

Briefmarken
Vor einiger Zeit fand ich einen Briefumschlag aus dem Jahr 1947, der von der American Express Company in Amsterdam stammte und an dieselbe Firma in New York adressiert war. Der Umschlag war mit einer 1-Gulden-Briefmarke, einer 50-Cent-Briefmarke und einer 22-Cent-Briefmarke frankiert. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Devisenschmuggels waren 1947 noch in Kraft. Daher der rote Stempelaufdruck: Versiegelt zum Versand angeboten gemäß Ausnahmeregelung Nr. 341. Offenbar besaß American Express eine Ausnahmegenehmigung des Finanzministeriums. Allein das machte den Umschlag zu einem Sammlerstück. Was zunächst nicht auffiel, war die ungewöhnliche Amsterdamer Briefmarke. Bei genauerem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass der Name AMSTERDAM auf dieser Marke nicht korrekt ausgerichtet war. Die Marke stammte vom Typ der Amsterdamer Briefmarkenfabrik Posthumus. Auf der Rückseite des Umschlags war ein schöner Abdruck angebracht. Die in den Briefmarkenbüchern gefundenen AMSTERDAM 1-Briefmarken wurden jedoch von Martin in Berlin und De Munt in Utrecht hergestellt. Die von Martin gefertigte Marke wies ursprünglich eine Schraffur auf, die später von De Munt entfernt wurde. Diese Marke ähnelte der von Martin nicht. Das Briefmarkenmodell hatte zudem einen kleineren Durchmesser. Die Marke wurde 1912 zurückgewiesen und vernichtet. Die Briefmarke der Münze wies römische statt arabische Monatszahlen und sogenannte 12-Stunden-Zeichen auf. Der Abdruck der Briefmarke AMSTERDAM 1 auf dem Umschlag zeigte jedoch arabische Monatszahlen und 24-Stunden-Zeichen! Was war da los? Die Antwort fand ich in den Briefmarken einiger Amsterdamer Postfilialen. Ursprünglich trugen die Briefmarken der Filialen keinen Straßennamen, sondern eine Nummer. Nur wenige Filialen erhielten eine Briefmarke mit langem Balken und der Filialnummer. Die Filiale Nr. 2 war Amstel. Diese Filiale besaß vier Briefmarken mit der Filialnummer. Laut dem Eintrag im Briefmarkenheft wurde die Briefmarke Nr. 1 jedoch im September 1926 ersetzt und im Oktober 1926 vernichtet. Die Filiale am Handelskade besaß ebenfalls einen Stempel mit der Filialnummer. Diese Filiale trug die Nummer 4, die im Stempel nach „AMSTERDAM“ und der Seriennummer 1 angegeben war. Die Filiale wurde am 31. Juli 1911 geschlossen. Was geschah mit dem Stempel? Im Stempelbuch findet sich kein Eintrag dazu. Daher schließe ich, dass die Ziffer 4 entfernt und die Stundenzeichen ersetzt wurden. Der Stempel wurde wieder eingeführt, aber wann genau? Ich habe nur Abdrücke aus den Jahren 1947 und 1949 gesehen. Wurde der Stempel nur für Briefe verwendet, die die Währungskontrolle passierten? Das ist durchaus möglich! Diese Briefe gingen ins Ausland. Deshalb sind auch nicht so viele davon erhalten. Es war ein kniffliges Rätsel, aber nach einiger Recherche fand ich schließlich die Lösung.

3 Kommentare

  1. Cees, ich habe Ausdrucke einer langen Liste mit 3 Sternen: Rotterdam, Scheveningen, Amsterdam, Breda. Die gibt es doch gar nicht, oder?
    Des Weiteren kann ich im NVPH 2013 Folgendes nicht finden: Tilburg Station 1, Haren (Gron.)!, etc.
    Könnten Sie mir bitte Ihre E-Mail-Adresse geben? Dann sende ich Ihnen die Scans (verkleinertes JPG).
    http://bredasepostzegelhandel.nl/stempels/nederland/lange-balk-ar-rom/.
    Hier finden Sie Den Haag mit 3 Sternen und dem LP-Preis. Diese Angaben wären dann ebenfalls falsch.
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
    Tonne

Hinterlasse einen Kommentar

Der Zeitpunkt, zu dem Ihre Antwort sichtbar wird, kann je nach Sprache variieren und bis zu 24 Stunden dauern.

Gastbeitrag