Ostropa 1935
Die Ausstellung fand vom 23. Juni bis zum 3. Juli 1935 statt. Während der Ausstellungszeit wurden die Blöcke zum Preis von 1,70 Reichsmark inklusive Eintrittskarte verkauft. Der Entwurf des Blocks stammte von Professor Dr. Franz Marten.
Der Briefmarkenblock wurde in einer Auflage von 162.700 Exemplaren im Vierfarbendruckverfahren hergestellt. Die Motive der vier Briefmarken wurden in vier Druckgängen aufgebracht, wodurch die Briefmarken innerhalb des Blocks mitunter leicht gegeneinander verschoben waren. Das Briefmarkenpapier trug ein deutlich sichtbares Wasserzeichen mit der Aufschrift „OSTROPA“ und der Jahreszahl 1935. Darüber hinaus weisen die vier Briefmarken ein Wasserzeichen in Form eines Kreuzes auf, das dem Deutschen Ordenskreuz entspricht.
Kataloge rieten dringend davon ab, den „ungebrauchten“ Block aufzubewahren. Der Grund dafür war, dass die Gummierung des Blocks mitunter eine hohe Konzentration an Schwefelsäure enthielt, wodurch das Briefmarkenpapier braun wurde und beschädigt wurde. Daher wurde empfohlen, die Originalgummierung zu entfernen. Werden Blöcke „mit vollständiger Gummierung“ angeboten, ist zu beachten, dass die Originalgummierung viel später durch eine andere Schicht ersetzt wurde. Außerdem kann das Briefmarkenpapier sehr weiß erscheinen, was ebenfalls ein Hinweis auf die Verwendung eines Bleichmittels sein kann. Unbehandelte Blöcke erkennt man an der bräunlichen Verfärbung des Papiers an den Stellen, an denen die Gummierung entfernt wurde. Die Abbildungen der Briefmarken wurden wie folgt beschrieben:
3 Pfennig: Schloss Allenstein mit der Karte Ostpreußens im Hintergrund. 6 Pfennig: Das Tannenberg-Denkmal mit dem Reichsadler im Hintergrund. Das Denkmal wurde zum Gedenken an die in der Schlacht bei Tannenberg im heutigen Polen vom 26. bis 31. August 1914 gefallenen deutschen Soldaten errichtet. 12 Pfennig: Schloss Königsberg mit dem Wappen Ostpreußens im Hintergrund. 25 Pfennig: Schloss Heilsberg mit einem Eichenlaub im Hintergrund.
In der während der Ausstellung geöffneten provisorischen Poststelle wurden verschiedene Briefmarken zum Abstempeln der Blöcke verwendet. Die am häufigsten verwendete Briefmarke zeigte eine verstellbare Datums- und Zeitanzeige sowie das Bild eines Ritters.
Außerdem wurden zwei Sondermarken verwendet. Eine trug die Aufschrift „Crank-Rossitten Schiffspost“ vom 27. Juni 1935, die andere die Aufschrift „Schiffspost Grosses Moosbruch“ vom 30. Juni 1935. Die Abdrücke mussten in schwarzer Tinte erfolgen. Rote und grüne Abdrücke wurden von der Post nicht offiziell verwendet.
Ebenfalls zum Verkauf stand ein Siegelstempel mit einer Abbildung des Jagdschlosses Rominte, dem ehemaligen Jagdschloss Kaiser Wilhelms II., erbaut aus Holz im norwegischen Stil auf der Rominterheide. Aufgrund der Seltenheit des Stempels wurden Nachdrucke als Faksimiles angefertigt, sowohl ungestempelt als auch mit dem Stempel, der den Ritter darstellte. Die Stempel sind auf strahlend weißem Papier gedruckt, und das Wasserzeichen ist ebenfalls im Druck aufgebracht.
1944 wurde Schloss Königsberger im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe schwer beschädigt und brannte vollständig nieder. 1968 wurden die Ruinen auf Befehl Leonid Breschnews gesprengt und abgerissen. Königsberg gehört heute zu Russland und trägt den neuen Namen Kaliningrad.
Liebe,
Ich habe Ihren Artikel gerade gelesen, sehr interessant. Ich besitze Block 3.
Ich besitze aber auch einen gebrauchten Umschlag mit den MI-Nummern 573-575 und den Ostropa Knight-Briefmarken.
Mit freundlichen Grüßen,
Hugo