Die Geschichte des Briefmarkensammelns Teil 5 – Der Boom 1862
Ende der 1970er-Jahre erschien in der niederländischen Zeitschrift „Philatelie“ eine faszinierende Artikelserie von K. Kouwenberg zur Geschichte des Briefmarkensammelns. Diese Serie inspirierte Rob Smit, den Inhaber von PostBeeld, die Geschichte des Briefmarkensammelns in mehreren Teilen neu zu schreiben. Dies ist Teil 5 – Das Jahr 1862.
Das Jahr 1862 könnte als das wichtigste Jahr in der Geschichte der Philatelie bezeichnet werden.
In der oben erwähnten Ausgabe des „Philatelic Journal of Great Britain“ vom 1. April 1916 findet sich ein Artikel von E. L. Pemberton (1844–1878) (mehr dazu später in dieser Reihe), der 1863 verfasst wurde. Darin heißt es, dass es vor 1856 vermutlich nur drei oder vier anerkannte erwachsene Briefmarkensammler gab und das Sammeln von Briefmarken hauptsächlich ein Hobby für Schulkinder war. Ab 1858 begann sich dies langsam zu ändern, und Anfang der 1860er-Jahre erlebte das Thema einen sprunghaften Anstieg des Interesses. Die wachsende Zahl erwachsener Sammler eröffnete einigen die Möglichkeit, Handel zu treiben und Geld zu verdienen. Einerseits bestand ein großer Informationsbedarf, andererseits wollten immer mehr Sammler ihr Wissen teilen. Und 1862 nahm die Philatelie ihren eigentlichen Aufschwung. In diesem Jahr erschienen zahlreiche Kataloge, das erste Album und viele Zeitschriftenartikel. In seinem 1862 veröffentlichten Briefmarkenkatalog erstellte John Edward Gray (siehe Teil 3 – und auch in späteren Teilen wird noch mehr über ihn berichtet) eine Liste von 18 weiteren Veröffentlichungen zu diesem Thema, die ebenfalls im Jahr 1862 erhältlich waren.


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