Paquebot; Paketboot, Postboot?
Nein, in diesem Fall ist eine Briefmarke gemeint, die für Postsendungen an Bord von Schiffen verwendet wurde. Seeleute, die Briefe oder Postkarten verschicken wollten, konnten ihre Sendungen mit Briefmarken aus ihrem Heimatland frankieren.
Ein Beispiel aus dem eigenen Land. Ein Schiffsingenieur an Bord der SS Capulonix, ein Tanker von Shell Tankers NV in Rotterdamwollte einen Brief an einen Kontakt in Surinam.
Er befand sich auf See, und nachdem der Brief fertig war, wurden zwei niederländische Briefmarken im Wert von insgesamt 60 Cent auf den Umschlag geklebt. Nach der Ankunft im Hamburger Hafen wurde ein Abdruck der PAQUEBOT-Briefmarke angebracht. Diese Briefmarke sollte eigentlich auf den Umschlag gedruckt sein, aber es wurde zusätzlich eine Briefmarke verwendet. Der Brief wurde zum Flughafen geschickt. Hamburg Dort wurden die Briefmarken am 2. November 1971 mit dem deutschen Stempel HAMBURG FLUGHAFEN entwertet. Von dort wurde der Brief per Luftpost nach Suriname geschickt.
Aber könnte das alles einfach so passieren? Deutsche Post Er erledigte die ganze Arbeit und wurde nicht bezahlt! Laut einer Regelung des Weltpostvereins (UPU) war das möglich. Da es an Bord des Schiffes keine Poststelle gab, mussten die aufgeklebten Briefmarken im Postamt des Ziellandes abgestempelt werden. Der PAQUEBOT-Stempel diente als Nachweis, dass der Brief korrekt frankiert war und kein Porto berechnet werden sollte. Wieder ein schönes Stück Post für die Sammlung! Seepost, Luftpost, lustige Post. Noch etwas zum Tanker. Dampfschiff Capulonix Der Tanker wurde 1959 bei der Bethlehem Steel Corp. in Quincy, USA, gebaut und hatte eine Verdrängung von über 50.000 Tonnen. Er fuhr unter liberianischer Flagge und wurde 1979 nach einer schweren Kollision außer Dienst gestellt und in Taiwan verschrottet.

Und schließlich noch eine gute Geschichte über Philatelie.
Immerhin geht es hier mal wieder um etwas. Cees ist cool.
Endlich wieder philatelistische Einblicke, und dazu noch wunderschöne! Danke CEES!!!!!!!!!!!!!
Cees, ein toller Beitrag, der die Vielfalt der Philatelie verdeutlicht. Schön, danke.