Inbetriebnahme der DC-3 auf der Indies-Linie
Ab 1935 baute der amerikanische Flugzeughersteller Douglas Aircraft Company einen neuen Flugzeugtyp, die DC-3, auch bekannt als Dakota. In den Niederlanden erwarb die KLM 1936 die erste DC-3 und taufte sie auf den Namen Ibis (PH-ALI). Mit der DC-3 konnte die Flugfrequenz von und nach Niederländisch-Indien von zwei auf drei Flüge pro Woche erhöht werden.
Am 5. Juni 1937 fand der erste planmäßige Flug von den Niederlanden nach Niederländisch-Indien mit einer DC-3 statt. Es handelte sich um die Maschine mit dem Kennzeichen PH-ALS und dem Namen „Specht“. Mit diesem ersten Flug dieses Flugzeugtyps wurde gleichzeitig die Luftfrachtgebühr abgeschafft, die zusätzlich zum Standardporto von 6 Cent für einen Brief bis zu 5 Gramm – also 30 Cent – zu entrichten war.
Hierfür wurde im September 1931 sogar eine Sondermarke im Wert von 36 Cent herausgegeben, die sich aus 6 Cent Porto und 30 Cent Luftfrachtgebühr zusammensetzte.
Im Oktober 1933 wurde eine weitere dreieckige Briefmarke im Wert von 30 Cent zur Entrichtung der Luftpoststeuer herausgegeben. Diese trug den Zusatz: „Luftpostmarke für Sonderflüge“. Die Marke war ausschließlich für die Rekordflüge einiger weniger Flugzeuge nach Niederländisch-Indien im Dezember 1933 gültig und wurde anschließend zurückgezogen. Ab März 1937 war die Marke wieder erhältlich, jedoch nicht als reguläre Briefmarke, sondern – nach vorheriger Ankündigung – ausschließlich zur Frankierung von Postsendungen mit dem Vermerk „Sonderflüge“.
Ein Abdruck einer Werbemarke wies darauf hin, dass ab dem 5. Juni 1937 ein neuer Tarif für den Postversand nach Niederländisch-Indien (Insuline) galt und der Luftfrachtzuschlag abgeschafft wurde. Das zweite Bild der Marke ist etwas schärfer und stammt von einem anderen, ähnlichen Umschlag.
Der Umschlag, der mit dem ersten Flug der DC-3 befördert wurde, wies jedoch noch den alten Tarif und die alten Zölle auf. Lag das daran, dass die Briefmarken am 3. Juni 1937 in Zaandam abgestempelt worden waren, also vor dem Datum der Abschaffung der DC-3? Oder weil dieser Flug als Sonderflug deklariert war? Wahrscheinlich Letzteres. Nach der Ankunft wurde der Umschlag mit einem Standarddatumsstempel der Post in Bandung vom 10. Juni 1937 versehen.
Für den Rückflug am 16. Juni 1937 hatte der Absender zwei Briefmarken aus Niederländisch-Indien aufgeklebt, die am 1. Mai 1937 anlässlich des Weltjamborees in den Niederlanden erschienen waren. Das Porto für den Rückflug betrug 20 Cent, also war alles korrekt. In Zaandam wurden die beiden Briefmarken jedoch irrtümlich mit dem Poststempel von Zaandam vom 3. Juni 1937 entwertet. Dadurch waren sie für den Rückflug ungültig.
Um den Absender aufgrund des Fehlers in Zaandam nicht zu benachteiligen, wurde in Bandung amtlich eine gewöhnliche Briefmarke der Niederländischen Ostindien im Wert von 20 Cent auf die Rückseite geklebt und mit dem Bandunger Stempel vom 16. Juni 1937 versehen. Zusätzlich wurde ein Sonderstempel zur Erinnerung an den Rückflug am selben Tag angebracht. Herr Eelman aus Zaandam, der Absender, war vermutlich mit dem Vorgehen der Niederländischen Ostindien-Post und -Fernmeldebehörde sehr zufrieden. Ich jedenfalls war es.
Aus Niederländisch-Indien konnte man auch mit dem Flug vom 16. Juni 1937 Post versenden. Dafür wurden spezielle Umschläge bereitgestellt. Die beiden Umschläge zeugen von einer Entwicklung im Bereich der Luftfahrt und des Posttransports per Flugzeug. Dass es sich bei dem unten links abgebildeten Flugzeug um die „Ibis“ handelte, geht aus den Kennzeichen PH-ALI hervor. Der letzte Buchstabe, das „I“, steht in diesem Fall für den Anfangsbuchstaben des Flugzeugnamens: Ibis. Die „Specht“ hatte demnach das Kennzeichen PH-ALS. Jetzt wissen wir auch das!
