Briefmarke der Niederländisch-Ostindien
Postsendungen mit einer besonderen Note wecken immer meine Aufmerksamkeit. Wie zum Beispiel ein Briefumschlag, der am 18. Dezember 1934 in Ambon (Amboina) abgeschickt wurde und am 25. Dezember 1934 in Bandung ankam. Trotz Weihnachten dachte der Beamte, der den Brief bearbeitete, nicht im Geringsten an die Feiertage.

Dem Stempelabdruck aus Bandung auf der Rückseite zufolge traf der Brief an diesem Nachmittag um 16:00 Uhr ein. Zwischen 16:00 und 17:00 Uhr klebte er eine 5-Cent-Briefmarke auf und stempelte den Brief um 17:00 Uhr mit dem Bandung-Stempel ab. Ob der Brief auch am Weihnachtstag zugestellt wurde, lässt sich nicht feststellen. Der Empfänger hatte ein Postfach in Bandung.

Zurück zum Umschlag mit der Portomarke. Mir war bekannt, dass die Portomarken Niederländisch-Ostindiens mit denselben Druckplatten wie die blauen niederländischen Portomarken hergestellt wurden. Die ersten Auflagen dieser Marken bestanden aus zwei Durchgängen: Zuerst wurde der Rand ohne Wertangabe und ohne Cent gedruckt. Diese wurden erst später in einem zweiten Durchgang hinzugefügt. Sammler bezeichnen dies als Doppeldruck. Dies zeigt sich an kleinen Farbunterschieden zwischen Rand und Wertangabe; manchmal ist die Wertangabe auch nicht exakt mittig positioniert. Stammt die Portomarke auf dem Umschlag aus einem Doppel- oder einem Einzeldruck?

Ab 1915 wurden die Briefmarken als vollständige Druckplatten gedruckt, d. h. Rand und Wertangabe befanden sich auf einer einzigen Platte. Dies war der einzige Druckvorgang. Das erkennt man an der Farbe, die für Rand und Wertangabe identisch ist, und daran, dass die Wertangabe stets genau mittig platziert ist. Die Portomarke auf dem Umschlag stammt aus diesem einzigen Druckvorgang. Ich bezweifle, ob die Vorsitzende des Vereins dies zur Kenntnis genommen hat, aber sicher ist, dass sie den Umschlag nicht weggeworfen hat! Ganz im Sinne von Weihnachten: Dinge aufbewahren statt zerstören?



Das Schöne an Nachportomarken ist, dass man sie noch immer zu einem vernünftigen Preis sammeln kann. Die hier abgebildete Marke aus der Ausgabe von 1913–1940 stammt aus einer Serie von 17 Stück mit einem Gesamtwert (entwertet) von 50 Euro, wobei nur die Marke zu 37,5 Cent mit 25 Euro als „teuer“ gilt.
Ein gelungener Artikel, der durch die klaren Bilder zusätzlich aufgewertet wird.
„Weiter so!“ Viele Grüße, Maarten