Das PostBeeld-Museum (2), die Senf-Brüder
Im PostBeeld-Laden in Haarlem befindet sich direkt am Eingang ein rekonstruiertes Briefmarkengeschäft aus dem 19. Jahrhundert. In den Schaufenstern ist eine Sammlung alter philatelistischer Literatur und Alltagsgegenstände ausgestellt. Es handelt sich um die Privatsammlung von Rob Smit. In einer Artikelreihe stellt Rob gelegentlich ein Museumsstück vor und erläutert es. Die Originale können Sie natürlich im PostBeeld besichtigen.
Die Senf-Brüder.
Letztes Mal berichteten wir über den Pionierhändler Lallier. Weitere Briefmarkenhändler der frühen Jahre, denen wir in dieser Artikelreihe begegnen werden, sind J. B. Moens, Stanley Gibbons und Arthur Maury. Diesmal geht es um die Leipziger Brüder Senf. Richard Senf eröffnete 1872 im Alter von siebzehn Jahren ein Briefmarkengeschäft in Leipzig und begann bald darauf mit der Herausgabe philatelistischer Publikationen. 1874 übernahm sein Bruder Louis den Briefmarkenhandel und den Verlag. 1880 kehrte Richard in das Unternehmen zurück und übernahm die Leitung des Verlagsbereichs. Louis widmete sich fortan dem Briefmarkenhandel und gründete unter anderem eine Abteilung für die Briefmarkenprüfung.
Richard war ein wahrer Forscher und ein begabter Kompilator. Seit 1892 erscheint jährlich ein illustrierter Katalog. Dieser Weltkatalog gilt als der beste seiner Zeit. Zahlreiche Varianten sind bereits enthalten. Ich besitze lediglich ein Faksimile der Erstausgabe. Mein ältestes Originalexemplar stammt aus dem Jahr 1905.
Dass dieser Katalog tatsächlich ein Erfolg war, beweisen die erhaltenen Auflagenzahlen; 1892: 16000, 1893: 21000, 1894: 25000, 1895: 25000, 1896: 25000, 1897: 25000, 1898: 25000, 1899: 23000, 1900: 20000, 1901: 20000, 1902/03: 18000, 1904/05: 22000, 1905: 25000, 1906: 28000, 1907: 27000, 1908: 32500, 1909: 31000, 1910: 30000, 1911: 33000, 1912: 36000
Neben dem jährlich erscheinenden Weltkatalog wurde zweimal monatlich die Zeitschrift „Illustrierte Briefmarken-Journal“ herausgegeben. Hinzu kamen diverse weitere philatelistische Publikationen, Aufbewahrungssysteme und Hilfsmittel. Eines davon ist das hier abgebildete philatelistische Handbuch mit vielen praktischen Informationen für Briefmarkensammler.

Schöne Nostalgie
Die Gestaltung der Kataloge und der Zeitschrift ist ein hervorragendes Beispiel für ihre Zeit.
Ich besitze verschiedene Exemplare des Illustrierten Postwertzeichenkatalogs von Gebrüder Senfs, darunter die Jahrgänge 1892, 1894, 1895, 1896, 1897, 1898/99 sowie einige Exemplare nach 1900. Bei Interesse bitte melden.
M.vr.gr.
CPHZuhorn