'Germania'-Briefmarken und hohe Werte ab 1902 (Teil 3)
Am 1. April 1902 wurde die Aufschrift REICHSPOST auf den Briefmarken des Deutschen Reiches in DEUTSCHES REICH geändert. Die Briefmarken mit der Aufschrift Reichspost wurden mit Wirkung vom 31. Dezember 1902 für ungültig erklärt.
Die zehn im Jahr 1900 in der Serie „Germania“ herausgegebenen Werte wurden mit einem neuen Rand und nahezu unveränderten Farben neu aufgelegt. Auch das verwendete Briefmarkenpapier blieb unverändert; es war ohne Wasserzeichen. Die Briefmarken dieser Serie weisen eine Kammperforation von 14 auf. Obwohl die Serie erst ab dem 1. April 1902 für den Postversand gültig war, waren die Briefmarken bereits ab dem 20. März 1902 in verschiedenen Postämtern erhältlich.
Der Poststempel auf gebrauchten Briefmarken kann als erstes Hilfsmittel dienen, um zwischen den beiden späteren Drucken zu unterscheiden. Betrachten wir beispielsweise die 2-Pfennig-Marke in Dunkelblaugrau mit dem Datum 20. Mai 1905. Der zweite Druck dieser Marke, auch bekannt als „Friedensdruck“, erschien am 20. November 1905. Dieser Druck zeichnet sich durch klare Abdrücke auf glänzendem, seidenmattem Papier mit einem deutlich sichtbaren Rauten-Wasserzeichen aus. Der Mittelteil mit dem „Germania“-Motiv ist meist leicht glänzend. Die weiße Gummierung ist matt. Die Zähnung ist eine Kammzähnung 14:14½.
Die dritte Auflage trägt den Namen „Kriegsdruck“. Der Druck dieser Auflage ist von minderer Qualität. Die Marken sind auf mattem, rauem Papier mit einem kaum sichtbaren rautenförmigen Wasserzeichen gedruckt. Die Gummierung ist glänzend und glatt. Die Zähnung beträgt ebenfalls 14:14½.
Ein sehr bekannter Plattenfehler ist die Beschädigung des Buchstabens E in DEUTSCHES, wodurch er wie ein F aussieht, also DFUTSCHES. Darüber hinaus finden sich zahlreiche weitere Unvollkommenheiten, wie beispielsweise ein Kratzer an der Wange von „Germania“. Die Serie existiert auch ungelocht.
Die Serie von 1902 war unter anderem mit dem Aufdruck „Exemplar für die UPU“ versehen.
Die hohen Wertmarken von 1 Mark bis einschließlich 5 Mark waren für die Frankierung von Paketen und Wertbriefen vorgesehen. Für die Jahre 1900, 1901, 1902 und 1903 liegen Daten zu den versandten Paketmengen vor: 1900: 180.000.000 Stück; 1901: 184.200.000 Stück; 1902: 192.300.000 Stück; 1903: 199.700.000 Stück. Daraus lässt sich schließen, dass eine große Nachfrage nach diesen hohen Wertmarken bestand.
Die Serie erschien in zwei verschiedenen Ausgaben: eine mit Kammzähnung 14 und die andere mit Kammzähnung 14:14½. Die Briefmarken wurden auf Papier ohne Wasserzeichen gedruckt. 1906 erschien ein Nachdruck mit Kammzähnung 14¼:14¾ oder in Mischformen mit 14½.
Das 2-Mark-Siegel mit gotischer Inschrift existiert nur mit einer Perforation von 14.
Gotische Buchstaben. Auch der Text DEUTSCHES REICH wurde in gotischen Buchstaben geschrieben.
Die zweite Auflage, erhältlich ab Mai 1902, enthielt lateinische Buchstaben. Diese erschienen in zwei verschiedenen Perforationen: Kammperforation 14 und Kammperforation 14:14½. Ein Nachdruck der Briefmarke erschien ab Februar 1906.
Die 3-Mark-Marke gibt es in vielen Farbtönen, von Schwarzviolett bis Dunkelviolett. Die Marke wurde ab März 1911 als sogenannter „Friedensdruck“ neu aufgelegt und ausgegeben.
Die 5-Mark-Marke erscheint üblicherweise mit der Perforation 14. Die Marke mit der Perforation 14:14½ ist besonders selten. Ein Nachdruck dieser Marke erschien am 24. Januar 1906.
Die während des Ersten Weltkriegs hergestellten Nachdrucke werden als „Kriegsdruck“ bezeichnet. Deutliche Unterschiede in der Druckqualität sind erkennbar. Der Druck ist viel verwaschener und wurde auf rauem Papier gedruckt. Der letzte Teil dieser Artikelreihe behandelt die Germania-Briefmarken in neuen Werten und Farben sowie die hohen Werte von 1916.
