Überfluss oder Faulheit?
Seit 1934 fanden auf dem Münchner Belt in München internationale Pferderennwochen statt. Die höchste Auszeichnung war der Deutsche Braune Gürtel. Dieser Preis war von Hitler gestiftet worden, der München zur „Stadt der deutschen Kunst“ erklärt hatte. Parallel zu den Pferderennen fanden auch andere Festlichkeiten statt, wie beispielsweise die „Nacht der Amazonen“.
Die Verleihung des „Deutschen Braungurts“ im Jahr 1934 führte nicht zur Herausgabe einer Briefmarke. Auch 1935, als die Wettkämpfe zum zweiten Mal stattfanden, wurde keine Briefmarke herausgegeben. Die Popularität der Veranstaltung wuchs jedoch stetig, und so beschloss man 1936, die dritten Braungurt-Wettkämpfe mit einem Sonderbriefmarkenblock zu würdigen, der eine Briefmarke im Wert von 42 Pfennig und einen Aufschlag von 108 Pfennig enthielt.
Das Papier für den Stempelblock wurde speziell angefertigt. Es handelte sich um handgeschöpftes Papier mit dem Wasserzeichen „München Riem 1936“. Dieses Wasserzeichen ist deutlich sichtbar, nicht nur auf der Rückseite, sondern auch auf der Vorderseite.
Der Briefmarkenblock wurde am 22. Juni 1936 herausgegeben und war bis zum 31. März 1937 gültig. Leider sind mir weder die Auflage noch die Verkaufszahlen bekannt. 1937 fanden die vierten Rennen der Brown Band statt. Da jedoch keine neue Briefmarke herausgegeben wurde, entschied man sich, den Block von 1936 nachzudrucken.
Was war das Problem? Gab es zu viele Druckblöcke übrig? Auch das ist mir unklar. Oder wurden die Blöcke nachgedruckt und dann überdruckt? Ersteres erscheint mir wahrscheinlicher. Allerdings kenne ich weder die Auflage noch die Verkaufszahl. Der Block wurde am 1. August 1937 ausgegeben und war bis zum 30. Juni 1938 gültig. Für das Jahr 1938 wurde jedoch eine neue Briefmarke herausgegeben, ebenfalls mit einem Wert von 42 + 108 Pfennig. Diese Marke erschien am 20. Juli 1938 und war bis zum 31. Dezember 1939 gültig. Entworfen wurde sie von Professor R. Klein, der auch den Block von 1936 gestaltet hatte.
So wurde jedes Jahr eine neue Briefmarke für den Braunen Gürtel Deutschlands herausgegeben, jeweils im Wert von 42 + 108 Pfennig. Im Jahr 1939 wurde die Briefmarke am 12. Juli 1939 herausgegeben.
Der Zweite Weltkrieg brach am 1. September 1939 mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen aus. Doch der Briefmarkenlauf in München ging weiter. Am 20. Juli 1940 wurde eine Briefmarke herausgegeben, und ein Jahr später, am 20. Juli 1941, folgte eine weitere.
Im Jahr 1942 wurde am 14. Juli eine neue Briefmarke herausgegeben, und im Jahr 1943 am 27. Juli. Professor R. Klein war weiterhin der Designer, und der Wert betrug weiterhin 42 + 108 Pfennig.
Die letzte Briefmarke wurde am 23. Juli 1944 herausgegeben. Die „Braune Band“-Serie existierte zehn Jahre lang. Danach war Schluss. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete auch die Hauptpreisaktion. Wohin sind die ganzen Aufschlagsgelder geflossen? Ich weiß es auch nicht! Weißt du es?

Ich möchte gerne den Wert dieser Briefmarken erfahren, da ich den Block mit der roten deutschen Reichsmarke besitze.
Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.
Der Wert des 1937er-Blocks mit dem roten Aufdruck lässt sich nicht so einfach bestimmen. Der Katalogwert hängt vom Zustand des Blocks ab. Beispielsweise spielt es eine Rolle, ob er postfrisch ist (wie er am Postschalter erworben wurde), ob er Klebestreifen (zur Befestigung im Album) aufweist, ob die Gummierung entfernt wurde, ob er separat abgestempelt oder auf einen Briefumschlag gestempelt wurde. Auch die Herkunft des Abdrucks – ob von einem Standardstempel oder von der Sondermarke des Münchner Belts – ist relevant. Verfärbungen der Gummierung oder des Briefmarkenpapiers wirken sich ebenfalls aus. Zudem wurde weißes und gräuliches Papier verwendet. Und nicht zu vergessen: Es existieren gefährliche Fälschungen des roten Aufdrucks. Möchten Sie den Katalogwert, den Ankaufspreis beim Briefmarkenhändler oder den Verkaufspreis beim Händler ermitteln? Oder den Wert über eine Internetseite wie eBay? Es gibt also viele Faktoren zu berücksichtigen!