Druckfehler oder Druckaussetzer?
Sammler indonesischer Briefmarken kennen dieses Problem nur zu gut. Neben den Briefmarkenserien, die regulär am Schalter erhältlich sind, werden auch Sondermarken angeboten. Diese sind natürlich nicht am Schalter erhältlich!
Als Beispiel habe ich eine zweiteilige Briefmarkenserie gewählt. Sie wurde zum fünfjährigen Bestehen des Entwicklungsplans herausgegeben. Der erste Teil erschien am 17. August 1969 und umfasste Briefmarken im Wert von 7,50, 12, 30 und 40 Rupiah.
Der zweite Teil der Serie wurde am 27. September 1969 herausgegeben und enthielt Briefmarken im Wert von 5, 10, 15, 20, 25 und 50 Rupiah. Allerdings gelangten auch abweichende Briefmarken über verschiedene Briefmarkenhändler in den Handel.
Beispielsweise die 7,50-Rupiah-Marke ohne Gelb, die 30-Rupiah-Marke ohne Grau und Schwarz und die 40-Rupiah-Marke ohne Gelb und Orange, dafür aber mit Rosa. Die beiden letztgenannten Marken sind zudem links und rechts ungezähnt, und die Zähnung verläuft vertikal durch das Markenbild. Dieselben Abweichungen traten auch im zweiten Teil der Serie auf.
Wie konnte es sein, dass solche Abweichungen angeboten wurden? Einige Kataloge führen sie auf, längst nicht alle. Sind diese Briefmarken sammelwürdig? Der eine meint: wertloser Druckschrott, der andere: Ich wünschte, ich hätte sie! Die Motive der abweichenden Marken entsprechen denen der Originalmarken, nur die Farben sind anders. Noch verrückter wird es aber, wenn Marken mit einem völlig anderen Motiv auftauchen. Was hat es damit auf sich? Sind das Probedrucke oder so etwas? Ein Beispiel ist die 15-Rupiah-Marke: Die Standardausgabe zeigt drei Spulen eines Webstuhls. Auf den anderen Marken ist jedoch nur eine Spule abgebildet, und das Motiv ist völlig anders.
Was ist Ihre Meinung? Sammlerwert oder nicht? Gehören sie in den Briefmarkenkatalog und das Briefmarkenalbum Indonesiens oder in den Müll?

Ich glaube, dieser „Druckmüll“ wird absichtlich produziert und vertrieben, um mit den Briefmarkenausgaben noch etwas dazuzuverdienen. Dieses Phänomen tritt in Indonesien schon seit vielen Jahren auf, und das ist sicherlich kein Zufall. Es gehört definitiv nicht in einen Katalog. Aber natürlich steht es jedem frei, zu sammeln, was er möchte.
'@Cees
Dieses Phänomen ist schon seit gut 30 Jahren bekannt, und um 1974 wurde sogar ein Katalog dazu von einem niederländischen Händler veröffentlicht, der offenbar gute Kontakte zur Pertjetakan Kebajoran, der indonesischen Staatsdruckerei, hatte.
Weltweit sind die Menschen nicht skeptisch gegenüber dem „Umschichten von Geld“.
Aber wie Toon auch sagt, gehört das nicht zur Philatelie und sollte schon gar nicht ein Grund sein, den Aussteller bei Ausstellungen für sein besonderes Material zusätzlich zu belohnen.
Aber welcher Richter will das eigentlich wissen???