Geschichtsmonat 2024: Komplett gefälscht
Wir befinden uns mitten im Geschichtsmonat zum Thema „Echt gefälscht“. Haben Sie schon Vorträge besucht oder Museen zu diesem Thema besichtigt? Fälschungen sind, genau wie „Fake News“ und der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf unsere Gesellschaft, ein hochaktuelles Thema. Den ganzen Oktober über können Sie Ihr Wissen zum Thema „Echt gefälscht“ in einem umfassenden Programm vertiefen. Den Link dazu finden Sie unten im Blog. Besitzen Sie gefälschte Briefmarken in Ihrer Sammlung? Wenn ja, welche?
Irland
Imagine Ireland (2024)
In Zusammenarbeit mit der KI-Künstlerin Kasia Ozmin, die ihre visionäre Interpretation eines imaginären Irlands schuf, erweitert An Post mit seinen surrealen Krypto-Briefmarken gemeinsam mit irischen Künstlern die Grenzen des Briefmarkendesigns. Des Morley, Chief Digital and Technology Officer von An Post, sagt über die erste KI-generierte Briefmarkenkollektion von An Post: „Wir setzen seit Langem Innovationen in unserem Geschäft ein – in diesem Fall trifft digitale Innovation auf eines unserer traditionsreichsten Produkte: Briefmarken.“
Die Designerin und KI-Künstlerin Kasia Ozmin erklärt zum Briefmarkendesign: „KI sollte in der Kunst ein Werkzeug sein, nicht die menschliche Kreativität ersetzen. Sie erweitert unsere künstlerischen Möglichkeiten und eröffnet uns neue, bisher unzugängliche Bereiche der Fantasie und des Ausdrucks. Das Konzept dieser Briefmarkenmotive richtet sich bewusst an Menschen, die mit generativer Kunst noch nicht vertraut sind. Auf den ersten Blick erinnern die Bilder an bekannte irische Landschaften, doch bei genauerem Hinsehen regen sie zum Nachdenken an. Im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit imaginären Lebensräumen habe ich mir einen Ort vorgestellt, an dem die fortschrittlichen Fähigkeiten der KI nahtlos mit der vertrauten irischen Landschaft verschmelzen. Diese imaginäre Welt spiegelt einen Lebensstil wider, der sowohl das kulturelle Erbe als auch die Möglichkeiten des Unvorstellbaren würdigt.“
Die traditionelle nationale Briefmarke „N“ (1,40 €) zeigt die Zukunft des Verkehrs in Irland. Die internationale Briefmarke „W“ (2,20 €) für weltweiten Versand erkundet neue Möglichkeiten für städtische und ländliche Siedlungen und hinterfragt unsere Vorstellung von Wohnen durch eine futuristische Lösung. Die Briefmarken sind ab dem 26. September 2024 erhältlich.
Als limitierte Auflage sind Briefmarkenheftchen mit der Krypto-Briefmarke auch online unter www.anpost.com/cryptostamp erhältlich. Jede Krypto-Briefmarke ist mit einem einzigartigen Non-Fungible Token (NFT) auf der Blockchain und einem individuellen PIN-Code verknüpft. Die Hefte kosten 9,00 € und enthalten die Briefmarke. Sammler und Liebhaber können ihre digitalen Briefmarken freirubbeln und anschließend den Anweisungen zur Speicherung der Krypto-Briefmarken in digitalen Wallets folgen. Dort können die Briefmarken bis Ende 2027 gespeichert, aufbewahrt und online gehandelt werden. Quelle: IrishTechNews.ie
Niederlande
Digitale Kunst (2021)
Den Haag – PostNL hat eine bemerkenswerte Premiere gefeiert. Am 28. Oktober 2021 gab PostNL als weltweit erstes Postunternehmen Briefmarken heraus, die von einem Computerprogramm (KI) entworfen wurden. Die „Digi Art“-Serie basiert auf einer Sammlung von 1.500 Briefmarken aus den Jahren 1852–1920. Die fünf Briefmarken sehen zwar aus wie klassische Briefmarken, sind es aber nicht. Das Computerprogramm schuf einzigartige Designs unter Verwendung bekannter Elemente wie einem zentralen Bild mit Rand, einem Textstreifen am unteren Rand, Verzierungen in den Ecken und einem perforierten Rahmen. Generative Kunst Das Briefmarkendesign wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Künstliche Intelligenz findet Anwendung in Bereichen wie Gesichtserkennung, autonomes Fahren und intelligente Thermostate, aber auch in der generativen Kunst. Bei dieser KI-Anwendung erzeugt ein Computer-Algorithmus ein originelles Kunstwerk oder Design. Genau so wurde auch die Briefmarkenausgabe „Digi Art“ gestaltet. Es handelt sich um den weltweit ersten Briefmarkenbogen, der mithilfe von KI entwickelt wurde.
Selbstständiges Lernen
Der verwendete Algorithmus lernt selbstständig. Das bedeutet, dass er die Struktur der Eingabe selbst erkennt und daher keine Anweisungen für die gewünschte Ausgabe benötigt. Diese Ausgabe besteht aus einer großen Bilderserie, die entsteht, weil der Algorithmus millionenfach selbst Bilder erzeugt und auswertet.
Ein kleiner Anstoß in die richtige Richtung
Die Digi-Art-Briefmarken sind eine Idee von Tim Ottens, einem Datenwissenschaftler bei PostNL. Er überwachte den selbstlernenden Algorithmus. Ottens: „Anfangs sieht man nichts, aber dann werden nach und nach die Umrisse der Briefmarken sichtbar. Mit jeder Auswertung haben wir das Programm optimiert, um den Algorithmus in die richtige Richtung zu lenken. Schließlich haben wir eine Ergebnisliste zusammengestellt und eine Auswahl getroffen. Seitdem wurde nichts mehr angepasst – selbst die Farben wurden vom Algorithmus bestimmt.“ Quelle: Pressemitteilung von PostNL.
Typisch niederländisch (2024)
Das Design für „Typisch Nederlands – Kühe“ stammt von Adam Lane, Senior Grafikdesigner, Edwin van Praet, Executive Creative Director, und Huub van Veenhuijzen, Concept Director von Total Design in Amsterdam. Mithilfe künstlicher Intelligenz entwarfen sie ein Design mit Figuren in Form von Delfter Keramik.
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet computergestützte Lernsysteme. Diese KI-Systeme sind in der Lage, auf Basis großer Datenmengen und Algorithmen Extrapolationen vorzunehmen, Entscheidungen zu treffen, Wahlmöglichkeiten auszuloten und Interpretationen zu entwickeln. Die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz schreiten rasant voran, und Anwendungen finden sich überall: von der Gesichtserkennung auf Smartphones über selbstfahrende Autos und intelligente Thermostate bis hin zu Deepfakes (digital manipulierten Bildern, Tönen und Texten). Ein eigenständiger Bereich der KI ist die generative Kunst, bei der ein Computer-Algorithmus ein originelles Kunstwerk oder Design erschafft.
In der Serie „Typisch Nederlands“ werden 2024 Briefmarkenbögen mit Motiven von Hunden (12. Februar), Pferden (25. März), Singvögeln (13. Mai) und Katzen (12. August) herausgegeben. Quelle: PostNL.
Briefmarkenalbum von Joost Veerkamp
Joost Veerkamp (Diemen, 1953) ist ein niederländischer Illustrator, Grafiker und Clear Line-Zeichner. Veerkamp studierte Druckgrafik an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam.
Er arbeitete mit einer Reihe von Autoren zusammen, darunter Gerrit Komrij, Hugo Claus, Rudy Kousbroek und F.B. Hotz. Er schrieb und veröffentlichte auch eigene Bücher, von denen … Briefmarkenalbum Joost Veerkamp ist wohl der bekannteste Künstler. Er arbeitete außerdem für die Volkskrant, das NRC Handelsblad und Vrij Nederland. Veerkamp entwarf die niederländischen Briefmarken „Rinderrassen“ (2012) und „Windmühlen“ (2013).
Heute arbeitet er freiberuflich und im Auftrag. Veerkamp betreibt seinen eigenen Verlag Editions Obscures, der seine Karten, Drucke und Bücher herausgibt, und lebt und arbeitet in Zoelen. Sein Stil, den er mit dem von Joost Swarte teilt, wird als „Klare Linie“ bezeichnet. Veerkamp hat unter anderem für De Arbeiderspers, Vrij Nederland, NRC Handelsblad, de Volkskrant, die Stadt Hilversum, Maatstaf, Propria Cures und De Amsterdamsche Boekenmarkt gearbeitet.
Sommerbriefmarken (1970)
Die Geschichte der Sommerbriefmarken von 1970, besser bekannt als Computerbriefmarken, finden Sie auf der Rückseite des Collect Magazine 120: https://postnl.turnpages.nl/DS/public/slot00011/index_html5.html?init=init_html5.xml&
Es ist wirklich schade, dass die Krypto-Briefmarken so teuer sind. Neun Euro für das NFT und dann noch die Papierversion für nur eine einzige Briefmarke – da kann man sich kaum eine Sammlung aufbauen. Das ist dann nicht mehr Sammeln, sondern eher Investieren.
PostNL bietet neben der irischen Briefmarke auch eine Krypto-Briefmarke an, die allerdings stolze 10,80 Euro kostet. Meiner Meinung nach ist das eine verpasste Chance für die europäischen Postdienste, aber die Herausgabe einer Krypto-Briefmarke ist vermutlich ein kostspieliges Unterfangen.