Kopien aus einem Katalog wurden zu Briefmarkenmotiven erhoben.
Die Welt ist voller Wunder! Zehn Exemplare aus einem Museumskatalog einer Briefmarken-Antragstellergruppe wurden wahllos kopiert und landeten schließlich auf zehn Briefmarken derselben Agentur. Welch eine Form der Selbstbefriedigung und Selbstverherrlichung!
Für mich ist es völlig unverständlich, dass PostNL (die bis dato eine respektable Designpolitik verfolgte) es einem kommerziell orientierten Werbegrafiker ermöglicht (und sogar gewagt) hat, geschmacklose Bilder aus einem Museumskatalog als Briefmarkenillustrationen zu verwenden. Die statisch positionierten, zweidimensional gezeichneten Autos schweben in einem bedeutungslosen, leeren Raum. Der Schattenwurf unter jedem Auto deutet schließlich auf eine gewisse irdische Präsenz hin. Mit dieser Art der Darstellung von Autos auf Briefmarken reiht sich unser Land vollständig in die Bildmarken von Entwicklungsländern ein, die bei der Herausgabe von Briefmarken ausschließlich kommerzielle Ziele verfolgen. Diese Länder schenken der Ausdruckskraft von Briefmarken keinerlei Beachtung.

Auch die Hersteller von Streichhölzern und Zigarren wenden dieselbe Designmethode bei Streichholzmarken und Zigarrenringen an.
Ausdruckskraft
Nach anfänglichem Zögern (und der Zustimmung eines einführenden Assistenten) ging TNT Post im Herbst 2001 schließlich eine Partnerschaft mit Robert-Jaap Jansen ein, um die Efteling-Briefmarken (nvph 2084/88) zu entwerfen. In der langen Geschichte der niederländischen Briefmarke war es noch nie vorgekommen, dass ein Grafikdesigner des Auftraggebers auch die Briefmarkenentwürfe lieferte.
Es bestünde durchaus die Gefahr einer zuckersüßen, rein kommerziellen Herangehensweise. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Design der Efteling-Briefmarken von Jansen unterscheidet sich nur geringfügig (es ist etwas höher und allgemeiner gehalten) von dem der übrigen Werbematerialien von Efteling.
Die Gefahr eines süßlichen, stimmungsvollen und kommerziellen Ansatzes bei den Efteling-Broschüren hätte sich durchaus in den von Jansen, einem Mitarbeiter der Efteling-Grafikabteilung, entworfenen Efteling-Briefmarken niederschlagen können. Jansen wählte jedoch einen völlig anderen Ansatz für das Briefmarkendesign. Die Gesichter der abgebildeten Figuren sind – entgegen seiner üblichen Vorgehensweise – von oben dargestellt. Durch diese originelle und spielerische Darstellung vermitteln die Märchenfiguren eine ganz andere Botschaft. TNT Post war während des gesamten Designprozesses (von der ersten Besprechung über die Überprüfung und Beratung bis hin zur Fertigstellung) eng eingebunden und präsent. (Siehe auch „Anton Piecks Atmosphäre in Efteling-Briefmarken(13. September 2009). Die Beschreibung der Entwürfe mit den Oldtimern beweist eindeutig das Gegenteil. PostNL muss sich während des gesamten Designprozesses distanziert und unbeteiligt verhalten haben.

Eine Faustregel für Briefmarkengestalter lautet: „Ein Merkmal des abgebildeten Motivs kann als Ausgangspunkt für den Entwurf dienen.“ Das Wort „Automobil“ bedeutet eigentlich „sich von selbst bewegend“, also ein Fahrzeug, das sich von selbst fortbewegt. In den statischen Abbildungen von Autos findet sich nichts von Bewegung, Dynamik oder Aktion.
Ein diagonales Bild eines Autos (das Vorder- oder Rückansicht in Kombination mit der Seite zeigt) erzeugt sofort Lebendigkeit. Die teilweise sichtbare Darstellung eines Fahrzeugs vermittelt den Eindruck, dass das Auto sozusagen auf den Betrachter zukommt. So entsteht eine intensive Interaktion zwischen Bild und Betrachter.
Die Straßenmusik hat sich auf dem traditionellen und kommerziellen Werbeweg fortgesetzt, den das Museum auch in seinen Werbematerialien einschlägt: klare, lehrreiche und saubere Zeichnungen von Oldtimern.

Briefmarken mit deutlich hervortretenden Motiven gewinnen durch die unterstützenden Hintergrundbilder an Bedeutung und Attraktivität.
- Der Stempel der Dampfpumpstation (nvph 1372) erhält eine sinnvolle funktionale Unterstützung durch die grauen Schwungräder (notwendig, um das Wasser zu überspringen).
- Das Gesamtbild des Botter-Stempels (nvph 1424) gewinnt durch zwei Teilabbildungen (Vorder- und Achterdeck des Boeiers) erheblich an substanzieller Wirkung.
- Im Hintergrund der Briefmarke der Weltreiterspiele (NVPH 1617) ist ein stark vergrößertes, verschwommenes Bild der Zuschauermenge auf den Tribünen zu sehen, das das internationale Sportereignis „begleitet“.
Das Lemmingverhalten von PostNL
Die Größe der Lemmingpopulation kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Dies hängt eng mit dem Nahrungsangebot zusammen. Ein Disney-Film zeigt Horden von Lemmingen, die aufgrund von Nahrungsmangel gemeinsam von norwegischen Klippen ins Meer springen. Die Tiere folgen einander, ungeachtet der Folgen dieser selbstregulierenden Handlung. Auch PostNL zeigt dieses lemmingartige Verhalten. Angetrieben vom Erfolg ausländischer Konkurrenten, wird das Postunternehmen dazu angespornt, im Streben nach Innovation neue Aktivitäten zu starten. Das Unternehmen führt neue Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle und neue Produkte ein (kopiert sie), ohne sie intern kritisch zu prüfen oder extern mit der Zielgruppe in einer durchdachten Weise zu diskutieren.Beispiele?
1) Die Herausgabe einer viel zu großen Anzahl von Briefmarken pro Jahr (samt der notwendigen Sonderausgaben), wie sie heutzutage in vielen Ländern üblich ist. Die Anzahl der Briefmarkenausgaben steht in krassem Gegensatz zum tatsächlichen Gebrauch. 2) Mit der Herausgabe dieser neuen, minderwertigen Briefmarkenausgabe verschärft PostNL die ohnehin schon unhaltbare Situation noch weiter.? ? ? ? ?
Ein Phänomen des Zeitgeistes? Desinteresse oder Gleichgültigkeit seitens PostNL gegenüber Zielgruppen? Werden Sammler nicht ernst genommen? Verfolgt man etwa erstrebenswerte kommerzielle Ziele? Fragen an mich; für PostNL (nehme ich an) Tatsache. Man kann zu viel hineinschütten, bis der Brunnen überläuft!





Dies deckt sich vollkommen mit der Aussage des ehemaligen PTT-Chefs Peter Bakker während einer Generalversammlung der KNBF, an der er als Gast teilnahm. Er sagte: „Ehrlich gesagt ist mir egal, was auf einer Briefmarke steht, solange sie Geld einbringt.“ PostNL ist ein Wirtschaftsunternehmen und hat nur ein Ziel: Gewinn erwirtschaften. Andernfalls sind die Aktionäre verärgert.
Warum werden diese Briefmarken überhaupt herausgegeben?
Werden wir jetzt mehr solcher Sticker-Veröffentlichungen bekommen, ähnlich wie beispielsweise in Suriname, Grenada und Tuvalu?!
Nun können sie nicht länger leugnen, was wir seit Jahren befürchtet haben. Es geht ihnen nur darum, noch schnell Profit zu machen und dann mit diesen blöden Briefmarken aufzuhören. Solange wir sie sammeln/kaufen, werden wir weiterhin von diesem einfallslosen, kulturlosen Mist geplagt.
Würden jetzt alle auf die Frankiermaschine umsteigen???
Bekommen wir überhaupt einen Rabatt?!
Können diese sogenannten Briefmarkenverkaufsstellen auch geräumt werden?
Nun ja, wenn es um Klarheit geht, machen die Leute einen Rückzieher. Sie bevorzugen den etwas einfacheren Weg, etwa indem sie ein Stück einer Landkarte (Atlasblätter) mit einem Locher an eine beliebige Stelle auf ein Blatt Papier (Freilichtmuseum) (100 Jahre Luftfahrt) kleben und so die Bilder verstümmeln. Oder sie nehmen ein Fragment eines Meisterwerks und lochen es ebenfalls auf barbarische Weise, sodass nichts vom Original übrig bleibt. Nein, die Klarheit dieser Briefmarken wird nicht geschätzt. So viele Bilder wie möglich auf eine Briefmarke zu quetschen, ist für den Liebhaber von Klarheit ebenfalls ein Verbrechen (Postcrossing und einige Ausgaben von Mooi Nederland sind dafür die Krönung). Aber gut, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten; dass Bate das missbilligt, überrascht mich überhaupt nicht. Er ist ein Fan der oben genannten Beispiele; jedem das Seine, nicht wahr?
„Ich habe von Insidern gehört, dass die Autos Anfang April mit dem sogenannten Vogelstift aktiviert werden können; wenn man mit dem Stift über den Namen des Autos fährt, ertönt der entsprechende Hupenton.“
Immer noch ein interessantes Thema!
Stilvolle Briefmarken mit wunderschön gestalteten Autos. Meiner Meinung nach wird das Gesamtbild durch die gewählte Typografie und die zusätzlichen Informationen zu den Fahrzeugen geschmackvoll abgerundet.
Ich fand die Briefmarken wunderschön, und nach Bates Geschichte finde ich sie immer noch wunderschön. Es sind wahrlich stilvolle Briefmarken.
Für Autoenthusiasten ist der Artikel über den Volkswagen eine lohnenswerte Lektüre.
http://www.filavaria.nl/VW.htm
'@ Sehr B
Ich habe von Insidern gehört, dass die Autos Anfang April mit dem sogenannten Vogelstift aktiviert werden können; wenn man mit dem Stift über den Namen des Autos streicht, ertönt der entsprechende Hupenton.
Eine interessante Frage also!
Was für ein Unsinn! Briefmarken sind und bleiben stumm. Sie verkratzen nicht, sie rosten (noch) nicht und sie machen keinerlei Geräusche!
In der Tat ein „interessantes“ Thema
@JHA Ich warte schon gespannt auf ein Foto von einem gelungenen Werk, registriert mit dem Stempel, den du so liebst. Dass die Autos noch nicht hupen, erscheint mir logisch; es ist ja schließlich noch nicht der 1. April.
Ich habe die Briefmarken heute zusammen mit den Autos erhalten, und Bruna verkauft sie auch schon. Sie können aber erst nächsten Montag verkauft werden.