Passt da noch mehr rein?
Offenbar stammte die Anfrage von einem Briefmarkensammler aus Den Haag. Am 26. Dezember 1933 schickte ein Einwohner von Surabaya (dem damaligen Niederländisch-Indien) eine Postkarte an Herrn Zaalberg in Den Haag. Und nicht irgendeine Postkarte! Sie war übersät mit Briefmarken aus Indien, darunter die Serie mit dem Aufdruck für die Krisenarbeit der AMVJ vom 1. Dezember 1933, zwei Luftpostmarken (eine zu 10 Cent und eine zu 30 Cent, die 40-Cent-Marke mit grünem Aufdruck), die dreieckige Marke für Sonderflüge von 1933, die Gedenkmarke für Prinz Wilhelm I. und die orangefarbenen 12,5-Cent-Marken von 1933 mit dem Bildnis von Königin Wilhelmina. Der Gesamtwert betrug 1 Gulden und 54,5 Cent.
Die Briefmarken wurden am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember 1933, um 15:00 Uhr mit dem Datumsstempel BATAVIA-CENTRUM Nr. 8 abgestempelt. Eine Ausnahme bildete die Briefmarke für Sonderflüge, die am 27. Dezember 1933 um 1:00 Uhr mit dem Sonderstempel PELIKAAN Batavia-Centrum abgestempelt wurde. In der oberen rechten Ecke der Karte stand: „von Pelikaan“. Korrekterweise hätte es „von Zilvermeeuw“ heißen müssen, doch dieses Flugzeug hatte Pech und konnte im Dezember 1933 nicht nach Niederländisch-Indien starten. Daher wurde die Post auf die PH-AIP Pelikaan umgeladen, die am 22. Dezember 1933 auf dem Flugplatz Tjilititan bei Batavia gelandet war. An Bord befanden sich fast 31.000 Briefstücke mit einem Gewicht von 186 Kilogramm. Doch auch Post, die von der Postjäger und der IJsvogel umgeladen worden war, befand sich an Bord – insgesamt etwa 757 Kilogramm. Der Rückflug fand am 27. Dezember 1933 statt, und die Maschine war mit Weihnachtspost beladen, mehr als 97.000 Briefe. Darunter befand sich auch die Karte aus Surabaya. Damals zog ein Postflug noch eine beachtliche Menschenmenge an. Die Pelikaan erschien am Abend des 30. Dezember 1933 über Schiphol, wo die Landebahn aufgrund tief hängender Wolken und Nebel nicht zu sehen war! Unten standen über 20.000 Zuschauer rund um den Flughafen und beobachteten die Landung. Dank einer Wolkenlücke und mithilfe eines Funkfeuers konnten die Piloten nach 40-minütigem Kreisen einen Landeversuch wagen und die Zuschauer zufriedenstellen. Die Landung gelang, und die Maschine setzte um 22:10 Uhr auf. Die Post wurde entladen und an die verschiedenen Bestimmungsorte transportiert. So gelangte die Karte in das Postamt in Den Haag, wo sie mit einem Ankunftsstempel vom 31. Dezember 1933, Mitternacht, einem Sonntag, versehen wurde.
Auf der Rückseite der Karte hatte der Absender geschrieben: Sind Sie jetzt zufrieden, Henkelman? Mehr passte nicht drauf! Eine Karte, die glücklicherweise nicht vom Empfänger mit Schere und der Schüssel mit lauwarmem Wasser, mit der die Siegel abgewischt worden waren, zerstört wurde. Ein Dokument mit einem Stück Luftfahrtgeschichte – ein Dokument, das man aufbewahren sollte!

Ein handwerklich perfekt gefertigtes, aber dennoch prachtvolles Stück mit einer reichen Geschichte.
Was ist übrigens „Gemaaktwerk“?
Alle von uns versendete Post ist von Menschenhand geschaffen; schließlich ist der Brief ja dazu da, versendet zu werden.
@Albert
Ist das nicht ein bisschen naiv? 🙂
Handwerkliche Sorgfalt zeigt sich darin, dass sich jemand besonders viel Mühe gegeben hat, um einem Briefmarkensammler einen Gefallen zu tun. Solche Briefmarken würden niemals für eine Sendung an einen Nicht-Briefmarkensammler verwendet werden. Handwerkliche Sorgfalt mag zwar amüsant sein, hat aber in einer Sammlung, die sich mit Postgeschichte oder den Ursprüngen einer Briefmarkenausgabe befasst, kaum oder gar keinen Platz.
Wenn im Falle einer Emission ausschließlich von Menschenhand geschaffene Gegenstände gefunden werden können, die die Existenz einer solchen Emission belegen, dann wird eine solche Emission meiner Meinung nach sehr zweifelhaft.
Da hast du recht, ich stimme dir vollkommen zu.
Zu den erstellten Werken gehören unter anderem Ersttagsbriefe, etc.
Aber Cees' kleines, handgefertigtes Stück ist trotzdem schön und gehört sicherlich in eine Sammlung.
Ich sehe lieber Kunstwerke mit Stempeln als all die wertlosen Kunstwerke ohne Stempel… oder all die widerlichen Kunstwerke mit gefälschten Stempeln.
Zum Glück habe ich eine große Recyclingtonne für all den Kram. Philateliearbeiten (selbst wenn es sich nur um 100 Briefmarken auf einem Brief handelt) sind immer willkommen!
gr Johan / http://www.postzegelforum.eu