Sternenmädchen versus traditionelle Tattoos

Aland Bosnien-Herzegowina Französisch Polynesien
1 Stempel-Tattoo Åland 2006Seit Wochen sorgt sie für Schlagzeilen: die belgische Nachwuchsschauspielerin. Angeblich wurde sie Opfer eines extremen Tätowierers, der ihr statt nur drei 56 Sterne ins Gesicht tätowierte. Die junge Frau soll während des Tätowierens eingeschlafen sein. Laut einer dermatologischen Untersuchung wurde das Tattoo zu tief gestochen, was bei der 18-jährigen Kimberley Vlaeminck zu einer Ohnmacht führte. Es kursieren jedoch Gerüchte, dass die Nachwuchsschauspielerin die 56 Sterne selbst ausgesucht habe. Als ihr Vater das Ergebnis sah und in Wut geriet, soll sie die Geschichte erfunden haben. Andere vermuten, es handele sich um einen PR-Gag eines Radiosenders. Fest steht: Die Nachwuchsschauspielerin hat für ordentlich Aufsehen gesorgt. Die Maori wären angesichts des ganzen Trubels wohl erstaunt. 5-Stempel-Tattoo Neuseeland 1970 Maori-Tattoo-MusterDie Maori sind mit dem Ta Moko vertraut. Diese Tätowierung wird nicht durch viele kleine Punkte, sondern durch Schaben und Ritzen in die Haut aufgebracht. Dadurch ist die Haut beim Moko nicht glatt, sondern gerillt. Hochrangige Maori trugen Mokos. Sie galten auch als attraktiv. Männer trugen Mokos üblicherweise im Gesicht, am Gesäß und an den Oberschenkeln. Frauen trugen sie auf den Lippen und am Kinn. Heutzutage wird die alte Technik des Ritzens kaum noch angewendet; stattdessen wird tätowiert. Manchmal werden Mokos auch für Touristen aufgemalt. Das Muster einer Maori-Tätowierung ist auf der neuseeländischen Briefmarke von 1970 abgebildet. 6-Stempel-Tattoo Bosnien und Herzegowina (Kroatien) 2004In Bosnien und Herzegowina ist traditionelles Tätowieren ausschließlich unter der katholischen Bevölkerung und fast ausschließlich unter Frauen verbreitet. Üblicherweise werden Kreuze auf Hände, Fäuste und Unterarme tätowiert, manchmal auch auf Brust oder Stirn. Während der islamischen Herrschaft in Bosnien und Herzegowina sollten die Tätowierungen katholische Frauen vor Inhaftierung und Religionswechsel schützen. Heutzutage sind traditionelle Tätowierungen selten und fast nur noch an älteren Frauen zu bewundern. Die bosnisch-herzegowinische Briefmarke von 2004 zeigt ein schönes Beispiel einer traditionell tätowierten Frauenhand. Auf den Inseln des Südpazifiks, wie Französisch-Polynesien und Samoa, werden Tätowierungen mit einer Art Kamm mit spitzen Zinken angebracht. Dieser Kamm wird mit einem Stock bearbeitet. In Samoa verleiht das Tragen von Tätowierungen dem Status eines Menschen eine besondere Bedeutung. Eine Tätowierung wird dort als „Erbse“ bezeichnet. 3 Stempel Tattoo Samoa 1981 Die Kunst des Tätowierens Die Briefmarkenserie aus Samoa aus dem Jahr 1981 zeigt die Kunst des Erbsenaufsetzens. 4 Stempel-Tattoo Französisch-Polynesien 2000 Französisch-Polynesien gab im Jahr 2000 anlässlich eines internationalen Tattoo-Festivals Briefmarken heraus. Wunderschöne Briefmarken mit Abbildungen traditioneller Tätowierungen. Manche Forscher glauben, dass Tätowierungen seit der Vorgeschichte existieren. Angeblich wurden sie bereits in Felszeichnungen dargestellt. Bewiesen ist dies jedoch nicht. Schließlich zersetzt sich der menschliche Körper schnell. Nur sehr selten wird ein gut erhaltener Körper aus einer alten Zivilisation gefunden, wie beispielsweise der eines Mannes, der 1991 in einem Gletscher eingefroren war. Wanderer entdeckten den Körper, der sich als 5300 Jahre alt herausstellte. Man fand 57 Tätowierungen an ihm. Noch vor wenigen Jahrzehnten galten Tätowierungen als etwas für Seeleute und wurden zudem oft mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Heute sieht man Tätowierungen in allen Gesellschaftsschichten. Sie sind „in Mode“. 2 Stempel-Tattoo Åland 2006 Im Jahr 2006 brachte Aland einige moderne Tattoos auf Briefmarken an. Man mag sie lieben oder nicht. Eines ist sicher: Manche Tattoos sind wahre Kunstwerke.
Gastbeitrag