Niederländisch-Neuguinea (2)

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Beim Durchblättern des Sonderkatalogs der Niederlande und ihrer Überseegebiete stößt man an zwei Stellen auf niederländische Portomarken: im Kapitel über niederländische Briefmarken, aber auch im Abschnitt über Niederländisch-Neuguinea. Wie ist das möglich? Am 27. Dezember 1949 wurde die niederländische Herrschaft über Niederländisch-Ostindien an Indonesien übertragen. Die Residenz in Neuguinea verblieb jedoch in Form einer „Regierung“ unter niederländischer Verwaltung. Die Hauptstadt wurde Hollandia. Bereits am 2. Januar 1950 gab es Dauermarken, Zahlenmarken und Marken mit dem Bildnis von Königin Juliana, die jedoch noch nicht in allen Postämtern erhältlich waren. Die veränderte politische Lage war daher frühzeitig berücksichtigt worden. Briefmarken waren also verfügbar, Nachportomarken jedoch noch nicht. Es gab jedoch noch die 1946 in Australien gedruckten, farbenfrohen Nachportomarken. Diese trugen keinen Ländernamen und konnten daher in Neuguinea ohne politische Probleme verwendet werden. Die Bestände waren nicht sehr groß, und ihre Verwendung endete am 31. Oktober 1950. Es ist sehr schwierig, diese Nachportomarken zu finden, die tatsächlich auf Postsendungen in Neuguinea verwendet wurden. Um den Mangel an Nachportomarken auszugleichen, wurde beschlossen, niederländische Nachportomarken nach Neuguinea zu schicken. Der NVPH-Katalog enthält eine Übersicht über die Anzahl der tatsächlich verwendeten niederländischen Nachportomarken für unzureichend frankierte Sendungen usw. Darüber hinaus wurden auf Wunsch von Sammlern einige Serien mit in Neuguinea gebräuchlichen Stempeln entwertet. Diese Marken sind vor allem daran erkennbar, dass nur ein kleiner Teil der Stempelabdrücke abgedruckt wurde, in der Regel nur der Teil mit dem Namen des Postamts ohne Datum. So findet sich beispielsweise nur der Name HOLLANDIA und ein Teil der Schattierung des Stempels oder es wurden Stempel anderer Postämter verwendet. Beispielsweise mit dem BIAK-Gummistempel versehen. Dieser Abdruck stammt vom Gummistempel der Seepost Biak, wie der Abdruck auf einem Luftpostbogen belegt. Zahlreiche Sammler besitzen Serien, die auf diese Weise abgestempelt wurden. Es gibt aber auch niederländische Nachportomarken in Werten, die ursprünglich gar nicht existierten! Diese Nachportomarken wurden aus den Niederlanden versandt und anschließend in Neuguinea abgestempelt. Die Anzahl der auf Anfrage in Neuguinea abgestempelten niederländischen Nachportomarken ist in der Katalogübersicht nicht enthalten. Zurück zum Viererblock mit 40-Cent-Briefmarken aus dem Katalog. Er sieht gut aus, wurde aber auch nicht für eine unterfrankierte Postsendung oder Ähnliches verwendet. Bei genauerer Betrachtung des Briefmarkenabdrucks fällt auf, dass eine sogenannte offene Balkenmarke der Firma Numerofa aus Amsterdam zum Einsatz kam. Die Marke „HOLLANDIA 6“ wurde am 28. Oktober 1960 von der Briefmarkenfabrik geliefert und nach Neuguinea geschickt. Ein Abdruck dieser Marke ist im Numerofa-Briefmarkenheft zu finden. Zum Vergleich: ein Abdruck einer 25-Cent-Marke mit dem Aufdruck „HOLLANDIA-NOORDWIJK 2“. Auch diese Marke wurde 1960 nach Neuguinea geschickt. Der Briefmarkenabdruck des Viererblocks erfolgte am 17. September 1962. Später wurde die Zahl 6 in der Jahreszahl 62 durch die Zahl 5 ersetzt, sodass der Eindruck entsteht, der Block sei korrekt gestempelt. Die niederländischen Portomarken wurden in Neuguinea bis einschließlich 31. Dezember 1953 verwendet. Anschließend, vom 1. Januar 1954 bis zum 31. Juli 1957, kamen Dauermarken (Zahlenmarken und Juliana-Marken) als Portomarken zum Einsatz. Vom 1. August 1957 bis zum 30. September 1962 wurden die eigenen Portomarken Niederländisch-Neuguineas verwendet. Darauf gehe ich später noch einmal ein.

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