Postbote Van der Steng?!?
Ein Briefumschlag mit einem Poststempel von 1947, der die Aufschrift „Postagent Van der Steng Onze Marine“ trägt. Ein Scherz? Nein, eine echte, amtliche Briefmarke. Aber warum gerade diese Briefmarke, die von allen anderen Briefmarken jener Zeit abweicht?
Van der Steng war Matrose 1. Klasse in der Königlich Niederländischen Marine. Er war eine Figur aus der Fantasie des Schriftstellers Albert Chambon. Dieser verfasste drei Bücher über die Marine: „Marine-termen“ (Marinebegriffe), „Marine-gewoonten en-gebruiken“ (Marinegewohnheiten und -bräuche) und „Marineschetsen en-humor“ (Marineskizzen und -humor). Chambon, Pseudonym für Angenent, der mit 45 Jahren in den Ruhestand ging, gründete eine Druckerei in Den Helder. Er engagierte sich stets als Vorstandsmitglied der römisch-katholischen Marinegewerkschaft St. Christophorus. Unter anderem schrieb er über den Wiederaufbau der Königlich Niederländischen Marine nach dem Zweiten Weltkrieg. Um junge Menschen für die Seefahrt zu begeistern, sammelte er Geld für den Bau eines Schulschiffs. Dieses Schiff wurde gebaut und nach dem Matrosen aus seinen Büchern „Van der Steng“ benannt. Es bereiste mit einer Segelausstellung über die Schifffahrt viele Orte in den Niederlanden. 'Aus dem Stein' Es handelte sich um ein Schiff, das aus minderwertigen Materialien gebaut worden war. Die Stahlqualität war so kurz nach dem Krieg ebenso schlecht wie die Maschinen im Maschinenraum. Die Königlich Niederländische Marine war nicht bereit, Geld für die Verbesserung des Schiffes auszugeben, und so wurde die „Van der Steng“ an einen italienischen Millionär verkauft, der sie zu einer privaten Yacht umbauen ließ. Zwei Jahre später geriet das Schiff im Mittelmeer in Brand und sank.
Während ihres Einsatzes in niederländischen Gewässern wurde an Bord ein kleines Postamt eingerichtet. Es war lediglich provisorisch, doch der Postbeamte verfügte über einen eigenen Poststempel. Dies wurde sogar in einem Dienstbefehl bekanntgegeben: Dienstbefehl Nr. H.539 vom 24. September 1947: Einrichtung einer Postagentur. An Bord des Kontaktschiffs „van der Steng“ der Stiftung des Allgemeinen Niederländischen Komitees „Unsere Marine“, das am Donnerstag, dem 25. September, zu einer Propagandareise durch die niederländischen Binnengewässer von Rotterdam aus in See stach, wurde eine Postagentur eingerichtet, die ausschließlich für den Verkauf von Briefmarken und die Bearbeitung gewöhnlicher Korrespondenz zuständig ist. Diese Korrespondenz wird mit einem Sonderstempel versehen, der die Aufschrift trägt: Postagent – van der Steng. „Unsere Marine“. Die Briefmarke wurde am 26. Februar 1947 von De Munt geliefert und traf am 3. März 1947 an Bord des Schiffes ein. So kam es, dass Herr R. Tocila, ein unter Briefmarkensammlern wohlbekannter Name, sich selbst ein kleines Druckwerk zusenden konnte. Darauf wurde ein Abdruck der „Schiffsmarke“ angebracht. Ein weiterer Zuwachs für die Sammlung!

Ich bin im Besitz dieser Briefmarken 1 bis 8.
Handelt es sich um besondere Briefmarken und haben sie einen Wert? Mit freundlichen Grüßen, Mike
Mike, vor zwei Jahren fragte mich jemand, ob ich so eine Briefmarke besäße. Leider nein, obwohl ich von 1949 bis 1951 auf diesem Schiff gefahren bin. Aber ich bin sicher, es wäre ein tolles Sammlerstück für dich. Frag doch mal im Internet danach; da findet man oft mehr.
Mike, hast du inzwischen etwas Neues über den Wert dieser besonderen Briefmarke und Siegel erfahren?
Das Van der Steng heißt jetzt Albacora oder Tortola und wurde vollständig restauriert.
Ich wusste nicht, dass das Schiff jemals gesunken war.
Könnte es sein, dass Sie als Kleinkind an Bord waren?
Msgr
Das Schiff fuhr jahrelang als Passagierfähre „Aegilium“ in Italien und fährt heute noch als Yacht „Albacora of Tortola“, nur hat es sich bis zur Unkenntlichkeit verändert: https://www.flickr.com/photos/flypaul/7874572210/in/album-72157631268281562/
Vielen Dank für diese Information!
Angenent war mein Großvater…