Provinz Sachsen
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den Alliierten besetzt. Der Osten wurde von sowjetischen Truppen der späteren DDR besetzt. Für die Postverwaltung wurde das Land in Oberpostdirektionen unterteilt, und die Provinz Sachsen gehörte zu Halle und Magdeburg.
Es wurden zahlreiche Belegmarken auf verschiedensten Papiersorten gedruckt. Beispielsweise erschienen am 17. Dezember 1945 zwei Marken zur Bodenreform, der landwirtschaftlichen Flurbereinigung. Die beiden Marken mit dem Bild eines pflügenden Bauern wurden von Gebauer entworfen und von Ebelt im Buchdruckverfahren auf Bögen im Format 5 x 10 gedruckt. Die Erstauflage wurde ungezähnt verkauft, und diese Marken sind heute am häufigsten anzutreffen.
Das erste verwendete Papier war gräulich-grau bis gelblich-grau und dünn. Später wurde dickeres, gröberes Papier verwendet.
Die Probedrucke wurden auf diesem Papiertyp angefertigt. Sie sind nur dann identifizierbar, wenn ein Exemplar einen Rand aufweist. Zudem sind die Zahlen auf der linken Seite vertikal gedruckt, während sie auf den regulär verkauften Bögen horizontal angeordnet sind. Die Wertangaben auf der rechten Seite der Probedrucke fehlen. Probedrucke sind äußerst selten.
Die beiden Briefmarken wurden auch perforiert herausgegeben. Man unterscheidet zwischen vierseitig perforierten Marken mit Linienperforation 11½, horizontal unperforierten und vertikal perforierten Marken, horizontal perforierten und vertikal unperforierten Marken sowie Marken mit unregelmäßig geformter Durchperforation.
Bei beiden Werten treten Plattenfehler auf. Die bekanntesten Plattenfehler der 12-Pfennig-Marke sind der beschädigte Buchstabe Z von PROVINZ, auch bekannt als „kleines Herz“, und die beschädigte Randlinie links über der Ziffer 1. Gelegentlich findet sich auch ein kleiner Fehler im Rand über dem Buchstaben M rechts, der jedoch als Druckfehler gilt. Druckfehler sind in dieser Serie häufig. Darüber hinaus kommen Marken vor, die auf der Gummierungsseite bedruckt wurden. Die Auflage betrug mehr als 12 Millionen Sätze.
Am 21. Februar 1946 erschien ein Nachdruck der beiden Briefmarken, der sich deutlich von der Erstausgabe unterschied. Die beiden Marken waren auf dünnem, glänzendem, transparentem Papier mit Wasserzeichen gedruckt. Sammler bezeichnen es als Zigarettenpapier. Es gibt sie in unperforierter, teilweise perforierter und vierseitig perforierter Ausführung.
Die Briefmarken wurden von Giesecke & Devrient im Buchdruckverfahren hergestellt. Das verwendete Papier war ursprünglich für griechische Steuermarken bestimmt und trug ein Wasserzeichen aus den griechischen Buchstaben M und ?. Die Auflage betrug über 6 Millionen Sätze. Zwei schlichte Briefmarken mit vielfältigen Sammelmöglichkeiten.
