'Germania'-Briefmarken und hohe Werte ab 1916 (Teil 4)
Am 1. August 1916 wurden drei Zusatzwerte der Serie „Germania“ herausgegeben. Die Briefmarken zu 2½ Pfennig, 7½ Pfennig und 15 Pfennig wiesen im Vergleich zu den vorhergehenden Ausgaben ein verändertes Design auf.
Die horizontalen Linien hinter dem Bild von „Germania“ waren verschwunden. Die Briefmarken wurden im Buchdruckverfahren auf Papier mit einem rautenförmigen Wasserzeichen und einer Perforation von 14:14¼ gedruckt. Der Wert von 7½ Pfennig erschien in zwei Farbvarianten: orange-gelb bis orange und dunkelorange-rot.
Die Briefmarke mit dem Wert von 15 Pfennig wurde am 1. August 1916 in der Farbe Braunocker herausgegeben. Später in der Farbe Olivbraun.
Die 7½-Pfennig- und 15-Pfennig-Marken wurden in Briefmarkenheftchen herausgegeben, daher existieren zusammenhängende Exemplare. Die 15-Pfennig-Marke wurde hingegen hauptsächlich in Rollen produziert. Bogenmarken dieses Wertes sind seltener.
Die Briefmarken zu 2½ Pfennig und 7½ Pfennig wurden auch als Rollen für Briefmarkenautomaten hergestellt. Für 10 Pfennig erhielt man jeweils ein Paar der beiden Marken. Wie in den Niederlanden waren auch hier Dreierstreifen für Sammler erhältlich.
Die 15-Pfennig-Briefmarke wurde im Mai 1917 in Dunkelviolett herausgegeben. Am 1. Oktober 1918 erschien eine 2-Pfennig-Briefmarke in Olivbraun.
Im Jahr 1919 wurden zwei neue Stückelungen herausgegeben: 35 Pfennig am 6. Februar 1919 und 75 Pfennig am 20. Februar 1919. Im November 1918 wurde das Kaiserreich nach einer Revolution abgeschafft – der Kaiser floh in die Niederlande – und so entstand im Februar 1919 die Weimarer Republik.
Zum Wohle der im Kampf verwundeten oder gar schwer verletzten Soldaten wurden zwei Briefmarken, eine zu 10 Pfennig und eine zu 15 Pfennig, mit einem Aufdruck in gotischen Buchstaben und Ziffern versehen. Die 10-Pfennig-Marke stammt aus einer Auflage, die als sogenannter „Kriegsdruck“ gedruckt wurde. Beide Marken existieren in vielen Farbschattierungen. Der Aufdruck weist zudem zahlreiche Beschädigungen auf.
Die Briefmarke mit dem Wert von 1 Mark und dem Bild des Reichspostamts in Berlin wurde leicht abgeändert. Links und rechts wurden Fahnen auf den Türmen angebracht. Die Farben variierten von Rosa-Rot bis zu leuchtendem Rot. Die Briefmarke wurde im Mai 1920 herausgegeben.
Bereits am 15. März 1920 war das neue Bild der Staatspost für Briefmarken im Wert von 1,25 Mark und 1,50 Mark verwendet worden. Von diesen beiden Briefmarken existieren zahlreiche Farbvarianten.
Ebenfalls am 15. März 1920 wurde die Marke im Wert von 2,50 Mark herausgegeben. Die Farbe dieser Marke variierte in vielen Schattierungen von Rosa-Lila bis Dunkelviolett. Die Germania-Ausgaben und die höheren Werte wurden auf vielfältige Weise überdruckt, um die Post in den damals besetzten Gebieten von 1914 bis 1918 zu frankieren. Die Germania-Serie wurde 1920 mit neuen Werten in verschiedenen Farben und zusätzlichen Ausgaben fortgesetzt. Die Germania-Marken wurden 1921 zum letzten Mal mit neuen Werten überdruckt. Die Germania-Serie und die zugehörigen hohen Werte sind eine unerschöpfliche Quelle für den spezialisierten Sammler!

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