Briefmarkenaktionen für Kinder 1950–1965 & Kloster „Der Gute Hirte“

NVPH 1167 - Kinderbriefmarke 1978 Während der Vorbereitungsphase mehrerer Briefmarken-Blogartikel zum 100-jährigen Jubiläum der Kinderbriefmarkenorganisation „Stichting Kinderpostzegels Nederland“ (SKN) bin ich im reich bebilderten Nachschlagewerk „De kinderpostzegelacties vanaf 1924 door de verzamelaar voor de verzamelaar“ erneut auf meinen Artikel „Pegmine Bags“ (S. 45) gestoßen. Die Broschüre wurde 1980 veröffentlicht.

Einführung

Nach der Lektüre entdeckte ich überrascht, schockiert und entsetzt, dassDe Goede HerderDas Kloster „De Goede Herder“ aus Zoeterwoude war bis einschließlich 1965 an der Befüllung der Pergamentbeutel mit Kindermarken für die Briefmarkenkampagne „Von Kindern für Kinder“ beteiligt! Dieses Kloster in Zoeterwoude ist in der vierteiligen Dokumentarserie „De Goede Herder“ zu sehen.Mädchen vom Guten Hirten(Regisseurin Britta Hosman) untersuchte den Fall am 3., 10., 17. und 24. Juni 2024 im Fernsehen detailliert und scharfsinnig! Drei Frauen (Lies Vissers, Joke de Smit und Roos Riet), die als Mädchen unter entsetzlichen Bedingungen in Klöstern arbeiten mussten, reichen fünfzig Jahre später eine Klage gegen die Nonnen ein.

Unterkapitel „Pulverbeutel“

Um genaue Informationen bereitzustellen, folgt hier mein ausführlicher Bericht aus dem Jahr 1980, dessen Quelle mir leider nicht mehr bekannt ist. Damals betrachteten ich das Thema und die Informationen noch als neutral und sachlich; dies galt zweifellos auch für die SKN-Führung. Bis 1964 wurden die Beutel für die Schulkampagne von den Mitarbeitern und Mädchen des Kinderheims „De Goede Herder“ in Zoeterwoude mit Kindermarken befüllt. 1965 wurde der erste Briefmarkenbogen gefaltet und in den Beutel gelegt. 1966 erfolgte die erste maschinelle Befüllung der Umschläge. Was dann über Jahre geschah, grenzte ans Unglaubliche. Für die Kampagne von 1963 beispielsweise wurden 25 Millionen Kindermarken in Vierer- und Sechserblöcke gerissen. Diese Blöcke wurden in 2.125.000 Beutel verpackt, und jeder Beutel enthielt eine Rätselkarte. Anschließend wurden alle Säcke auf ihren korrekten Inhalt geprüft, zu 10 oder 25 Stück gebündelt und dann zu Einheiten von 100 oder 250 Stück zusammengestellt. Schließlich landeten 2.000 Säcke in Kartons, und damit war die Bestellung versandbereit. Die zeitaufwändigen Vorgänge ließen sich nicht mehr in kurzer Zeit erledigen. Die Lösung des Problems fand sich 1966 mit der Herausgabe des Kinderbriefmarkenbogens. Die vielen Arbeitsschritte wurden auf wenige reduziert, und damit wurde der Kontakt zu „De Goeder Herder“ beendet. *) Gefaltete Exemplare sind weniger attraktiv als ungefaltete Briefmarkenbögen.

Eine arbeitsintensive und geisttötende Tätigkeit!

Mithilfe der Informationen aus dem Sonderkatalog NVPH 2024 erhalten Sie einen noch besseren Einblick in die arbeitsintensive und seelenzerstörende Tätigkeit junger Mitarbeiter, die viele verschiedene Aufgaben umfasst. Dank der Verkaufsmethode mit Hilfe von Schulkindern wurden in der Zeit vor der Ausgabe der Kinderbriefmarken Hunderttausende von Kinderbriefmarken mit großem Erfolg verkauft, was den „Angestellten“ von „De Goede Herder“ jedoch eine enorme Menge Arbeit bereitete. NVPH 802 - Kinderbriefmarke 1963 NVPH 803 - Kinderbriefmarke 1963 NVPH 804 - Kinderbriefmarke 1963 NVPH 805 - Kinderbriefmarke 1963 NVPH 806 - Kinderbriefmarke 1963 Einige Kinderbriefmarken wurden ausschließlich über Schulkinder verkauft, andere waren nur in der Post erhältlich. Die Auflagenzahlen von 1963 veranschaulichen beispielsweise eindrucksvoll die Aktivitäten der „Good Shepherd“-Bewegung:
  • 4-Cent-Kinderbriefmarke: über 10 Millionen Briefmarken
  • 12-Cent-Kinderbriefmarke: über 19 Millionen Briefmarken
  • 6 Cent: 1.151.136 Briefmarken, 8 Cent: 1.200.328 Briefmarken, 30 Cent: 1.108.556 Briefmarken. Insgesamt also weit über eine Million Briefmarken.
NVPH 558 - Kirchen in Kriegszeiten Eine der Oberinnen des Nonnenordens „Zum Guten Hirten“ hatte eine geniale Idee! Zum Glück erinnerte sie sich an die Geschichte und die Rolle des barmherzigen Samariters!

Beendigung der Unterstützung durch „De Goede Herder“

Dass die Zusammenarbeit mit „De Goede Herder“ 1964 beendet wurde, zeigt sich an der Anzahl der Päckchen, die mit Kindermarken gefüllt werden mussten. Die Auflage der Kindermarken wuchs jährlich; anders ausgedrückt: Die Nonnen stellten ihre Unterstützung aus Mitgefühl ein: „Es war nicht mehr zu bewältigen, zu viel!“ 1949 musste der Großteil der 4.618.834 2-Cent-Kindermarken in Pergaminbeutel verpackt werden. Dasselbe galt für die 3.913.762 10-Cent-Kindermarken. Über die Jahre nahm die Anzahl der Kindermarken stetig zu.
  • 1959: 4 Cent 7.714.520 Kinderbriefmarken 12 Cent 14.105.687 Kinderbriefmarken
  • 1960: 4 Cent 8.028.755 Kinderbriefmarken 12 Cent 14.446,471 Kinderbriefmarken
  • 1961: 4 Cent 9.352.180 Kinderbriefmarken 12 Cent 17.052.467 Kinderbriefmarken
  • 1962: 4 Cent 10.998.783 Kinderbriefmarken 12 Cent 18.047.148 Kinderbriefmarken
  • 1963: 4 Cent 10.504.446 Kinderbriefmarken 12 Cent 19.227.049 Kinderbriefmarken

Bedanken!

Alle an der Schulaktion beteiligten Mitarbeiter werden im Anschluss von Anfang an gedankt. Die Lehrer erhalten eine Dankeskarte mit Kinderstempeln, und die Schüler erhalten ein Dankesblatt für die Klasse (1950/59), Löschpapier (1955/62), einen Kalender (1963/74) oder einen Aufkleber (1975/89). Liebe junge Leute, Sie haben mir sehr beim Verkauf der Briefmarken meiner Kinder geholfen. Vielen Dank! … Und wenn Sie wieder ausgehen, habe ich einen guten Rat für Sie: Befolgen Sie immer die unten stehenden Anweisungen, und alle werden sagen: „Lass ihn gehen, er passt gut auf sich selbst auf.“
  • Ewiger Kalender: Viele Grüße von eurer Tante Nans, die auf dem Rücken einer Gans herbeifliegt. Darunter ein idealistischer Werbetext des Vereins für sicheren Verkehr: „Bevor Sie die Straße überqueren … halten Sie an und schauen Sie genau hin!“
  • Jeder Leser wird sich zweifellos fragen: „Was haben die jungen Mädchen aus ‚Der gute Hirte‘ erlitten?“ Ein Trauma!!!

Entsetzliche Arbeitsbedingungen!

  • Die strenge Lebensweise der Nonnen spielte eine überaus große Rolle bei der Erziehung der Mädchen.
  • Langjährige unbezahlte Arbeit in Wäschereien und Nähwerkstätten: Der Erlös ging an die Kirchengemeinde. Zweifellos trugen diese Arbeitsstunden maßgeblich zu den Kinderbriefmarken von 1963 bei!
  • Kaum Freizeit, Privatsphäre oder liebevolle Zuwendung.
  • Arbeitsverweigerung? Bestrafung und/oder Isolation in einer Isolationszelle.
  • Viele Menschen kämpfen seit Jahren weiterhin mit Albträumen, Traumata und Stigmatisierung (negativem Selbstbild) – und das bis heute.
  •  Viele Mädchen starben sogar dort; sie wurden anonym begraben (Entpersonifizierung).

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