Ich bin ein Berliner
Am 26. Juni 1963 hielt US-Präsident John F. Kennedy in Berlin eine Rede. Diese Rede sollte weltberühmt werden, weil Kennedy darin nur wenige deutsche Worte sprach: „Ich bin ein Berliner.“
Kennedy hielt seine Rede vor dem Rathaus Schöneberg am Rudolf-Wilde-Platz. Er besuchte die Stadt, um die Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Bundesrepublik Deutschland zu bekräftigen. Knapp zwei Jahre zuvor hatte die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen, der Trennlinie zwischen Ost- und Westberlin. Dies markierte den Höhepunkt des sogenannten Kalten Krieges. Der Besuch wurde von den Berlinern sehr begrüßt, insbesondere als Kennedy die berühmten Worte sprach: „Ich bin ein Berliner.“ Denn die Berliner befürchteten, die Sowjets könnten auch Westberlin besetzen. Mehr als 150.000 Menschen hörten der Rede zu.
Die Rede war bereits beendet, als Kennedy ankündigte, einen Satz einfügen zu wollen. Er verwendete dafür einen Teil seiner Rede, die er ein Jahr zuvor in New Orleans gehalten hatte. Er bat seinen Dolmetscher Robert Lochner, einige Worte ins Deutsche zu übersetzen: „Ich bin ein Berliner“. Kennedy kam die Idee aufgrund der Worte, die er in New Orleans benutzt hatte: „civis Romanus sum“.
Kennedy schrieb den Satz schnell auf ein Stück Papier und fügte darüber folgenden phonetischen Text hinzu: ´Ish been ein Bearleener´.
Anlässlich Kennedys Besuchs wurde der Philatelie besondere Aufmerksamkeit gewidmet, unter anderem durch spezielle Umschläge und Sonderstempel. So zeigte beispielsweise der Berlin-12-Stempel das amerikanische Wappen mit dem Adler.
Kennedy besuchte zuvor am 23. Juni 1963 die damalige Hauptstadt der Bundesrepublik, Bonn. Anschließend reiste er nach Frankfurt.
Ein Jahr nach Kennedys gewaltsamem Tod am 22. November 1963 wurden in der Bundesrepublik und in Berlin am 21. November 1964 zwei Briefmarken im Wert von 40 Pfennig herausgegeben. Die Marke mit dem Aufdruck „Deutsche Bundespost“ hatte eine Auflage von 20 Millionen Exemplaren, die Marke mit dem Aufdruck „Berlin“ eine Auflage von 7 Millionen Exemplaren.
Auf dem Ersttagsbriefumschlag war Kennedy hinter dem Mikrofon abgebildet, darunter die Worte „Ich bin ein Berliner“. Diese Worte hinterließen einen tiefen Eindruck. Doch manche empfanden ein kleines Wort als völlig deplatziert: das „ein“. Denn ein „Berliner“ ist ein Gebäck aus frittiertem Hefeteig, gefüllt mit Marmelade oder Konditorcreme und mit Puderzucker bestreut. Andere wiederum behaupten, die Formulierung sei korrekt, da Kennedy damit seine Verbundenheit mit den Berlinern ausdrücken wollte. Wie hätte Kennedy seine Rede wohl gehalten, wenn sie in Hamburg stattgefunden hätte? „Ich bin ein…“??? Am 25. November 1963, drei Tage nach dem Attentat auf Präsident Kennedy, wurde der Rudolph-Wilde-Platz in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt.

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