Luftpost vom Festland zu einem Seeschiff

Flugzeug-Luftfahrt Frankreich Hawaii
TasseDer Luftpostdienst erlebte in den späten 20er und frühen 30er Jahren eine rasante Entwicklung. Von Seeschiffen aus wurden Testflüge mit kleinen Flugzeugen durchgeführt, die mit der Post an Bord auf dem offenen Meer zum Festland starteten, um diese schneller an die Empfänger zuzustellen. Dies waren die sogenannten Katapultflüge. Die Schiffe befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch etwa 1000 Kilometer vom Hafen entfernt. Die Katapultflüge fanden erstmals im August 1928 vom französischen Schiff „Ile de France“ aus statt. Dies wurde am 13. August 1928 in einer Zeitung bekanntgegeben: „Am Montag wurde mit dem Dampfschiff ‚Ile de France‘ ein Luftpostdienst von Schiffen zum Festland eröffnet, der die Überfahrtszeit für die Post um fast einen Tag verkürzt.“ 1 Die Katapultflüge der deutschen Schiffe „SS Bremen“ und „SS Europa“ nach New York erlangten große Berühmtheit. Diese Flüge wurden auch in umgekehrter Richtung, von New York nach Deutschland, durchgeführt. 3 5 Postflüge von Schiffen zum Festland fanden nicht nur auf dem Atlantik, sondern auch auf dem Pazifik statt. Dies geschah nicht mit Flugzeugen, sondern mit einem Luftschiff. Fünfzig Meilen vor der Küste holte Goodyears Luftschiff „Volunteer“ Säcke mit Post vom Deck des Dampfschiffs „City of Los Angeles“ ab und lieferte sie auf das Dach des Postamts in San Pedro, Kalifornien. 6 7 Dort wurde die Post mit einer Stempelmaschine abgestempelt und auf der Rückseite mit einem grünen Stempel der Handelskammer versehen. Anschließend wurde sie auf dem üblichen Postweg befördert, in diesem Fall nach Newark, wo der Brief am 15. Juni 1931 eintraf. 8 Weitaus weniger bekannt ist, dass im Januar 1931 Post aus Honolulu (Hawaii) per Flugzeug auf das Dampfschiff „City of Los Angeles“ verladen wurde, indem die Postsäcke auf das Deck abgeworfen wurden. Das Flugzeug war eine Ford Trimotor. Die „City of Los Angeles“ blickte bereits auf eine lange Geschichte zurück. Das 1899 für den Norddeutschen Lloyd unter dem Namen „Großer Kurfürst“ gebaute Schiff verkehrte zwischen Bremen und New York. 1917 wurde es von den Vereinigten Staaten beschlagnahmt und unter dem Namen „Aeolus“ als Truppentransporter eingesetzt. 1922 wurde das Schiff von der „Los Angeles Steamship Co.“ erworben und in „City of Los Angeles“ umbenannt. Es verkehrte regelmäßig zwischen Los Angeles und Honolulu und führte im Januar 1931 auch das Experiment mit der Luftpostbeförderung durch. 9 Der wasserdichte Postsäcke, der auf das Deck herabgelassen wurde, enthielt 12.527 nummerierte Briefumschläge. Der Umschlag in meiner Sammlung trägt die Nummer 9.419. Zusätzlich wurde ein Unterschriftenabdruck sowie der Schiffsstempel angebracht. Es handelte sich um die größte Luftpostsendung, die jemals das Postamt von Honolulu auf einmal verließ. Die meisten Umschläge wurden von AC Roessler in East Orange, New Jersey, hergestellt. 10 Die Angaben zum Flugzeug und zum Schiff stammen aus offiziellen Veröffentlichungen von 1931. Ich frage mich immer noch, warum der 30. Januar auf dem Briefmarkenabdruck von Honolulu angegeben ist. Der grüne Abdruck der Vignette nennt den 24. Januar 1931 und zeigt einen anderen Flugzeugtyp. Auch der violette Abdruck der Schiffsmarke trägt den 24. Januar 1931. Wer hat hier Recht? Die offiziellen Herausgeber oder die Briefmarkenhersteller? Und wessen Unterschrift ist das?

1 Reaktion

  1. Ich glaube, dass der Brief (zusammen mit vielen anderen) am 24. Januar auf der SS City of Los Angeles ankam und von dort weiter nach Honolulu transportiert wurde, wo er am 30. Januar eintraf, bevor er an die ursprünglichen Absender zurückgeschickt wurde.

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